
Für Ghana ja, für Deutschland nein: Aktivist sorgt für Wirbel

Ein Sprecher des Anti-AfD-Bündnisses „Widersetzen“ hat in einem Podcast erklärt, er würde grundsätzlich nicht für Deutschland kämpfen – für sein Geburtsland Ghana hingegen schon. Die Aussage stammt aus einem über dreistündigen Gespräch mit dem Polit-Influencer „Marcant“, das bereits im Juli veröffentlicht wurde und nun Berichten zufolge für heftige Debatten sorgt.
Der Grünen-Kommunalpolitiker Suraj Mailitafi, Jahrgang 2001, kam nach den vorliegenden Informationen im Alter von neun Jahren aus Ghana nach Deutschland. Seit 2021 ist er kommunalpolitisch aktiv, auf der Website der Grünen in der Samtgemeinde Bersenbrück wird er weiterhin als Ratsmitglied geführt.
Die Frage, die als Widerlegung gedacht war
Pikant ist der Zusammenhang. Der Podcaster wollte ausgerechnet ein Argument entkräften, das er nach eigener Darstellung „gerade von rechten Personen“ höre: dass Menschen mit zwei Pässen im Ernstfall nicht Deutschland wählen würden.
Statt zu widersprechen, stellte der Aktivist dem Bericht zufolge zunächst grundsätzlich infrage, für wen man in einem Krieg überhaupt kämpfe – für wessen Macht und mit welchem Nutzen. In einem „kapitalistischen System“ kämpfe man ohnehin nicht für sich selbst.
Dann wurde er konkret:
„Ich würde grundsätzlich nicht für Deutschland kämpfen oder für irgendein europäisches Land kämpfen.“
Unmittelbar darauf zog er selbst den Vergleich: Er habe sich oft gefragt, ob er für Ghana kämpfen würde – und er denke, ja.
Wehrpflicht kennt keine Gefühlslage
Der Zeitpunkt könnte kaum brisanter sein. Der Bundestag hat im Dezember 2025 das neue Wehrdienstgesetz beschlossen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums erhalten 18-Jährige seit Anfang 2026 einen Fragebogen zu Motivation und Eignung; für Männer ab Geburtsjahrgang 2008 ist eine verpflichtende Musterung vorgesehen, die den offiziellen Informationen zufolge ab Juli 2027 starten soll.
Rechtlich gilt: Die Wehrpflicht knüpft an die Staatsangehörigkeit an, nicht an persönliche Sympathien. Wer den deutschen Pass besitzt, ist im Ernstfall Deutscher – emotionale Vorbehalte ändern daran nichts.
Ein Bekenntnis, das mehr verrät als jede Studie
Aus Sicht unserer Redaktion legt dieser Auftritt einen Nerv frei, den die politische Klasse in Berlin seit Jahren betäubt: Integration bedeutet eben nicht nur Sprache, Schulabschluss und Steuernummer, sondern auch eine Loyalität, die im Zweifel trägt. Wer millionenfach Staatsbürgerschaften vergibt und gleichzeitig jeden nüchternen Hinweis auf Loyalitätsfragen reflexhaft als „rechts“ abstempelt, darf sich über solche Momente nicht wundern.
Bemerkenswert ist auch, wie sehr der Aktivist Nationalgefühl offenbar für legitim hält – solange es nicht das deutsche ist. Viele Bürger dürften genau diese Doppelmoral als Zumutung empfinden: Patriotismus wird gefeiert, wenn er sich auf ein anderes Land richtet, und bei Deutschen als anrüchig behandelt.
Vorgeschichte inklusive
Der Sprecher stand bereits zuvor in der Kritik. Nach gewalttätigen Ausschreitungen am Rande eines AfD-Parteitags in Erfurt hatte er in einem Interview Medienberichten zufolge erklärt, er wolle Gewalt gegen Reporter bestimmter Medien nicht verurteilen, und sprach von „rechten Provokateuren“ statt von Journalisten. Das Bündnis „Widersetzen“ tritt unter anderem mit Blockaden gegen AfD-Veranstaltungen auf.
Was bleibt, ist eine unbequeme Frage: Wie viel Zusammenhalt hält ein Land aus, dessen lauteste Moralwächter sich im Ernstfall anderswo verorten?

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Die Stimmen des Abends

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