
EZB will Euro zur Weltwährung aufpumpen – doch der Dollar lacht nur müde
Die Europäische Zentralbank wagt einen neuen Vorstoß, der auf den ersten Blick ambitioniert klingt, bei näherer Betrachtung jedoch eher an den Versuch erinnert, mit einem Ruderboot gegen einen Flugzeugträger anzutreten. EZB-Präsidentin Christine Lagarde möchte Notenbanken weltweit den Zugang zu Euro-Krediten erleichtern und damit die europäische Gemeinschaftswährung als internationale Reserve stärken. Ein löbliches Unterfangen – wenn da nicht die unbequeme Realität wäre.
Ein Burger-Laden gegen ein Sterne-Restaurant
Der Chefvolkswirt der ING Deutschland, Carsten Brzeski, findet für das Vorhaben ein Bild, das an Deutlichkeit kaum zu überbieten ist. Die EZB eröffne gewissermaßen einen „Euro-Burger-Laden" neben einem „Ein-Sterne-Restaurant" am Berliner Kurfürstendamm. Im Sterne-Restaurant werde mit US-Dollar gezahlt. Die Gäste würden erst dann zum Burger wechseln, wenn der Koch im Nobelrestaurant beginne, seine Gäste zu bedrohen – oder das Essen schlicht nicht mehr schmecke.
Und genau hier liegt der Kern des Problems. Denn so sehr die geopolitischen Verwerfungen unter US-Präsident Donald Trump, dessen aggressive Zollpolitik mit 20 Prozent auf EU-Importe und 34 Prozent auf chinesische Waren den Welthandel erschüttert, auch am Vertrauen in den Dollar nagen mögen – die fundamentalen Vorteile der amerikanischen Währung bleiben bestehen. Die USA verfügen über einen einheitlichen Rechtsraum, einen gigantischen Binnenmarkt und Tech-Giganten, die weltweit ihresgleichen suchen. Europa hingegen leistet sich den Luxus von 27 verschiedenen Konkursrechten, 27 Rentensystemen und 27 Steuer- sowie Arbeitsmarktgesetzen. Wer soll da als internationaler Investor den Durchblick behalten?
Die strukturellen Schwächen Europas
Es ist bezeichnend für den Zustand der Europäischen Union, dass man glaubt, mit geldpolitischen Instrumenten kompensieren zu können, was an strukturellen Reformen seit Jahrzehnten versäumt wird. Die EZB überarbeitet ihre sogenannten Repo-Linien – Liquiditätshilfen, die bislang vorwiegend europäischen Volkswirtschaften wie Ungarn, Albanien, Nordmazedonien oder Rumänien vorbehalten waren. Künftig sollen diese Kreditlinien für Notenbanken rund um den Globus attraktiver gestaltet werden. Wer einen Euro-Kredit aufnehmen möchte, muss Sicherheiten in Form von Euro-denominierten Staatsanleihen oder Unternehmensanleihen hinterlegen. Das soll die Nachfrage nach europäischen Vermögenswerten steigern und im Idealfall die Anleiherenditen senken.
Niedrigere Renditen bedeuten günstigere Finanzierungskosten für Staaten und Unternehmen im Euroraum. Klingt verlockend. Doch man darf sich fragen, ob günstigere Kredite wirklich das sind, was Europa gerade braucht. Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz plant bereits ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen für Infrastruktur – finanziert auf Pump, versteht sich. Die Inflation dürfte dadurch weiter angeheizt werden, und Generationen von Steuerzahlern werden die Zeche begleichen müssen. Noch billigeres Geld könnte diesen fatalen Kreislauf nur weiter beschleunigen.
Lagarde träumt von europäischer Souveränität
EZB-Präsidentin Lagarde argumentierte bereits im Mai 2025, dass ein stärkerer Euro im internationalen Warenhandel europäische Unternehmen vor Wechselkursrisiken schützen und Europa insgesamt widerstandsfähiger gegen Sanktionen und andere Druckmittel machen würde. Ein nachvollziehbarer Gedanke – zumal in einer Welt, in der die BRICS-Staaten unter russischer Federführung an alternativen Zahlungssystemen wie BRICS Pay arbeiten und die globale Finanzarchitektur zunehmend in Bewegung gerät.
Doch Brzeski mahnt zu Realismus. Der Dollar habe auch in der Vergangenheit Schwächephasen durchlebt, ohne dass seine Stellung als Leitwährung ernsthaft erschüttert worden wäre. Damit der Euro tatsächlich zu einer ernstzunehmenden Alternative werde, müssten die Europäer „ernsthaft Reformen umsetzen, die spürbare Veränderungen bringen". Von einer echten Arbeitsmobilität innerhalb Europas könne nach wie vor keine Rede sein.
Gold bleibt der wahre sichere Hafen
Während Notenbanken und Politiker über die Zukunft der Leitwährungen debattieren, dürfte der aufmerksame Beobachter eine entscheidende Lektion aus der Geschichte nicht vergessen: Papierwährungen kommen und gehen – physische Edelmetalle überdauern. Ob Dollar, Euro oder eine künftige BRICS-Währung – sie alle unterliegen den Launen der Politik und der Gelddruckmaschinen. Gold und Silber hingegen haben über Jahrtausende ihren Wert bewahrt und dienen gerade in Zeiten geopolitischer Unsicherheit als verlässlicher Anker im Vermögensportfolio. Wer sein Erspartes langfristig schützen möchte, tut gut daran, physische Edelmetalle als Beimischung in ein breit gestreutes Anlageportfolio aufzunehmen.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für Verluste, die aus der Umsetzung der hier dargestellten Informationen entstehen, übernehmen wir keinerlei Haftung.
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