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Kettner Edelmetalle
30.09.2026
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Gas-Kehrtwende: Erst dementiert, jetzt befiehlt Reiche den Einkauf!

Gas-Kehrtwende: Erst dementiert, jetzt befiehlt Reiche den Einkauf!
Symbolbild: KI-generiert

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat den bundeseigenen Gasimporteur SEFE angewiesen, mehr Erdgas in die deutschen Speicher zu pumpen. Das berichten Medien. Brisant daran: Erst am 16. September hatte ihr eigenes Ministerium genau so eine Anordnung ausgeschlossen.

Zwei Wochen, zwei Versionen. Und die Bürger fragen sich, welcher Aussage aus Berlin sie in diesem Winter eigentlich noch trauen können.

„Kann gar nicht stattfinden“ – und dann doch

Ein Ministeriumssprecher hatte Mitte September noch erklärt, eine Anordnung könne „gar nicht stattfinden“. Nun soll die Entscheidung laut den Berichten am späten Dienstagabend gefallen sein. Sie sei mit Bundeskanzler Friedrich Merz abgestimmt gewesen.

SEFE hatte schon Mitte September begonnen, zusätzliches Gas einzukaufen. Das Unternehmen betonte damals ausdrücklich, es handle nicht auf Weisung der Regierung, sondern habe eine „eigenständige kommerzielle Geschäftsentscheidung getroffen“. Auch das Ministerium versicherte, die Wintervorsorge bleibe Sache des Marktes. Diese Linie ist jetzt Geschichte.

Pikant: SEFE ist die frühere Gazprom Germania. Der Bund stellte das Unternehmen 2022 nach Beginn des Ukraine-Kriegs unter Treuhand und verstaatlichte es später komplett. Wenn es ernst wird, landet die Versorgungssicherheit also doch wieder beim Staat.

Speicher auf historischem Tiefstand

Die Zahlen sind ernüchternd. Am 29. September waren die deutschen Gasspeicher nur zu rund 58 Prozent gefüllt. Anfang September lag der Wert bei etwa 53 Prozent. Laut dem Speicherverband INES ist das der niedrigste Stand zu diesem Zeitpunkt seit Beginn der Aufzeichnungen vor 15 Jahren.

Trotzdem sah das Ministerium noch Anfang September keinen Grund, einzugreifen. In einer Unterrichtung hieß es, Füllstände zwischen 60 und 70 Prozent zum Winterbeginn dürften zusammen mit den Importen ausreichen. Klingt das nach vorausschauender Politik? Eher nach Hoffen und Abwarten.

Die 80-Prozent-Hürde

Ab dem 1. November schreibt der Staat Mindestfüllstände vor. Das bedeutet:

  • Die meisten Speicher müssen dann zu mindestens 80 Prozent gefüllt sein.
  • Für Bad Lauchstädt, Frankenthal, Hähnlein, Rehden, Stockstadt und Uelsen gilt wegen ihrer Technik und Lage eine Vorgabe von 45 Prozent.

Medienberichten zufolge soll die Bundesnetzagentur schon Mitte September eingeräumt haben, dass 80 Prozent insgesamt kaum noch zu schaffen seien.

Hormus, Preise und ein kaputter Markt

Die Ursachen reichen weit über Berlin hinaus. Wegen des Iran-Kriegs ist der Energieverkehr durch die Straße von Hormus weitgehend unterbrochen, und die europäischen Gaspreise sind kräftig gestiegen. Dazu kommt: Lange fehlte ein ausreichender Preisabstand zwischen Sommer- und Wintergas. Ohne diesen Abstand lohnt sich das Einspeichern für Händler schlicht nicht.

Die Bundesnetzagentur gibt sich gelassen. In ihrer Lagebewertung vom 29. September nennt sie die Importe stabil, und Deutschland bleibt in der Frühwarnstufe des Notfallplans Gas. Behördenchef Klaus Müller wies darauf hin, dass Mitte September mehr Gas eingelagert war, als im gesamten letzten Winterhalbjahr entnommen wurde.

Wenn aus der Gaskrise eine Stromkrise wird

Gas heizt aber nicht nur Wohnungen, es erzeugt auch Strom. Recherchen zufolge bereitet sich die Bundesnetzagentur auf einen Strommangel von „mehreren Tagen bis Wochen“ vor. Betriebe mit einem Jahresverbrauch ab acht Gigawattstunden sollen dann mit höchstens drei Tagen Vorlauf ihre Produktion drosseln müssen. Dafür müssen sie sich auf der „Sicherheitsplattform Strom“ registrieren.

Für den Industriestandort Deutschland ist das ein Alarmsignal. Kritiker sehen im Hin und Her rund um SEFE ein Muster: Die Regierung beruhigt erst und reagiert dann spät. Nach einer Energiepolitik, die Familien und Mittelstand Sicherheit gibt, sieht das nicht aus. Die Rechnung für das Zögern könnten am Ende wieder Verbraucher und Betriebe über höhere Preise bezahlen.

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