
Energiepreise außer Kontrolle: LNG fast verdoppelt, Öl durchbricht 100-Dollar-Marke
Was sich seit Wochen abzeichnete, ist nun bittere Realität geworden: Die globalen Energiemärkte befinden sich im freien Fall – nach oben. Die Preise für Flüssigerdgas haben sich seit Ausbruch des Iran-Konflikts nahezu verdoppelt, und auch das schwarze Gold hat eine Schwelle überschritten, die man in Europa längst vergessen glaubte. Für Deutschland, das sich in seiner grenzenlosen energiepolitischen Weisheit von russischem Gas abgewandt und stattdessen auf teures amerikanisches LNG gesetzt hat, könnte dies zum perfekten Sturm werden.
Der niederländische TTF-Kontrakt als Fieberthermometer Europas
Der als Referenz geltende niederländische TTF-Gaskontrakt kletterte am Montagmorgen auf 62 Euro pro Megawattstunde – ein Anstieg von rund 20 Prozent allein gegenüber dem Handelsschluss am Freitag. Seit Kriegsbeginn am 28. Februar summiert sich der Preisanstieg auf atemberaubende 97 Prozent. Noch Ende Februar notierte der TTF bei vergleichsweise bescheidenen 32 Euro. Ein derart hohes Niveau wurde zuletzt im Januar 2023 verzeichnet – mitten in der Energiekrise, die Deutschland bereits einmal an den Rand seiner wirtschaftlichen Belastbarkeit geführt hatte.
Doch damit nicht genug. Auch die internationalen Ölpreise schossen zum Wochenbeginn durch die Decke. Die für Europa maßgebliche Nordseesorte Brent verteuerte sich zeitweise um etwa 25 Prozent auf rund 117 US-Dollar pro Barrel, bevor ein leichter Abverkauf den Preis auf etwa 105 US-Dollar korrigierte. Seit Beginn der Kampfhandlungen beträgt der Preisanstieg bei Brent damit rund 50 Prozent. Im Vergleich zum Jahreswechsel – als ein Barrel noch bei rund 61 US-Dollar lag – sind es sogar mehr als 70 Prozent. In den Vereinigten Staaten überschritt die Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) ebenfalls die 100-Dollar-Marke und erreichte zeitweise etwa 113 US-Dollar pro Barrel.
Die Straße von Hormus: Nadelöhr der Weltwirtschaft
Der Haupttreiber dieser dramatischen Entwicklung ist die Blockade der Straße von Hormus durch das iranische Regime. Diese nur 33 Kilometer breite Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman ist nichts weniger als die Hauptschlagader des globalen Energiehandels. Rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Erdöls und ein ebenso großer Anteil des globalen LNG-Handels passieren dieses Nadelöhr. Hunderte Rohöl- und LNG-Tanker stecken derzeit vor der Meerenge fest. Die Märkte reagieren, wie Märkte eben reagieren, wenn existenzielle Versorgungsrisiken auftreten: mit Panik.
Verschärfend kommt hinzu, dass Katar – einer der weltweit größten LNG-Produzenten – seine gesamte Produktion eingestellt hat. Nach iranischen Drohnenangriffen auf kritische Infrastruktur in den Industriezentren Mesaieed und Ras Laffan gab das staatliche Unternehmen QatarEnergy bekannt, die LNG-Förderung vollständig zu stoppen. Katars Anteil am globalen LNG-Angebot beträgt rund 20 Prozent. Ein Fünftel des Weltangebots – einfach weg. Man muss kein Wirtschaftsprofessor sein, um zu verstehen, was das für die Preise bedeutet.
Katars düstere Prognose: 150 Dollar pro Barrel?
Die Aussichten sind alles andere als beruhigend. Katars Energieminister Saad al-Kaabi warnte in einem Interview mit der Financial Times, dass der Ölpreis auf bis zu 150 Dollar pro Barrel steigen könnte, sollte der Iran-Konflikt weiter eskalieren. Katar gehe davon aus, dass sämtliche Energieproduzenten am Golf ihre Exporte innerhalb weniger Wochen einstellen könnten. Eine Vorstellung, die einem den Atem raubt.
Deutschland: Vom Regen in die Traufe
Für die Bundesrepublik zeichnet sich eine besonders prekäre Lage ab. Und hier offenbart sich einmal mehr das ganze Ausmaß der energiepolitischen Fehlentscheidungen der vergangenen Jahre. Deutschland bezieht sein LNG quasi vollständig aus den USA. Sollte die Straße von Hormus länger blockiert bleiben, könnten bisherige Abnehmer katarischen Gases – allen voran Indien, Südkorea und Japan – auf amerikanisches LNG umsteigen. Die Konsequenz wäre ein verschärfter Wettbewerb um genau jene Lieferungen, von denen Deutschland existenziell abhängig ist.
Ähnlich verhält es sich beim Öl. China, das derzeit erhebliche Mengen iranisches Öl bezieht, könnte bei einem Wegfall dieser Quelle verstärkt auf kasachisches Öl ausweichen – einen Lieferanten, von dem auch Deutschland in großem Umfang bezieht. In einer extremen Marktsituation könnten bestehende Lieferverträge sogar ins Wanken geraten, insbesondere wenn andere Staaten bereit sind, deutlich höhere Preise zu zahlen. Deutschland, das sich mit seinem ideologiegetriebenen Energiewende-Kurs systematisch in die Abhängigkeit manövriert hat, steht nun mit dem Rücken zur Wand.
Spritpreise: Die Quittung an der Zapfsäule
Die Auswirkungen sind längst an jeder deutschen Tankstelle spürbar. Ein Liter Super E10 kostete am Montagmorgen im bundesweiten Schnitt 2,043 Euro – ein Anstieg von mehr als sechs Prozent gegenüber dem Vorkriegsniveau. Diesel schlug mit 2,177 Euro pro Liter zu Buche. Und dabei stellt sich eine berechtigte Frage, die viele Beobachter umtreibt: Wie viel des Preisanstiegs geht tatsächlich auf die geopolitische Krise zurück, und wie viel ist schlicht der sukzessiv steigenden Steuer- und Abgabenbelastung am deutschen Standort geschuldet? Die CO₂-Bepreisung und die Energiesteuer bestimmen schließlich einen erheblichen Teil des Kraftstoffpreises. Der deutsche Autofahrer wird also gleich doppelt geschröpft – von der Weltpolitik und von der eigenen Regierung.
Ein energiepolitisches Desaster mit Ansage
Man muss es so deutlich sagen: Was wir hier erleben, ist die Konsequenz einer Politik, die über Jahre hinweg ideologische Wunschvorstellungen über energiepolitische Realitäten gestellt hat. Kernkraftwerke abgeschaltet, russisches Gas verteufelt, LNG-Terminals im Eilverfahren hochgezogen – und nun steht Deutschland da, abhängig von einem einzigen Lieferanten, verwundbar wie nie zuvor. Die G7-Finanzminister beraten derweil über die Freigabe strategischer Ölvorräte, um den Preisanstieg abzufedern. Ein Pflaster auf einer klaffenden Wunde.
Wer in diesen Zeiten nach einem sicheren Hafen für sein Vermögen sucht, dem sei ein Blick auf physische Edelmetalle empfohlen. Gold und Silber haben sich in Krisenzeiten seit Jahrtausenden als verlässlicher Wertspeicher bewährt – unabhängig von geopolitischen Verwerfungen, Energiekrisen und der Geldpolitik der Notenbanken. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können sie einen wichtigen Beitrag zur Vermögenssicherung leisten, gerade wenn die Inflation durch explodierende Energiepreise weiter angeheizt wird.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für Verluste, die aus Anlageentscheidungen resultieren, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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