
Geldwäsche-Beben: Bank of America muss 1,2 Milliarden Dollar zahlen!

Paukenschlag an der Wall Street: Das US-Finanzministerium hat am Dienstag Strafen von mehr als 1,2 Milliarden Dollar gegen die Bank of America verhängt. Die Behörden werfen dem zweitgrößten Geldhaus der Vereinigten Staaten vor, jahrelang verdächtige Transaktionen von über fünf Milliarden Dollar nicht rechtzeitig gemeldet zu haben. Die Bank hat dabei vorsätzliche Verstöße eingeräumt.
Drogengeld, Betrug und chinesische Netzwerke
Laut Finanzministerium betrifft mehr als eine Milliarde Dollar der nicht gemeldeten Geldflüsse die nationale Sicherheit oder andere besonders heikle Bereiche. Genannt werden chinesische Geldwäsche-Netzwerke sowie Aktivitäten im Zusammenhang mit der Südwestgrenze der USA, also der Grenze zu Mexiko.
Dazu kommen Warnsignale, die auf Erlöse aus dem Drogenhandel, auf Betrug und auf Geldwäsche über Handelsgeschäfte hindeuteten. Nach Darstellung der Behörden habe die Bank darauf nicht rechtzeitig reagiert. Für eine Bank, die nach eigenen Worten auf „verantwortungsvolles Wachstum“ setzt, ist das ein verheerendes Zeugnis.
Im Rahmen der Einigung räumte das Institut laut Finanzministerium ein, gegen den Bank Secrecy Act verstoßen zu haben. Dieses US-Gesetz aus dem Jahr 1970 verpflichtet Banken unter anderem, verdächtige Vorgänge den Behörden zu melden. Die Bank habe kein ordnungsgemäßes Programm gegen Geldwäsche unterhalten, ausländische Korrespondenzkonten nicht ausreichend geprüft und vorgeschriebene Verdachtsmeldungen nicht abgegeben.
Umsatz vor Kontrolle?
Die Vorwürfe aus Washington sind deutlich. Die Bank habe nach Darstellung des Ministeriums „ihre Einnahmen priorisiert“ und gleichzeitig möglichst wenig in die Compliance investiert. Statt verdächtige Geldflüsse selbst aufzuspüren, habe sie sich so stark auf Hinweise von Ermittlern und anderen Banken verlassen, dass sie einen Teil ihrer Kontrollpflichten praktisch ausgelagert habe.
Finanzminister Scott Bessent wählte klare Worte:
„Today's actions send a clear message that even the biggest financial institutions are not above the law.“
Übersetzt heißt das: Auch die größten Finanzinstitute stehen nicht über dem Gesetz.
Rekordstrafe der Bankenaufsicht
Ein großer Teil der Summe stammt vom Office of the Comptroller of the Currency (OCC), einer Aufsichtsbehörde im Finanzministerium. Ihre zivilrechtliche Strafe von 750 Millionen Dollar ist nach eigenen Angaben die höchste, die sie jemals verhängt hat, und wird auf den Gesamtbetrag angerechnet. Zum Vergleich: Gegen die TD Bank hatte die OCC 2024 rund 450 Millionen Dollar verhängt.
Besonders brisant ist, dass die Bank schon 2024 eine Unterlassungsanordnung unterzeichnet hatte. Darin war von einem „systemischen Versagen“ bei der Erkennung verdächtiger Vorgänge die Rede. Nach Ansicht der Aufsicht hat das Institut die Mängel trotzdem nicht ausreichend behoben. Behördenchef Jonathan Gould nannte die Reaktion der Bank „inakzeptabel“. Die Finanzermittlungsbehörde FinCEN spricht von der drittgrößten Strafe in der Geschichte des Ministeriums. Zusätzlich gibt es einen Vergleich über 11,6 Millionen Dollar wegen Sanktionsverstößen.
Schlechtes Timing für Moynihan
Die Strafe kommt einen Tag vor der Vorlage der Quartalszahlen. Die Bank verbucht im dritten Quartal eine Belastung von 1,2 Milliarden Dollar, die sich nicht von der Steuer absetzen lässt. Das drückt den Gewinn um rund 17 Cent pro Aktie. Im nachbörslichen Handel verlor die Aktie etwa zwei Prozent. Das Institut erklärt, es habe Milliarden in die Compliance investiert und sei bei der Aufarbeitung bereits „weit fortgeschritten“.
Unter Druck gerät damit auch Konzernchef Brian Moynihan, der seit 2010 an der Spitze steht. In seinen ersten Amtsjahren musste er Rechtsstreitigkeiten aus der Hypothekenkrise im Umfang von zig Milliarden Dollar beilegen. Jetzt muss die Bank auch noch externe Prüfer ins Haus lassen, die übersehene Transaktionen aufarbeiten und die Kontrollsysteme durchleuchten sollen.
Was Anleger daraus lernen
Der Fall zeigt, dass auch eine als systemrelevant eingestufte Großbank ihre Kontrollen offenbar jahrelang nicht im Griff hatte. Für Sparer ist das ein Grund, über ihre Abhängigkeit vom Bankensystem nachzudenken. Physisches Gold und Silber sind nicht von den Entscheidungen einzelner Banken abhängig. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können sie deshalb eine sinnvolle Ergänzung zur Vermögenssicherung sein.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Edelmetallen. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.
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