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Kettner Edelmetalle
17.02.2026
06:42 Uhr

Europas Gasspeicher im Krisenmodus: Droht der nächste Energie-Schock?

Während Brüssel beschwichtigt und die üblichen Durchhalteparolen ausgibt, zeichnet sich am europäischen Gasmarkt ein Bild ab, das an die dunkelsten Tage der Energiekrise 2021/22 erinnert. Die Gasspeicher in Deutschland sind auf besorgniserregend niedrige Füllstände gesunken, die Preise schwanken heftig – und die Abhängigkeit von amerikanischem Flüssiggas wächst in einem Tempo, das selbst hartgesottene Energieexperten nervös macht.

„Mit fast leerem Tank auf der Autobahn"

Der Brüsseler Energieexperte Georg Zachmann vom Thinktank Bruegel findet ein Bild, das die Lage treffend beschreibt: Man fahre „mit fast leerem Tank auf der Autobahn und suche nach einer Ausfahrt". Die deutschen Gasspeicher wiesen zuletzt noch rund 60 Terawattstunden auf – genug für etwa zwei kühle Monate, wie Zachmann einräumt. Doch was geschieht, wenn der Winter sich in die Länge zieht? Was, wenn ein unvorhergesehener Kälteeinbruch die Reserven schneller aufzehrt als kalkuliert?

Die EU-Kommission will von einer Versorgungskrise freilich nichts wissen. Von einer „europaweiten Gasmangellage" könne keine Rede sein, heißt es aus Brüssel in gewohnt beruhigendem Tonfall. Gleichzeitig gesteht man ein, dass die Speicherstände unter dem Fünf-Jahres-Durchschnitt liegen. Ein Widerspruch, der bezeichnend ist für die Art und Weise, wie in Brüssel Krisenkommunikation betrieben wird: Man leugnet das Problem, während man es im selben Atemzug bestätigt.

Politisches Versagen bei der Speicherpolitik

Besonders pikant: Die niedrigen Füllstände in Deutschland sind kein Naturereignis, sondern das Ergebnis politischer Versäumnisse. Andere EU-Länder wie Österreich oder Frankreich hätten deutlich stärkere Anreize für die Gasspeicherung geschaffen, so Zachmann. Deutschland hingegen habe es versäumt, entsprechende Vorgaben zu machen. Eine bessere Koordinierung sei dringend erforderlich.

Eine neue Studie des Bruegel-Instituts legt den Finger in die Wunde: Die Energiepolitik in Europa leide nicht nur an mangelnder Abstimmung, sondern auch an einem erschreckenden Mangel an Transparenz. Die Politik müsse sich auf „undurchsichtige, fragmentierte und oft private Quellen" verlassen, um die Versorgungslage überhaupt einschätzen zu können. Man fragt sich unwillkürlich: Wie kann es sein, dass die größte Wirtschaftsunion der Welt im Jahr 2026 nicht einmal über verlässliche Daten zu ihrer eigenen Energieversorgung verfügt?

Von der russischen in die amerikanische Abhängigkeit

Doch das eigentliche Kernproblem liegt tiefer. Die EU hat sich in eine strategische Sackgasse manövriert, die ihresgleichen sucht. Einerseits haben die Mitgliedstaaten beschlossen, bis Ende 2027 vollständig aus russischem Gas auszusteigen – bis Ende 2026 sollen bereits die LNG-Importe enden, bis September 2027 sämtliche Gaslieferungen. Andererseits hat Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gegenüber US-Präsident Donald Trump zugesagt, dass die EU innerhalb von drei Jahren Energie im Wert von bis zu 750 Milliarden Dollar in den Vereinigten Staaten einkaufen werde. Der Löwenanteil davon: amerikanisches Flüssiggas.

Selbst EU-Energiekommissar Dan Jörgensen konnte die Brisanz dieser Entwicklung nicht mehr schönreden. Man riskiere, „die eine Abhängigkeit durch eine andere zu ersetzen", warnte er. Der Streit mit Trump um Grönland sei „ein Weckruf" gewesen. Seitdem wachse in Brüssel die Sorge, dass der amerikanische Präsident die Gaslieferungen als politisches Druckmittel einsetzen könnte. Eine berechtigte Sorge, wenn man bedenkt, dass Trump bereits massive Zollerhöhungen von 20 Prozent auf EU-Importe verhängt hat und keinerlei Skrupel zeigt, wirtschaftliche Hebel für geopolitische Zwecke einzusetzen.

Die Industrie schreit auf – und niemand hört hin

Während die Politik taktiert und beschwichtigt, schlägt die europäische Industrie Alarm. Gas sei in Europa mehr als viermal so teuer wie in den USA, wurde bei einem Industriegipfel in Antwerpen beklagt. Ein Riesenproblem für die Wettbewerbsfähigkeit – und ein weiterer Sargnagel für den ohnehin angeschlagenen Industriestandort Deutschland. Denn wer soll noch in Europa produzieren, wenn die Energiekosten jede Kalkulation sprengen?

Beim anschließenden Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs im belgischen Alden Biesen blieben Antworten aus. Ein österreichischer Appell, sich der hohen Gaspreise anzunehmen, verhallte ungehört. Typisch für eine EU, die sich in endlosen Gipfeltreffen ergeht, während die realen Probleme ungelöst bleiben.

Strategische Gasspeicher – eine teure, aber notwendige Option

Eine mögliche Lösung wäre der Aufbau strategischer Gasreserven, ähnlich den strategischen Ölreserven, die viele Länder bereits unterhalten. Zachmann hält dies für einen gangbaren Weg, um „politischen Spielchen" vorzubeugen. Doch die Kosten seien „signifikant" – und bislang scheine niemand bereit, diese zu tragen. In einer Zeit, in der die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz bereits ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur auf den Weg gebracht hat und die Staatsverschuldung neue Höhen erklimmt, dürfte die Finanzierung strategischer Gasspeicher kaum Priorität genießen.

Die Ironie der Geschichte ist kaum zu übersehen: Deutschland hat seine einst zuverlässige und günstige Energieversorgung durch russisches Pipelinegas mutwillig zerstört – aus politischen Gründen, die man für moralisch geboten hielt. Nun steht man mit leeren Speichern da, zahlt Höchstpreise für amerikanisches Flüssiggas und hat sich in eine neue Abhängigkeit begeben, die mindestens ebenso gefährlich ist wie die alte. Dass die Pipeline Nord Stream nach Expertenmeinung sogar noch reparierbar wäre, macht die Sache nur noch bitterer.

Für den deutschen Bürger und Steuerzahler bedeutet all dies vor allem eines: weiter steigende Energiekosten, eine schwindende industrielle Basis und eine Politik, die offenkundig nicht in der Lage ist, aus ihren eigenen Fehlern zu lernen. Die Gaskrise mag noch nicht akut sein – aber der Tank wird leerer, und die nächste Tankstelle ist weiter entfernt, als uns die Verantwortlichen glauben machen wollen.

In Zeiten derartiger wirtschaftlicher Unsicherheit und einer Energiepolitik, die mehr Fragen aufwirft als sie beantwortet, suchen viele Anleger nach Möglichkeiten, ihr Vermögen gegen die Unwägbarkeiten der Zukunft abzusichern. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Wertspeicher bewährt – gerade in Krisenzeiten, wenn Papierwerte und politische Versprechen an Substanz verlieren. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können sie einen wichtigen Beitrag zur Vermögenssicherung leisten.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener, sorgfältiger Recherche getroffen werden. Für individuelle Anlageentscheidungen ist jeder Leser selbst verantwortlich. Wir übernehmen keine Haftung für etwaige Verluste oder Schäden, die aus der Nutzung der in diesem Artikel enthaltenen Informationen entstehen.

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