Kostenlose Beratung
+49 7930-2699
200.000
Kunden
Sicherer
Versand
Kettner Edelmetalle
18.02.2026
06:47 Uhr

Genfer Friedensgespräche: Selenskyj beklagt massiven Druck aus Washington

Während in der Schweizer Diplomatenstadt Genf die Zukunft der Ukraine verhandelt wird, liefern sich die Protagonisten dieses geopolitischen Dramas einen bemerkenswerten Schlagabtausch über die Medien. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat US-Präsident Donald Trump in einem ausführlichen Telefoninterview mit dem Nachrichtenportal Axios vorgeworfen, „unfairen Druck" auf Kiew auszuüben. Es sei schlicht nicht gerecht, dass Trump stets die Ukraine und nicht Russland zu Zugeständnissen auffordere.

Sechs Stunden Verhandlungen – und kaum Ergebnisse

Der erste Verhandlungstag in Genf gestaltete sich offenbar so zäh, wie man es bei einem Konflikt dieser Tragweite erwarten durfte. Sechs Stunden lang saßen russische, ukrainische und amerikanische Unterhändler in verschiedenen bilateralen und trilateralen Formaten zusammen. Das Ergebnis? Die Atmosphäre wurde als „sehr angespannt" beschrieben. Der ukrainische Chefunterhändler Rustem Umerow sprach nebulös von „praktischen Fragen und der Mechanik möglicher Lösungen" – ohne auch nur ein konkretes Detail preiszugeben. Diplomatische Nebelkerzen in Reinform.

Besonders brisant: Die politischen Gespräche sollen aufgrund der von Putin-Berater Wladimir Medinski vorgetragenen Positionen ins Stocken geraten sein. Die russische Delegation habe sich ihrerseits über Selenskyjs öffentliche Äußerungen beschwert und ihm vorgeworfen, nicht ernsthaft zu verhandeln, sondern sich vor allem um seine Beliebtheit vor möglicherweise anstehenden Wahlen in der Ukraine zu kümmern.

Trump erhöht den Druck – aber nur in eine Richtung

Was Selenskyj besonders erzürnt, ist die offenkundige Einseitigkeit der amerikanischen Druckausübung. Trump hatte in den vergangenen Tagen gleich zweimal öffentlich die Verantwortung für einen Verhandlungserfolg bei Kiew verortet. An Bord der Air Force One erklärte der US-Präsident unmissverständlich: „Die Ukraine sollte besser schnell an den Verhandlungstisch kommen. Das ist alles, was ich sage." Gegenüber Moskau? Kein vergleichbarer Appell.

Selenskyj kommentierte dies mit den Worten: „Ich hoffe, das ist nur seine Taktik und nicht seine Entscheidung." Eine bemerkenswert diplomatische Formulierung für jemanden, der sich offensichtlich von seinem wichtigsten Verbündeten im Stich gelassen fühlt. Man muss allerdings auch die Frage stellen, ob Trumps Vorgehen nicht schlicht der Realität geschuldet ist – nämlich dass es deutlich einfacher ist, auf den kleineren Partner Druck auszuüben als auf eine Atommacht wie Russland.

Der Donbass als größter Knackpunkt

Der eigentliche Sprengstoff der Verhandlungen liegt in der Frage der territorialen Zugeständnisse. Selenskyj machte unmissverständlich klar, dass ein Abkommen, welches die Ukraine zum einseitigen Rückzug aus den von ihr kontrollierten Teilen des Donbass zwinge, in einem Referendum abgelehnt würde. „Emotional werden die Menschen das niemals verzeihen", sagte er. Ein Einfrieren der aktuellen Frontlinien hingegen halte er für zustimmungsfähig.

Hier zeigt sich das fundamentale Dilemma dieses Konflikts: Jede Seite definiert „Frieden" anders. Für Moskau bedeutet er die Anerkennung der geschaffenen Fakten – und möglicherweise noch mehr. Für Kiew bedeutet er die Wahrung der territorialen Integrität. Und für Washington? Dort scheint man vor allem an einem schnellen Ergebnis interessiert zu sein, koste es, was es wolle.

Witkoff sieht „bedeutende Fortschritte"

In erstaunlichem Kontrast zu den düsteren Berichten aus dem Verhandlungssaal verkündete US-Sondergesandter Steve Witkoff auf der Plattform X, der erste Tag habe „bedeutende Fortschritte" gebracht. Er sei „stolz", unter der Führung von Präsident Trump daran zu arbeiten, „das Töten in diesem schrecklichen Konflikt zu beenden". Beide Seiten hätten sich darauf geeinigt, ihre jeweiligen Staatschefs auf den neuesten Stand zu bringen und weiter auf eine Einigung hinzuarbeiten.

Man darf sich fragen, ob Witkoff und die übrigen Beobachter tatsächlich denselben Verhandlungen beigewohnt haben. Die Diskrepanz zwischen seiner optimistischen Einschätzung und den Berichten über stockende Gespräche könnte kaum größer sein. Doch so funktioniert Diplomatie: Jede Seite erzählt die Geschichte, die ihr am besten in den Kram passt.

Europa als stiller Zuschauer – ein Armutszeugnis

Was bei alldem auffällt, ist die erschreckende Abwesenheit Europas. Während in Genf über die Zukunft eines europäischen Landes verhandelt wird, sitzen die Europäer nicht einmal mit am Tisch. Deutschland hat sich offenbar darauf beschränkt, der russischen Delegation die Anreise zu erschweren – eine Petitesse, die eher an bürokratische Schikane erinnert als an ernsthafte Außenpolitik. Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz scheint in der Ukraine-Frage genauso orientierungslos zu agieren wie ihre Vorgängerregierung.

Dieser Krieg, der nun seit über drei Jahren tobt, hat Europa verändert – und nicht zum Besseren. Die Abhängigkeit von amerikanischer Sicherheitsgarantie wird in Genf einmal mehr schmerzhaft deutlich. Wenn Trump den Druck auf Kiew erhöht und Europa nichts entgegenzusetzen hat, dann offenbart das die ganze strategische Ohnmacht des alten Kontinents. Milliarden an Hilfsgeldern wurden überwiesen, doch am Verhandlungstisch zählt am Ende nur, wer die Macht hat, Fakten zu schaffen. Und das sind derzeit Washington und Moskau – nicht Brüssel, nicht Berlin.

Ob die Gespräche in Genf tatsächlich zu einem Durchbruch führen werden, bleibt höchst ungewiss. Selenskyj selbst gab sich „deutlich pessimistischer" als die amerikanischen Vermittler. Eines steht jedoch fest: Der ukrainische Präsident wird sich nicht kampflos in ein Abkommen drängen lassen, das er als Kapitulation empfindet. „Ich bin nicht die Art Mensch, die unter Druck leicht einknickt", sagte er. Die kommenden Tage werden zeigen, ob diese Worte mehr sind als bloße Rhetorik.

Wissenswertes zum Thema

Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schützen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmäßig über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier für den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende Einwilligungserklärung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberührt.“

Willst du Teil unserer Erfolgsstory sein?

Werde jetzt Teil vom #TeamGold

Offene Stellen