
Diesel-Renaissance: Stellantis kapituliert vor der Realität und bringt den Selbstzünder zurück
Was haben uns die Propheten der elektrischen Zukunft nicht alles versprochen? Der Verbrenner sei tot, der Diesel ein Relikt vergangener Tage, und wer noch an fossilen Antrieben festhalte, der stehe auf der falschen Seite der Geschichte. Nun, die Geschichte schreibt offenbar ein anderes Drehbuch – und der Automobilgigant Stellantis liefert den jüngsten Beweis dafür.
Stille Kehrtwende mit lautem Signal
Der europäisch-amerikanische Konzern, zu dem Marken wie Opel, Peugeot, Citroën, Alfa Romeo und DS gehören, hat seit Ende 2025 bei mindestens sieben Modellen in Europa wieder Dieselvarianten reaktiviert. Wohlgemerkt: still und leise, wie Reuters berichtete. Man möchte die ideologische Niederlage offenbar nicht an die große Glocke hängen. Doch die Fakten sprechen eine unmissverständliche Sprache.
Stellantis selbst erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur, man habe entschieden, „Dieselmotoren im Produktportfolio zu behalten – und in einigen Fällen das Antriebsangebot zu erweitern." Als Begründung wird die „anhaltende Kundennachfrage" angeführt. Welch revolutionäre Erkenntnis: Ein Unternehmen richtet sein Angebot nach dem aus, was die Kunden tatsächlich wollen – und nicht nach dem, was ihnen Brüsseler Bürokraten und grüne Ideologen vorschreiben möchten.
20 Milliarden Euro Verlust als Weckruf
Die Kehrtwende kommt nicht aus einer Laune heraus. Stellantis musste in den vergangenen zwölf Monaten seine bisherige Elektrostrategie grundlegend neu bewerten – nachdem der Konzern Verluste von mehr als 20 Milliarden Euro verbucht hatte. Zwanzig Milliarden. Man muss diese Zahl einen Moment wirken lassen. Das ist der Preis, den ein Unternehmen zahlt, wenn es politischem Druck nachgibt, statt auf die Signale des Marktes zu hören.
Modelle von Opel, Peugeot und Citroën erhalten nun wieder Dieselmotoren als Option. Beim DS 7, beim Alfa Romeo Tonale sowie bei der Giulia und dem Stelvio werden die Dieselvarianten „als Reaktion auf eine anhaltende Kundennachfrage" weiter produziert. Beim Alfa Romeo Tonale liegt der Dieselanteil bei rund 40 Prozent – in Italien sogar bei der Hälfte aller Verkäufe. Wer angesichts solcher Zahlen den Diesel für tot erklärt, der betreibt keine Marktanalyse, sondern Wunschdenken.
Die Elektro-Illusion bröckelt
Der Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge lag 2025 europaweit bei gerade einmal 17,4 Prozent. Das ist weit entfernt von jenen Traumquoten, die uns die Verfechter der erzwungenen Elektromobilität seit Jahren in Aussicht stellen. Gleichzeitig drängen chinesische Hersteller mit aggressiven Preisen in genau jene Marktsegmente, in denen europäische Konzerne wie Stellantis traditionell stark vertreten sind. Die Antwort darauf kann nicht lauten, sich noch tiefer in eine Sackgasse zu manövrieren – sondern das Angebot zu diversifizieren.
Stellantis verteilt sein Risiko nun über mehrere Antriebsarten. Ein pragmatischer Schritt, der freilich auch Kosten und Komplexität in der Produktion erhöht. Doch was ist die Alternative? Weiter Milliarden verbrennen für Fahrzeuge, die der Kunde schlicht nicht in der erhofften Stückzahl kaufen will?
Ein Lehrstück für die deutsche Politik
Die Diesel-Renaissance bei Stellantis sollte auch der neuen Bundesregierung unter Friedrich Merz zu denken geben. Jahrelang wurde der Dieselmotor in Deutschland verteufelt, Fahrverbote wurden verhängt, und eine ganze Industrie wurde unter Generalverdacht gestellt. Die Ergebnisse dieser Politik sind verheerend: Werksschließungen, Stellenabbau und eine schleichende Deindustrialisierung, die das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bedroht.
Dass nun ausgerechnet ein Großkonzern, der sich dem Zeitgeist der Elektrifizierung so bereitwillig hingegeben hatte, reumütig zum Diesel zurückkehrt, ist mehr als eine unternehmerische Entscheidung. Es ist ein Eingeständnis des Scheiterns einer ideologiegetriebenen Industriepolitik. Der Markt lässt sich eben nicht per Verordnung umerziehen. Die Kunden entscheiden selbst, welchen Antrieb sie bevorzugen – und offensichtlich ist der Diesel für viele Europäer nach wie vor die vernünftigste Wahl.
Ob dieser Diesel-Schwerpunkt langfristig trägt, hänge laut Stellantis von Regulierung, Energiekosten und Modellzyklen ab. Das mag stimmen. Doch eines steht bereits jetzt fest: Die planwirtschaftliche Verordnung einer einzigen Antriebstechnologie hat versagt. Wer den europäischen Automobilstandort retten will, muss Technologieoffenheit nicht nur predigen, sondern auch leben. Stellantis hat das – wenn auch spät und unter enormen Verlusten – begriffen. Bleibt die Frage, wann diese Erkenntnis auch in den Amtsstuben von Berlin und Brüssel ankommt.
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