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Kettner Edelmetalle
17.02.2026
06:54 Uhr

Gasspeicher auf Rekordtief: Deutschlands Energieversorgung steht auf tönernen Füßen

Während die Bundesregierung beschwichtigt, sinken die deutschen Gasspeicher auf besorgniserregende Füllstände. Gerade einmal 24 Prozent – das ist der Wert, den die Bundesnetzagentur Mitte Februar vermeldete. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag der Füllstand zum selben Zeitpunkt noch bei 44 Prozent. Fast die Hälfte der damaligen Reserven ist also schlicht nicht mehr vorhanden. Und was tut die Politik? Sie verweist auf LNG-Importe und hofft offenbar auf milderes Wetter.

Bundeswirtschaftsministerium setzt auf den Markt – Grüne wettern dagegen

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) und ihr Haus geben sich betont gelassen. In einem Instagram-Video – ja, so kommuniziert man heute offenbar Energiepolitik – verwies das Ministerium auf die gestiegenen Flüssiggas-Importe, die eine Mangellage verhindern würden. Die Bundesnetzagentur sekundiert brav: Eine angespannte Versorgungslage sei derzeit nicht zu erwarten.

Doch nicht alle teilen diesen Optimismus. Der Grünen-Energiepolitiker Michael Kellner attackierte die Ministerin scharf. Reiche mache „ihren Job nicht", so Kellner gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Das Wirtschaftsministerium hoffe schlicht darauf, dass das Wetter besser werde. Eine bemerkenswerte Strategie für ein Land, das sich einst als Ingenieursnation verstand. In einer Sondersitzung am 17. Februar sollte die Ministerin Rede und Antwort stehen – sowohl zur aktuellen Lage als auch zur Frage, wie die Speicher im kommenden Sommer wieder aufgefüllt werden sollen.

Das strukturelle Problem: Wenn der Markt versagt

Hinter der akuten Krise verbirgt sich ein tieferliegendes, strukturelles Problem. Die Initiative Energie Speichern (INES) benennt es klar: Die staatlichen Füllstandsvorgaben, wonach bis zum 1. November mindestens 80 Prozent der Speicherkapazität gefüllt sein müssen, verzerren den Markt. Klingt paradox? Ist es auch. Denn dieser Mechanismus drückt den sogenannten Sommer-/Winter-Spread – also jene Gewinnmarge, die Gashändler durch günstigen Einkauf im Sommer und höhere Preise im Winter erzielen können. Für private Versorger sinkt damit der wirtschaftliche Anreiz, überhaupt ausreichend Gas einzukaufen.

Die Konsequenzen sind bereits spürbar. Im bayerischen Wolfersberg plant der Speicherbetreiber Bayernugs GmbH, das Geschäft am Standort aufzugeben. Die Gewinnmargen seien schlicht zu gering, erklärte Geschäftsführer Thomas Rupprich. Wenn Speicherbetreiber reihenweise das Handtuch werfen, dürfte sich die Versorgungslage kaum verbessern – im Gegenteil.

Strategische Gasreserve: Notwendigkeit oder Planwirtschaft?

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) fordert deshalb die Schaffung einer strategischen Gasreserve. Auch Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, hält eine solche Absicherung für sinnvoll, um auf „externe Schocks" reagieren zu können. Das Wirtschaftsministerium hingegen blockt ab: Die Speicherbefüllung müsse „marktlich erfolgen", staatliche Eingriffe könnten dies allenfalls ergänzen, aber nicht ersetzen.

Man reibt sich verwundert die Augen. Dieselbe Bundesregierung, die ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen für Infrastruktur auf den Weg gebracht hat und damit kommende Generationen mit Schulden belastet, scheut sich ausgerechnet bei der Energieversorgung vor staatlichem Handeln? Friedrich Merz hatte versprochen, keine neuen Schulden zu machen – dieses Versprechen ist längst gebrochen. Doch bei der Gasversorgung, einer Frage der nationalen Sicherheit, soll plötzlich der Markt alles richten?

Die unbequeme Frage der Abhängigkeit

Besonders brisant ist ein Aspekt, den die Grünen zumindest richtig ansprechen: die wachsende Abhängigkeit von amerikanischem Flüssiggas. Nachdem Deutschland sich unter der Vorgängerregierung in atemberaubendem Tempo von russischem Gas löste – was energiepolitisch nachvollziehbar, in der Umsetzung aber chaotisch war –, droht nun eine neue Abhängigkeit. Diesmal von den USA unter Präsident Donald Trump, der bekanntlich nicht davor zurückschreckt, wirtschaftlichen Druck als politisches Druckmittel einzusetzen. Seine 20-Prozent-Zölle auf EU-Importe sprechen eine deutliche Sprache.

Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren energiepolitisch in eine Sackgasse manövriert. Der überhastete Atomausstieg, die ideologiegetriebene Energiewende und nun die strukturellen Probleme bei der Gasbefüllung – all das sind Symptome einer Politik, die Wunschdenken über Realismus gestellt hat. Dass ausgerechnet jene Grünen, die maßgeblich für den Atomausstieg verantwortlich zeichnen, nun die Regierung für niedrige Gasspeicher kritisieren, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.

Die deutschen Bürger, die ohnehin unter explodierenden Energiekosten ächzen, dürften sich fragen, wann die Politik endlich eine kohärente Energiestrategie vorlegt, die nicht auf Hoffnung und Instagram-Videos basiert, sondern auf nüchterner Kalkulation und vorausschauender Planung. Bis dahin bleibt der Blick auf die Gasspeicher-Füllstände ein tägliches Nervenflattern – und ein Mahnmal politischen Versagens.

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