
Drohung aus Teheran: Seoul soll für Trumps Hormus-Mission zahlen

Ein iranischer Hochschullehrer richtet unmissverständliche Worte an Südkorea: Sollte Seoul sich an der US-geführten Sicherung der Straße von Hormus beteiligen, werde Iran das Land als Feind betrachten – und dessen wirtschaftliche Interessen am Persischen Golf ins Visier nehmen. Die Warnung fiel in der Sendung „The Grand Standoff“ des Senders Al Mayadeen, während in Seoul die Vorbereitungen für eine Entsendung längst laufen.
„Iran kann ihnen sehr weh tun“
Der Akademiker Mohammad Marandi erklärte laut dem Bericht, Ziele wären nicht zwangsläufig Militäranlagen. Südkoreanische Vermögenswerte in Saudi-Arabien, Bahrain, Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar könnten ebenfalls betroffen sein.
„Wenn die Südkoreaner sich an diesem Krieg gegen Iran beteiligen, wird Iran es als Feind ansehen.“
Den militärischen Beitrag Seouls hält er für bedeutungslos: „Was soll ein Schiff oder zwei aus Südkorea bewirken? Das ist töricht“, sagte er dem Bericht zufolge. Wirtschaftlich sei die Rechnung dagegen brutal – Iran könne koreanische Anlagen in der Golfregion mit Leichtigkeit zerstören.
150 Soldaten, ein Versorger, Seefernaufklärer
Das Präsidialamt in Seoul betont, entschieden sei nichts. Diskutiert würden allgemeine Optionen: Kampfbeteiligung, nichtkämpfende Rollen, Suchoperationen. Medienberichten zufolge geht es konkret um das neue Logistikschiff „Soyang“, Seefernaufklärer vom Typ P-8A, ein Kampfmittelbeseitigungsteam und möglicherweise Minensuchboote – rund 150 Soldaten.
Der Weg dorthin ist steinig: Nationaler Sicherheitsrat, Kabinettsbeschluss, Zustimmung der Nationalversammlung. Diese könnte laut Berichten im September fallen. Der Verteidigungsminister hatte bereits im März klargestellt, dass eine wesentlich veränderte Mission in der Meerenge das Parlament passieren müsse.
Trumps Druckmittel: 39.000 Soldaten und Chip-Zölle
Warum der Sinneswandel? Washington schraubt den Druck hoch. Trump erklärte im August, er habe Südkoreas Präsidenten um Hilfe gegen Iran gebeten und ein „Nein danke“ erhalten – dabei stünden 39.000 US-Soldaten im Land, um es vor Kim Jong-un zu schützen. Kurz darauf halbierte Washington ein zentrales Großmanöver, eine weitere Landeübung im September wurde ganz abgesagt.
Parallel drohen laut Berichten „gezielte“ Halbleiterzölle – ein Hebel direkt an der Lebensader der koreanischen Industrie. Verhandlungen über ein Wirtschafts- und Verteidigungsabkommen liefen nach Angaben eines Regierungsvertreters „nicht gut“.
Dazu kommt die eigene Abhängigkeit: Im Vorjahr liefen 61 Prozent der koreanischen Rohölimporte und 54 Prozent der Naphtha-Einfuhren durch Hormuz. Naphtha ist für die Chipproduktion unverzichtbar. Bereits 2019 hatte Seoul – unter US-Druck – seine Anti-Piraten-Einheit von Somalia in Richtung Hormuz ausgeweitet.
Was das für deutsche Sparer bedeutet
Der Iran-Krieg läuft seit rund einem halben Jahr, ein Ende ist nicht in Sicht. Brent notierte in den vergangenen Tagen laut Marktberichten wieder bei über 95 US-Dollar, Gaspreise kletterten auf Mehrjahreshochs. Auch Brüssel ist inzwischen in Washingtons Wirtschaftskrieg gegen Teheran eingestiegen.
Aus Sicht unserer Redaktion zeigt der Fall Südkorea, wie schnell Bündnistreue zur Rechnung wird: Wer mitmacht, riskiert seine Anlagen – wer nicht mitmacht, riskiert Zölle und Sicherheitsgarantien. Für Anleger heißt das: Energie- und Lieferkettenrisiken bleiben. Gold hatte im Januar 2026 bei knapp 5.600 Dollar einen Rekord markiert, nach Kriegsausbruch korrigiert – und zog seit dem Jahrestief laut Marktberichten wieder deutlich an. Physische Edelmetalle bleiben in einem solchen Umfeld eine sinnvolle Beimischung zur Vermögenssicherung.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser muss eigenständig recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.
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