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Kettner Edelmetalle
18.02.2026
06:49 Uhr

Digitales Desaster: Die elektronische Patientenakte entpuppt sich als bürokratisches Monstrum

Ein Jahr nach ihrer flächendeckenden Einführung fällt das Urteil vernichtend aus: Die elektronische Patientenakte (ePA) – einst als Leuchtturmprojekt der deutschen Digitalisierung angepriesen – erweist sich im Praxisalltag als nahezu unbrauchbar. Was als großer Wurf in die Zukunft des Gesundheitswesens verkauft wurde, gleicht in Wahrheit einer digitalen Ruine, die weder Ärzten noch Patienten einen nennenswerten Mehrwert bietet.

Nur ein Bruchteil der Versicherten nutzt die ePA

Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache: Von 74 Millionen gesetzlich Versicherten in Deutschland nutzen laut Einschätzung des Bundesgesundheitsministeriums gerade einmal vier Millionen Menschen ihre elektronische Patientenakte. Das entspricht einer Quote von knapp fünf Prozent – ein Armutszeugnis für ein Projekt, in das Milliarden an Steuergeldern geflossen sind. Markus Beier, Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärzteverbands, bringt es auf den Punkt: Die allerwenigsten Patienten hätten sich ihre ePA überhaupt einmal angeschaut. Viele wüssten nicht einmal, dass sie eine besitzen.

Der Grund? Ein, wie Beier es formuliert, „absurd komplizierter Registrierungsprozess", der selbst digital versierte Menschen irgendwann frustriert aufgeben lasse. Man muss sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen: Deutschland, das Land der Ingenieure und Tüftler, scheitert an einer digitalen Akte. Während andere Nationen längst funktionierende Systeme betreiben, kämpft die Bundesrepublik mit einem Registrierungsverfahren, das offenbar eher an eine Steuererklärung erinnert als an eine moderne Gesundheitsanwendung.

Eine „unsortierte PDF-Sammlung" statt intelligenter Medizin

Doch selbst wer den Hürdenlauf der Registrierung gemeistert hat, wird bitter enttäuscht. Beier beschreibt die ePA in ihrer aktuellen Form als „unsortierte PDF-Sammlung, mit der Praxen im Alltag nur wenig anfangen können". Ärzte müssten sich mühsam durch unzählige Dokumente wühlen – eine Volltextsuche? Fehlanzeige. Im Jahr 2026 wohlgemerkt, in einer Zeit, in der künstliche Intelligenz ganze Bücher in Sekunden analysiert, bietet Deutschlands digitale Gesundheitsinfrastruktur nicht einmal eine simple Suchfunktion. Das ist nicht nur peinlich, das ist ein Skandal.

Hinzu kommen massive technische Probleme. Die sogenannte Telematikinfrastruktur – jenes Netzwerk, auf dem die ePA läuft – sei von ständigen Störungen und Ausfällen geplagt. „Das frisst in den Praxen unglaublich viel Zeit und sorgt für enormen Frust", so der Verbandschef. Statt Ärzte zu entlasten, bindet das System also wertvolle Ressourcen, die eigentlich den Patienten zugutekommen sollten.

Typisch deutsch: Ambitioniert geplant, katastrophal umgesetzt

Die Geschichte der ePA ist symptomatisch für den Zustand der Digitalisierung in Deutschland. Seit Jahren predigen Politiker aller Couleur den digitalen Aufbruch, doch wenn es an die konkrete Umsetzung geht, versagt der Apparat mit geradezu beeindruckender Zuverlässigkeit. Beier selbst verweist darauf, dass die elektronische Patientenakte in anderen Ländern längst funktioniere. In Skandinavien, in Estland, selbst in kleineren europäischen Staaten gehören digitale Gesundheitsakten zum Alltag. Nur Deutschland schafft es, aus einer im Grunde simplen Idee ein bürokratisches Monstrum zu erschaffen.

Die Weiterentwicklung sei „dringend notwendig", mahnt Beier. Doch wer soll das Vertrauen aufbringen, dass ausgerechnet jene Strukturen, die dieses Debakel zu verantworten haben, nun plötzlich die Kurve kriegen? Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hat sich zwar Digitalisierung auf die Fahnen geschrieben, doch angesichts der bisherigen Bilanz darf man mehr als skeptisch sein. Schließlich wurde auch das 500-Milliarden-Sondervermögen für Infrastruktur mit großen Worten angekündigt – ob es am Ende mehr als heiße Luft produziert, bleibt abzuwarten.

Der Patient als Leidtragender einer verfehlten Digitalpolitik

Am Ende zahlt wieder der Bürger die Zeche. Er finanziert über seine Krankenkassenbeiträge ein System, das nicht funktioniert. Er soll eine Akte nutzen, deren Zugang ihm durch absurde Hürden verwehrt wird. Und er muss darauf vertrauen, dass seine sensiblen Gesundheitsdaten in einer störanfälligen Infrastruktur sicher aufgehoben sind. Wer angesichts dieser Zustände noch an die Kompetenz des deutschen Staates in Sachen Digitalisierung glaubt, dem ist wahrlich nicht mehr zu helfen.

Was bleibt, ist die bittere Erkenntnis: Deutschland hat es wieder einmal geschafft, eine an sich sinnvolle Innovation durch Überregulierung, technische Inkompetenz und bürokratischen Wahnsinn in ihr Gegenteil zu verkehren. Die elektronische Patientenakte ist nicht das Werkzeug der Zukunft – sie ist ein Mahnmal des deutschen Digitalversagens.

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