
Gasspeicher halb leer: Süddeutschland droht ein frostiger Winter

Der Chef des deutschen Marktgebietsverantwortlichen Trading Hub Europe (THE), Torsten Frank, hält eine regionale Gasmangellage im kommenden Winter für möglich. Betroffen wären vor allem Bayern und Baden-Württemberg. Auslöser sind auffällig niedrige Füllstände in den süddeutschen Speichern Wolfersberg, Inzenham-West und Breitbrunn.
Frank äußerte sich Medienberichten zufolge in einem Energie-Newsletter des Portals „Politico“. Eine regionale Mangellage sei je nach Szenario theoretisch denkbar, so seine Einschätzung – solche Situationen habe es in bestimmten Wintern bereits gegeben.
„Da wird es tricky“ – der Satz, der aufhorchen lässt
Besonders brisant: Ob die gesetzliche Vorgabe von 70 Prozent Füllstand zum 1. November erreicht wird, will Frank nicht garantieren. Entscheidend sei nicht nur, ob Gas verfügbar ist – es müsse auch transportiert werden und vorher überhaupt im Marktgebiet bereitstehen.
„Da wird es tricky“
Ob alle Faktoren punktgenau ineinandergreifen, könne er nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, wird Frank zitiert. Es gebe zu viele Einflussfaktoren. Gleichzeitig warnte er ausdrücklich davor, niedrige Speicherstände im Süden mit einer drohenden Versorgungskrise gleichzusetzen: Über Österreich könne zusätzlich Gas nach Deutschland fließen.
Historisch leer: 50 Prozent statt 67 Prozent
Der Blick auf die Zahlen erklärt die Nervosität. Berichten zufolge waren die deutschen Speicher am 17. August 2026 zu rund 50,1 Prozent gefüllt – ein Jahr zuvor lagen sie bei 66,9 Prozent. Für einen Augustmonat ist das nach Auswertungen von Branchenbeobachtern der niedrigste Stand seit 2011.
Auch der vergangene Winter war ein Warnschuss. Anfang Februar 2026 lag der bundesweite Füllstand laut Bundesnetzagentur bei etwa 29 Prozent, in Bayern nach Angaben der Speicherbetreiber-Initiative INES sogar nur bei knapp 20 Prozent. Der Speicher Wolfersberg soll damals auf 4,4 Prozent abgesunken sein.
Und dann sollen auch noch Speicher verschwinden
Während die Politik über Notfallpläne nachdenkt, laufen Stilllegungsverfahren: Für Wolfersberg wurde Medienberichten zufolge ein Aus zum 1. April 2027 beantragt, für Breitbrunn zum 31. März 2027. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger kündigte bereits an, für Breitbrunn zu kämpfen – der Speicher umfasse rund ein Drittel des bayerischen Speichervolumens.
Man muss kein Energieökonom sein, um die Schieflage zu erkennen: Ein Industrieland verabschiedet sich von Kernkraft und heimischer Grundlast, macht sich abhängig von Importen über Flüssiggas-Terminals und Nachbarstaaten – und diskutiert dann die Schließung eigener Puffer.
Berlin wartet ab – und hofft auf mildes Wetter
Ob THE erneut im staatlichen Auftrag Gas einkauft, wie im Krisenjahr 2022, ist offen. Frank erklärte, er könne das weder ausschließen noch bestätigen; die Entscheidung hänge von der Abstimmung mit Bundeswirtschaftsministerium und Bundesnetzagentur ab. Nach seiner Einschätzung sehe das Ministerium derzeit keinen zwingenden Anlass zum Eingreifen.
Aus Sicht unserer Redaktion ist das eine gewagte Wette auf das Wetter. Denn die Rechnung für Fehleinschätzungen zahlen am Ende Mittelstand, Handwerk und Familien – über Gaspreise, die bei einem Kälteeinbruch nach oben schießen können.
Wer sein Vermögen gegen Energiepreisschocks und Inflationsschübe absichern will, setzt seit Generationen auch auf physische Edelmetalle wie Gold und Silber – als krisenfeste Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigene Recherchen anstellen.

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