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Kettner Edelmetalle
13.01.2026
20:18 Uhr

Drohnenangriffe auf griechische Öltanker im Schwarzen Meer: Eskalation im Energiekrieg?

Drohnenangriffe auf griechische Öltanker im Schwarzen Meer: Eskalation im Energiekrieg?

Die Spannungen im Schwarzen Meer erreichen eine neue Dimension. Am Dienstag wurden zwei griechische Öltanker von Drohnen attackiert – ein Vorfall, der die fragile Sicherheitslage in der Region einmal mehr schonungslos offenlegt. Während die Hintergründe des Angriffs noch im Dunkeln liegen, zeichnet sich bereits ab, dass dieser Zwischenfall weitreichende geopolitische Konsequenzen haben könnte.

Angriff auf strategische Energieinfrastruktur

Die beiden betroffenen Tanker, die unter maltesischer Flagge fahrende „Matilda" und die unter liberianischer Flagge operierende „Delta Harmony", gehören griechischen Reedereien. Nach Angaben des griechischen Marineministeriums trugen beide Schiffe keine größeren Schäden davon – ein Umstand, der angesichts der potenziellen Gefährlichkeit solcher Angriffe fast schon als glücklich bezeichnet werden muss.

Besonders brisant: Die „Matilda" befand sich auf dem Weg zum Erdöl-Terminal des internationalen Caspian Pipeline Consortium (CPC) nahe dem russischen Schwarzmeerhafen Noworossijsk. Dort sollte sie kasachisches Öl verladen. Das staatliche kasachische Energieunternehmen Kazmunaygas bestätigte den Vorfall und betonte, das Schiff sei weiterhin seetüchtig. Zum Zeitpunkt des Angriffs habe sich keine Ladung an Bord befunden.

Schweigen der Beteiligten wirft Fragen auf

Wer hinter dem Angriff steckt, bleibt vorerst ein Rätsel. Weder die griechischen noch die kasachischen Behörden machten Angaben zum Urheber. Auch die Ukraine, die seit Beginn des russischen Angriffskrieges systematisch den russischen Energiesektor ins Visier nimmt, hüllte sich in Schweigen. Dieses kollektive Stillschweigen ist bezeichnend – und lässt Raum für Spekulationen.

„Nach vorläufigen Einschätzungen ist das Schiff weiterhin seetüchtig, und es gibt keine Anzeichen für schwerwiegende strukturelle Schäden."

Die ukrainische Armee hat das CPC-Terminal seit Kriegsbeginn vor fast vier Jahren wiederholt angegriffen. Erst im November wurde bei einem Angriff mit Marinedrohnen eine der drei Anlegestellen beschädigt. Kiew rechtfertigt diese Operationen als legitime Maßnahmen, um Moskaus Einnahmen aus dem Energiesektor zu schmälern – Gelder, mit denen der Krieg finanziert wird.

Kasachstan zwischen den Fronten

Die Angriffe sorgen in Kasachstan für erhebliche Verärgerung. Durch die kaspische Pipeline, die in Noworossijsk endet, fließen rund 80 Prozent des exportierten kasachischen Erdöls. Die zentralasiatische Ex-Sowjetrepublik pflegt enge Beziehungen zu Russland, hat sich im Ukraine-Konflikt jedoch neutral positioniert und mehrfach zur Achtung der ukrainischen Souveränität aufgerufen.

Diese Gratwanderung wird durch solche Vorfälle zunehmend schwieriger. Kasachstan sieht sich ungewollt in einen Konflikt hineingezogen, der seine wirtschaftlichen Lebensadern bedroht. Die Abhängigkeit von russischen Exportrouten erweist sich als strategische Achillesferse.

Ein Krieg, der keine Grenzen kennt

Der Vorfall verdeutlicht einmal mehr, wie der Ukraine-Konflikt längst über die eigentlichen Kriegsparteien hinausgreift. Neutrale Staaten, internationale Handelsrouten und globale Energiemärkte werden unweigerlich in den Strudel gezogen. In Zeiten solcher Unsicherheiten erweisen sich physische Edelmetalle als bewährter Anker der Vermögenssicherung – unabhängig von geopolitischen Verwerfungen und Energiekrisen.

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