
Eitelkeiten in Brüssel: Wie sich Europas Spitze über die Ukraine zerstreitet – während Moskau abwinkt

Es war eine jener Nächte, in denen sich der wahre Zustand der Europäischen Union offenbart. Nicht in souveränen Entscheidungen, nicht in geschlossener Diplomatie, sondern im offenen Schlagabtausch um Posten, Prestige und die Frage, wer auf der Weltbühne in welches Scheinwerferlicht treten darf. In Brüssel kam es auf dem jüngsten EU-Gipfel zum Eklat – und im Zentrum stand niemand Geringeres als EU-Ratspräsident António Costa.
Ein „Affront“ – und Merz mittendrin
Der Vorwurf wog schwer. Costa habe es gewagt, einen Gesprächskanal nach Moskau zu öffnen, ohne dies mit den Staats- und Regierungschefs abzustimmen. Sein Kabinettschef Pedro Lourtie soll laut Medienberichten zwei Telefonate geführt haben – vorbereitend, für den Fall künftiger Verhandlungen über den Ukraine-Krieg. Inhaltliche Gespräche, so beteuert man, habe es nicht gegeben.
Doch die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Ausgerechnet Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) soll besonders scharf ausgeteilt und von einem regelrechten „Affront“ gesprochen haben. Costa sei zwar Repräsentant der EU, so Merz sinngemäß, aber eben kein Vermittler. Aus der Bundesregierung verlautete, der Vorstoß sei „unabgestimmt“ und „unprofessionell“ gewesen. Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron soll sich verärgert gezeigt haben.
Worum es wirklich geht: das Rampenlicht
Man muss kein Zyniker sein, um zu erkennen, dass hier kaum die hohe Diplomatie, sondern in erster Linie verletzte Eitelkeiten verhandelt werden. Merz beansprucht gemeinsam mit Macron und dem britischen Premier Keir Starmer – in der Konstellation der sogenannten E3 – den Platz am Verhandlungstisch. Der Kanzler fürchtet offenbar nichts mehr, als ins zweite Glied gedrängt zu werden, sollte es auf der internationalen Bühne tatsächlich um Frieden gehen.
„Das Ziel war es, bereit zu sein, wenn der richtige Moment gekommen ist, um die Interessen der EU zu verteidigen“, soll Costa seinen Kritikern entgegengehalten haben.
Und es kommt noch dichter im Gedränge: Neben Costa möchte auch EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas mitmischen – was bei Merz und anderen ebenfalls auf entschiedene Ablehnung stieße. Ein Bild, das fragen lässt: Geht es hier um Frieden in der Ukraine oder um die Verteilung von Auftrittsterminen?
Die bittere Pointe aus Moskau
Doch der eigentliche Treppenwitz dieser Posse spielt sich nicht in Brüssel ab, sondern im Kreml. Denn während sich Europas Granden um die Rolle des Chefverhandlers balgen, wischte der russische Außenminister Sergej Lawrow das gesamte Schauspiel vom Tisch: Russland wolle mit Brüssel überhaupt nicht verhandeln. Die EU sei nicht neutral, verfolge nicht das Ziel echter Vermittlung und könne daher nicht als unparteiischer Akteur gelten.
Man stelle sich das Bild vor: Eine ganze Phalanx von Staatschefs ringt erbittert um einen Platz an einem Tisch, an den man sie gar nicht eingeladen hat. Treffender lässt sich der außenpolitische Bedeutungsverlust Europas kaum illustrieren.
Selenskyj hält sich vornehm zurück
Bemerkenswert distanziert gab sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, der ebenfalls am Gipfel teilnahm. Er kenne „nicht allzu viele Details“, ließ er beim Verlassen des Treffens wissen. In der Abschlusserklärung beschwor man wie üblich die Einheit, forderte von Russland echte Friedensbereitschaft und einen „vollständigen, bedingungslosen und sofortigen Waffenstillstand“. Worthülsen, die das Grundproblem nicht verdecken können: Eine Union, die nicht einmal intern klären kann, wer für sie spricht, wirkt nach außen handlungsunfähig.
Was bleibt: ein Lehrstück über europäische Schwäche
Dieser Brüsseler Eklat ist mehr als eine Randnotiz. Er zeigt, wie sehr persönliche Profilierungssucht die ohnehin schwerfällige EU-Maschinerie lähmt. Während deutsche Bürger mit Inflation, Energiekosten und einer schwächelnden Wirtschaft zu kämpfen haben, streiten Spitzenpolitiker über die Frage, wer bei einer Friedenskonferenz das schönere Bild abgibt. Es ist ein Sinnbild für eine politische Klasse, die das Gespür für das Wesentliche verloren zu haben scheint.
Gerade in solchen Zeiten der politischen und wirtschaftlichen Unberechenbarkeit zeigt sich der Wert von Beständigkeit. Wer sein Vermögen schützen will, tut gut daran, nicht allein auf die Versprechen einer zerstrittenen Politik zu setzen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrtausende bewiesen, dass sie unabhängig von Eitelkeiten in Brüssel und geopolitischen Machtspielen ihren Wert bewahren – als solider Anker in einem unsicheren Portefeuille.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Die hier geäußerten Einschätzungen geben ausschließlich die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor einer Investition eigenständig recherchieren oder fachkundigen Rat einholen.

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