
Fall Fernandes-Ulmen: Wenn die Deepfake-Erzählung in sich zusammenfällt
Was als vermeintlicher Skandal um KI-generierte Pornografie durch die deutsche Medienlandschaft peitschte, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als deutlich weniger eindeutig, als es die orchestrierte Empörungswelle vermuten ließ. Collien Fernandes hat nun selbst klargestellt, dass ihr Ex-Ehemann Christian Ulmen offenbar keine sexualisierten Deepfakes erstellt und verbreitet haben soll. Eine Korrektur, die in der aufgeheizten Debatte fast unterzugehen droht.
Die Vorwürfe – und was davon übrig bleibt
Die Schauspielerin und Moderatorin wirft Ulmen vor, über Jahre hinweg in ihrem Namen Fake-Profile betrieben und darüber pornografisches Material verbreitet zu haben, das vorgeblich sie zeigen soll. Soweit die Anschuldigungen. Doch der entscheidende Punkt, der in der medialen Hysterie konsequent unterschlagen wurde: Bei dem fraglichen Material handelt es sich laut Fernandes selbst nicht um Deepfakes. Es seien vielmehr Videos von Frauen gewesen, die ihr ähnlich sehen – frei zugänglich auf Pornoseiten im Internet.
Fernandes trennte gegenüber dem Portal Nius die Sachverhalte ausdrücklich voneinander. Einerseits gebe es Menschen, die sogenannte Deepnudes von ihr online gestellt hätten. Andererseits existierten die pornografischen Videos, die der mutmaßliche Täter unter ihrer Identität verschickt haben soll. Das seien, so Fernandes wörtlich, „verschiedene Punkte".
Tagesschau und WDR: Falsche Darstellung trotz klarer Quellenlage
Besonders pikant ist die Rolle der öffentlich-rechtlichen Medien in diesem Fall. Die Tagesschau behauptete am 21. März, Ulmen habe mutmaßlich „jahrelang im Internet Fake-Profile seiner Frau erstellt und Deepfake-Pornos verbreitet". Der WDR schrieb am selben Tag, Fernandes werfe ihrem Ex-Mann vor, „unter anderem für Deepfakes von ihr und deren Verbreitung verantwortlich zu sein". Beides lässt sich aus der ursprünglichen Spiegel-Recherche so nicht ableiten. Dort war lediglich von Frauen die Rede, die Fernandes „täuschend ähnlich sehen".
Man fragt sich unweigerlich: Haben die Redakteure der gebührenfinanzierten Sender die Originalquelle überhaupt gelesen? Oder war die Versuchung schlicht zu groß, eine Geschichte zu erzählen, die perfekt ins gewünschte Narrativ passt? Denn – und hier wird es wirklich brisant – die irreführende Berichterstattung wurde von verschiedenen politischen Akteuren sofort als Argument für eine stärkere Regulierung von Deepfakes und KI-generierten Inhalten instrumentalisiert.
Eingestellte Ermittlungen werfen weitere Fragen auf
Was die Geschichte noch fragwürdiger macht: Die Staatsanwaltschaft Itzehoe hatte bereits im vergangenen Jahr ein Ermittlungsverfahren wegen der Vorwürfe eingestellt. Der Grund? Fernandes habe die geforderten Beweisunterlagen nicht eingereicht. Man muss kein Jurist sein, um zu erkennen, dass dies erhebliche Zweifel an der Substanz der Anschuldigungen aufwirft. Wer schwere Vorwürfe erhebt, aber der Staatsanwaltschaft die nötigen Beweise vorenthält, darf sich nicht wundern, wenn kritische Beobachter skeptisch werden.
Die eigentliche Agenda hinter dem Skandal
Der zeitliche Ablauf der Ereignisse lässt aufhorchen. Fernandes war bereits 2023 das Gesicht einer Kampagne, die auf die Regulierung von Deepfakes abzielte. Nun, kurz nachdem die Geschichte im Spiegel platziert wurde, formierte sich eine breite Front aus Prominenten, Aktivistinnen und Politikerinnen, die unter dem Motto „In jedem Mann steckt ein Ulmen" zur feministischen Revolution aufriefen. Figuren wie Luisa Neubauer und Dunja Hayali sprangen bereitwillig auf den Zug auf.
Es drängt sich der Verdacht auf, dass hier ein privater Rosenkrieg zwischen zwei Prominenten gezielt politisch aufgeladen wird, um weitreichende Eingriffe in die digitale Meinungsfreiheit zu rechtfertigen. Die Forderung nach einer Klarnamenpflicht im Internet, nach verschärften Kontrollmechanismen und neuen Zensurgesetzen – all das steht bereits im Raum. Und das auf Basis einer Geschichte, deren zentrale Behauptung nun von der vermeintlich Betroffenen selbst relativiert wird.
Ein Muster, das sich wiederholt
Wer sich an den Fall Rammstein erinnert, erkennt ein bekanntes Schema: Mediale Vorverurteilung, gesellschaftliche Hysterie, politische Instrumentalisierung – und am Ende bleibt von den Vorwürfen wenig bis nichts übrig. Der Schaden jedoch ist angerichtet. Gesetze, die in der Hitze solcher Debatten beschlossen werden, bleiben bestehen, auch wenn der Anlass sich als weit weniger dramatisch herausstellt als zunächst kolportiert.
Deutschland hat wahrlich drängendere Probleme als den Ehestreit zweier C-Prominenter. Während die politische Klasse sich in Deepfake-Debatten verliert, steigt die reale Kriminalität auf den Straßen, werden täglich Menschen Opfer von Gewaltverbrechen, und die wirtschaftliche Lage des Landes verschlechtert sich zusehends. Doch statt sich diesen Problemen zu widmen, wird lieber ein Prominenten-Skandal zum Anlass genommen, die Freiheitsrechte der Bürger weiter einzuschränken. Es ist ein Trauerspiel – und der deutsche Bürger zahlt wie immer die Zeche.
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