
Digitaler Propagandakrieg: YouTube löscht pro-iranischen Kanal mit Anti-Trump-Videos
Der Informationskrieg zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran hat eine neue Eskalationsstufe erreicht – diesmal nicht auf dem Schlachtfeld, sondern auf der Videoplattform YouTube. Google, der Mutterkonzern der Plattform, hat den Kanal der Gruppe „Explosive Media" entfernt, die mit Lego-animierten Propagandavideos gegen US-Präsident Donald Trump Millionen von Zuschauern erreicht hatte.
Lego-Figuren als Waffen im Informationskrieg
Was auf den ersten Blick wie harmlose Spielzeug-Animationen wirken mag, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als durchaus raffinierte Propagandamaschinerie. Die Videos zeigten unter anderem Trump, wie er Stühle auf US-Militärvertreter wirft, während iranische Generäle einen roten Knopf mit der Aufschrift „Zurück in die Steinzeit" drücken – eine Anspielung auf eine Drohung von Verteidigungsminister Pete Hegseth. Ein anderes Video stellte den US-Präsidenten mit brennendem Hinterteil dar, ein Schild haltend: „SIEG! Ich bin ein Verlierer."
Ein YouTube-Sprecher erklärte gegenüber Medien, der Kanal sei wegen Verstößen gegen die Richtlinien zu „Spam, betrügerischen Praktiken und Betrug" gesperrt worden. Welche konkreten Verstöße vorgelegen hätten, ließ das Unternehmen allerdings offen. Eine bemerkenswerte Intransparenz für einen Konzern, der sich sonst so gerne als Hüter der freien Meinungsäußerung inszeniert.
Die Doppelmoral der Tech-Giganten
Besonders pikant wird die Angelegenheit, wenn man den Kontext betrachtet. Denn während YouTube pro-iranische Inhalte rigoros entfernt, produziert das Weiße Haus unter Trump selbst massenhaft KI-generierte Bilder und Videos, die den Präsidenten glorifizieren und amerikanische Macht projizieren sollen. Erst kürzlich postete Trump auf seinem Truth-Social-Netzwerk ein Bild, das ihn offenbar als Jesus Christus darstellte. Von einer Sperrung solcher Inhalte ist freilich nichts bekannt.
Die Gruppe „Explosive Media" – auf Persisch „Akhbar Enfejari" – wehrte sich auf der Plattform X gegen die Löschung und fragte sarkastisch: „Ernsthaft! Sind unsere Lego-Animationen tatsächlich gewalttätig?" Der Leiter der Gruppe, der sich selbst als „Mr. Explosive" bezeichnete, gab gegenüber der BBC an, sein Team bestehe aus weniger als zehn Personen. Die iranische Regierung sei lediglich ein „Kunde" seines Unternehmens – eine Behauptung, die man durchaus mit einer gewissen Skepsis betrachten darf, wurde die Gruppe doch bereits früher als „mit den Iranischen Revolutionsgarden verbündet" beschrieben.
Propaganda auf allen Seiten
Das jüngste vor der Sperrung veröffentlichte Video suggerierte, Trump führe den Krieg gegen den Iran, um von den Epstein-Akten abzulenken und auf Geheiß Israels zu handeln. Zudem wurde impliziert, Epstein und seine Verbündeten hätten Kannibalismus betrieben – eine Behauptung, für die keinerlei Beweise existieren. Hier zeigt sich deutlich, wie skrupellos beide Seiten in diesem Informationskrieg agieren.
Während der Westen also iranische Propaganda bekämpft, bleibt die bittere Ironie bestehen, dass die iranische Bevölkerung selbst unter der längsten Internet-Blockade der Geschichte leidet. Die Islamische Republik sperrt regelmäßig den Internetzugang während Phasen innerer Unruhen – angeblich zur Bekämpfung von Desinformation, tatsächlich aber wohl eher als Deckmantel für staatliche Repression. Einige Iraner umgehen die Sperre mittels Starlink-Satelliten, während Regierungsverbündete bezeichnenderweise Ausnahmen genießen.
Ein Symptom einer tieferen Krise
Dieser Vorfall ist letztlich nur ein weiteres Symptom einer Welt, in der soziale Medien längst zum Schlachtfeld geworden sind. Die Frage, wer darüber entscheidet, welche Propaganda toleriert wird und welche nicht, bleibt dabei hochbrisant. Dass ausgerechnet ein amerikanischer Tech-Konzern diese Entscheidung trifft, während gleichzeitig die eigene Regierung munter Desinformation verbreitet, sollte jedem kritischen Beobachter zu denken geben. Die Wahrheit stirbt bekanntlich im Krieg zuerst – und im digitalen Zeitalter stirbt sie offenbar auf allen Plattformen gleichzeitig.
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