
Drohnen gegen Server: Moskau will die Ukraine digital abschalten!

Russland hat eine neue Front eröffnet, und sie verläuft durch Serverräume und Mobilfunkzentralen. In der Nacht zum Dienstag hat das russische Verteidigungsministerium nach eigenen Angaben zwei Rechenzentren in Kiew sowie zwei Militärfrachter vor Odessa getroffen. Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte die Angriffe auf die Schiffe, die unter fremder Flagge fuhren.
Neben der Hauptstadt lagen laut Selenskyj zehn weitere Regionen unter Beschuss. Die Botschaft aus Moskau ist deutlich: Wer die Kommunikation eines Landes lahmlegt, trifft Armee und Zivilbevölkerung zugleich.
Blutiger Montag in Kiew
Schon am Montag war die Hauptstadt schwer getroffen worden. Eine Drohne schlug in die Nationale Akademie der Wissenschaften im Zentrum Kiews ein, mindestens zwei Menschen starben. Die Akademie verurteilte den Angriff als „russischen Terror“ und „Barbarei“, der sich gegen Menschen gerichtet habe, die einfach an ihrem Arbeitsplatz gewesen seien.
Offiziellen Angaben zufolge kamen bei der Angriffswelle am Tag insgesamt mindestens sieben Menschen ums Leben, mehr als 50 wurden verletzt. Ein elfjähriges Mädchen erzählte einem US-Fernsehsender, wie sehr sie sich vor den Explosionen nahe ihrer Wohnung gefürchtet habe.
„Digitale Entgiftung“: Zynismus als Kriegsstrategie
Das Muster der letzten Tage ist kaum zu übersehen. Am 25. September traf es ein Bürogebäude in Kiew, in dem sich ein Rechenzentrum des Anbieters Datagroup befindet. Das Unternehmen gab an, seine Dienste über Ausweichstandorte weiterbetrieben zu haben. Einen Tag später wurde ein Rechenzentrum von Cosmonova getroffen und musste abgeschaltet werden. Mehrere Fernsehsender fielen daraufhin aus.
Laut dem ukrainischen Digitalministerium waren zeitweise rund 100.000 Haushalte in Kiew und Umgebung ohne Internet. Am 28. September schlug eine Drohne außerdem in ein Bürogebäude in Dnipro ein. Die Behörden meldeten Schäden und Opfer.
Moskau begründet die Angriffe damit, dass die Rechenzentren angeblich Geheimdienstdaten für die ukrainischen Streitkräfte verarbeiteten und weiterleiteten. Danach veröffentlichte das Ministerium in sozialen Netzwerken das Bild einer Drohne mit der Aufschrift „Digitale Entgiftung“ und dem Kommentar „Verpflichtend!“. Wer bei so viel Zynismus noch an baldige Verhandlungsbereitschaft glaubt, dürfte es schwer haben.
Mobilfunkriesen im Fadenkreuz
Am Sonntag erwischte es dann die Zentrale von Kyivstar, dem größten Mobilfunkanbieter des Landes. Verletzt wurde dort Medienberichten zufolge niemand. Nach eigenen Angaben traf das russische Militär am selben Tag auch ein Rechenzentrum von Vodafone Ukraine, dem zweitgrößten Netzbetreiber. Alles deutet darauf hin, dass die Kampagne weitergeht.
Geran-5: Die Drohne, die kaum zu stoppen ist
Möglich macht diese Eskalation eine neue Waffengeneration. Russland setzt vermehrt die strahlgetriebene Geran-5 ein, die Berichten zufolge bis zu 600 Kilometer pro Stunde schnell ist und über Schutz gegen elektronische Störsender verfügt. Sie ähnelt eher einem Marschflugkörper als den früheren Shahed-Varianten.
Die Folgen sind dramatisch: Ein Sprecher der ukrainischen Luftwaffe erklärte Mitte September, man fange nur etwa 60 Prozent dieser Drohnen ab. Bei älteren Modellen liege die Quote bei rund 95 Prozent. Kiew muss deshalb immer häufiger Kampfjets gegen die neuen Drohnen einsetzen.
Eine Warnung, auch für Deutschland
Was in Kiew passiert, sollte auch in Berlin aufhorchen lassen. Eine moderne Gesellschaft hängt an Rechenzentren, Funkmasten und Glasfaserleitungen, von Bankgeschäften über Behörden bis zu Warn-Apps. Fallen die Server aus, steht vieles still. Hierzulande ist der Schutz dieser Infrastruktur seit Jahren eher ein Thema für Arbeitskreise als echte Chefsache.
Der Krieg zeigt schonungslos, wie verwundbar digitale Systeme sind. Wer vorsorgen will, setzt deshalb auch auf Werte, die ohne Strom, Netz und Server bestehen. Physisches Gold und Silber gehören dazu. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können sie ein Stück Unabhängigkeit bringen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser muss sich selbst informieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen allein.
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