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Kettner Edelmetalle
11.06.2026
14:14 Uhr

Energiewende vor dem Kollaps: 91 Prozent der Netzbetreiber erteilen dem 80-Prozent-Märchen eine Absage

Energiewende vor dem Kollaps: 91 Prozent der Netzbetreiber erteilen dem 80-Prozent-Märchen eine Absage

Es ist ein vernichtendes Urteil aus berufenem Munde. Wer sollte besser wissen, ob die deutschen Stromnetze die ideologisch verordnete Energiewende verkraften, als jene, die diese Netze tagtäglich betreiben? Und genau diese Fachleute haben nun gesprochen – mit einer Deutlichkeit, die in Berliner Ministerien für hektische Betriebsamkeit sorgen dürfte.

Am 4. Juni 2026 veröffentlichte der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) eine Umfrage unter kommunalen Strom-Verteilnetzbetreibern. Das Ergebnis: Sage und schreibe 91 Prozent halten das politische Ziel, bis 2030 satte 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen zu beziehen, unter den heutigen Bedingungen für ganz oder teilweise unerreichbar. Man lasse sich diese Zahl auf der Zunge zergehen: Neun von zehn Praktikern zweifeln am Lieblingsprojekt der Politik.

Wenn die Realität dem Wunschdenken die Rechnung präsentiert

Während in Talkshows und Sonntagsreden gerne von der glänzenden Zukunft der Erneuerbaren schwadroniert wird, sieht die Wirklichkeit an den Trafostationen und Ortsnetzen erheblich nüchterner aus. Genau 75 Prozent der befragten Betreiber sehen das ambitionierte Ziel ohne grundlegende Änderungen schlicht als nicht erreichbar an. Weitere 16 Prozent teilen diese Skepsis zumindest in Teilen.

Das Problem ist dabei so banal wie folgenschwer: Es nützt der schönste Windpark nichts, wenn der erzeugte Strom mangels Leitungen, Transformatoren und funktionierender Ortsnetze gar nicht beim Verbraucher ankommt. Die Verteilnetze sind das Rückgrat der gesamten dezentralen Energiewende – und genau dieses Rückgrat droht unter der Last der politischen Vorgaben zu brechen.

Die Erzeugung mag wachsen – doch ohne aufnahmefähige Netze bleibt sie ein Papiertiger. Installierte Leistung auf dem Datenblatt ersetzt keine Versorgungssicherheit in der Steckdose.

Eine Mammutaufgabe, die niemand seriös durchgerechnet hat

Wie gigantisch der eigentliche Umbau wäre, offenbaren weitere Zahlen der Erhebung. Rund 93 Prozent der befragten Netzbetreiber rechnen bis 2045 mit mindestens einer Verdoppelung ihrer Netzkapazität. Konkret erwarten 48 Prozent eine Verdoppelung, 37 Prozent gehen von einer Verdreifachung aus, und weitere acht Prozent kalkulieren gar mit einer Vervierfachung. Von Routine-Investitionen kann hier also keine Rede sein – es geht um einen tiefgreifenden, milliardenschweren Umbau, dessen Kosten am Ende selbstverständlich der Bürger über seine Stromrechnung schultern darf.

Transformatoren und Bürokratie als ausgemachte Flaschenhälse

Besonders bitter: Die Betreiber benennen klar die Bremsklötze. Endlose Genehmigungsverfahren, langwierige Umweltprüfungen und ein Behördendschungel verzögern unzählige Netzprojekte. Hinzu kommen fehlende Tiefbaukapazitäten und ein leergefegter Fachkräftemarkt – Probleme, die hausgemacht sind und auf das Konto einer Politik gehen, die jahrelang lieber Symbole pflegte, statt Infrastruktur zu sichern.

Zum echten Nadelöhr werden ausgerechnet die Transformatoren. Ohne neue Trafos lassen sich zusätzliche Anlagen, Speicher und Großverbraucher schlicht nicht ans Netz bringen. Lieferengpässe treffen damit die Energiewende ins Mark, denn während Erzeugungsanlagen vergleichsweise zügig aus dem Boden gestampft werden, brauchen Netzprojekte jahrelange Vorlaufzeiten.

Der Abstand zur Wirklichkeit bleibt gewaltig

Ein Blick auf den nackten Strommix entlarvt die ganze Dimension des Wunschdenkens: 2025 lag der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch bei lediglich 55 bis 56 Prozent. Auf 80 Prozent soll dieser Wert in nur wenigen Jahren emporschnellen. Wer ernsthaft glaubt, dieser Sprung gelinge im Schneckentempo deutscher Genehmigungspraxis, der glaubt vermutlich auch noch an pünktliche Bahnen und schuldenfreie Haushalte.

Bemerkenswert ist dabei: Die Warnung der Netzbetreiber richtet sich keineswegs grundsätzlich gegen erneuerbare Energien. Sie zielt nüchtern auf die technische und regulatorische Machbarkeit. Doch genau diese Bodenhaftung ging der deutschen Energiepolitik in den vergangenen Jahren offenkundig verloren. Statt verlässlicher Planung dominieren symbolträchtige Zieljahre, die mit der Realität an den Umspannwerken so viel gemein haben wie ein Wunschzettel mit einer Bilanz.

Was bleibt dem Bürger?

Am Ende steht ein Befund, der nachdenklich stimmt: Eine Energiewende, die an den eigenen Netzen scheitert, verteuert den Strom, schwächt die Industrie und gefährdet die Versorgungssicherheit – während die Politik weiter unbeirrt an Zahlen festhält, die ihre eigenen Fachleute für illusorisch erklären. In einem solchen Umfeld wachsender Unsicherheit gewinnt die Frage nach echter, krisenfester Vermögenssicherung an Bedeutung. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte bewiesen, dass sie auch dann Bestand haben, wenn politische Großprojekte ins Wanken geraten. Als solide Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio bieten sie das, was der Energiepolitik dieses Landes derzeit so schmerzlich fehlt: Substanz statt Versprechen.

Hinweis: Die in diesem Beitrag geäußerten Einschätzungen geben die Meinung unserer Redaktion wieder und stellen keine Anlageberatung dar. Wir betreiben ausdrücklich keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Jeder Anleger ist verpflichtet, sich eigenständig zu informieren und trägt die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst. Bitte ziehen Sie im Zweifel einen unabhängigen Fachberater hinzu.

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