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Epstein-Bericht kurz vor der Wahl: Schweizer Ex-Model belastet Trump

Epstein-Bericht kurz vor der Wahl: Schweizer Ex-Model belastet Trump
Symbolbild: KI-generiert

Wenige Tage vor den Kongresswahlen in den USA gerät Präsident Donald Trump wegen seiner früheren Nähe zu Jeffrey Epstein erneut unter Druck. Die Schweizerin Beatrice Keul, früher Model, wirft ihm in einem Bericht der Demokraten im Justizausschuss des Repräsentantenhauses vor, sie im November 1993 vergewaltigt zu haben. Das Weiße Haus nennt die Anschuldigungen unwahr.

Es geht um Ereignisse, die mehr als 30 Jahre zurückliegen. Wann der Bericht veröffentlicht wurde, dürfte allerdings kaum Zufall sein.

Was die Schweizerin aussagt

Nach Darstellung des Berichts soll sich der Vorfall während des Schönheitswettbewerbs „The American Dream Pageant“ im New Yorker Plaza Hotel ereignet haben. Internationalen Medienberichten zufolge war Keul damals 24 Jahre alt. Sie gibt an, Trump habe ihr zuvor ein US-Visum und einen Studienplatz in Aussicht gestellt.

Danach soll er laut ihrer Aussage dafür gesorgt haben, dass sie schweigt. Er habe sie sogar in der Schweiz angerufen und seine Angebote wiederholt. Gegenüber der Schweizer Zeitung „Blick“ bestätigte Keul ihre Vorwürfe.

Ganz neu ist die Geschichte nicht. Schon früher hatte die Schweizerin öffentlich erzählt, Trump habe sie geküsst und begrapscht. Von einer Vergewaltigung sprach sie damals nur andeutungsweise. Der „New York Times“ sagte sie später, der Grund seien anonyme Drohungen gewesen. Außerdem habe sie Trumps zahlreiche Klagen und hohe Schadensersatzforderungen gegen Medien gefürchtet. Inzwischen sehe sie das anders, weil der Ausschuss bereit sei, „ein für alle Mal Transparenz zu schaffen“.

Elf Frauen, ein Sonderermittler und ein klares Dementi

Der Bericht wurde am 26. Oktober von den Demokraten im Justizausschuss unter dem ranghöchsten Demokraten Jamie Raskin vorgelegt. Er stützt sich auf Aussagen von insgesamt elf Frauen. Fünf von ihnen werfen Trump Vergewaltigung oder sexuelle Übergriffe im Umfeld Epsteins vor. Die Verfasser fordern einen unabhängigen Sonderermittler. Außerdem werfen sie dem Justizministerium vor, Aufklärung zu verhindern.

Das Weiße Haus weist das entschieden zurück. Eine Sprecherin erklärte, keine der Anschuldigungen sei wahr. Was Epstein betreffe, sei Trump „vollständig entlastet“. Wichtig ist auch: Es handelt sich um Vorwürfe, nicht um gerichtliche Feststellungen. Im Zusammenhang mit Keuls Aussagen ist Trump nicht angeklagt. Bis zu einem Urteil gilt die Unschuldsvermutung, auch für einen US-Präsidenten.

Wahlkampf mit dem Aktenordner?

Die Zwischenwahlen sind in gut einer Woche. Trump steht zwar nicht selbst auf dem Stimmzettel. Midterms gelten aber traditionell als Abstimmung über die Politik des amtierenden Präsidenten. Kritiker werden deshalb fragen, ob es den Demokraten wirklich nur um Aufklärung geht oder auch um Stimmen.

Schließlich stammt der Bericht nicht von einem überparteilichen Gremium. Er kommt allein von der Minderheitsfraktion des Ausschusses. Wer politische Gegner kurz vor einer Wahl mit derart schweren Vorwürfen konfrontiert, muss mit dem Verdacht leben, auf Wirkung zu zielen statt auf Wahrheitsfindung.

Ein Schatten, der nicht verschwindet

Umgekehrt gilt aber auch: Trump und Epstein wurden in den 1990er-Jahren immer wieder zusammen fotografiert. Der Fall Epstein beschäftigt die amerikanische Öffentlichkeit seit Jahren. Der verurteilte Sexualstraftäter starb 2019 in Haft. Damals war unklar, wer aus der Welt der Reichen und Mächtigen noch in seine Machenschaften verwickelt war, und das ist bis heute so.

Mit Dementis allein werden diese Fragen nicht verschwinden. Ebenso wenig lassen sie sich durch einen Parteibericht im Wahlkampf beantworten. Aufklären kann den Fall nur ein sauberes, rechtsstaatliches Verfahren. Ob es dazu kommt, ist offen. Klar ist dagegen, dass die Akte Epstein Washington auch nach dem Wahltag weiter beschäftigen dürfte.

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