
Gewerkschafts-Tirade: DGB-Chefin Fahimi entdeckt den „toxischen Virus" – natürlich in Amerika

Es ist eine bemerkenswerte Inszenierung, die sich auf dem Bundeskongress des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Berlin abgespielt hat. Yasmin Fahimi, frisch mit 96,10 Prozent im Amt der DGB-Vorsitzenden bestätigt – ein Ergebnis, das man sonst eher aus Wahllokalen jenseits des Eisernen Vorhangs kannte – nutzte die Bühne für einen rhetorischen Rundumschlag, der an Schärfe und ideologischer Schlagseite kaum zu überbieten ist.
Die Achse des Bösen kommt aus Washington und dem Silicon Valley
Laut dem vom DGB veröffentlichten Redemanuskript hat Fahimi den amerikanischen Präsidenten Donald Trump, die MAGA-Bewegung und die US-Technologiekonzerne zur eigentlichen Bedrohung Europas erklärt. Sie sprach von einer „neuen Form organisierter politischer Kriminalität im Kapitalismus" und einem „toxischen Virus aus den USA". Bemerkenswert dabei: Das Risiko, dass sich politische Kräfte in Europa davon „infizieren" ließen, sei nach Fahimis Einschätzung „ungleich höher" als jede autoritäre Gefahr, die aus China drohe.
Man lasse sich diese Aussage auf der Zunge zergehen. Ein Regime, das Uiguren in Lagern interniert, Hongkong gleichgeschaltet, Tibet okkupiert hat und Taiwan offen mit militärischer Eroberung bedroht – dieses Regime sei demnach weniger gefährlich als ein demokratisch gewählter US-Präsident, der in freien Wahlen vom amerikanischen Volk legitimiert wurde. Eine Einordnung, die mehr über die ideologische Verortung der Sprecherin verrät als über die geopolitische Realität.
„Made in Europe" – der alte Reflex des Protektionismus
Fahimi forderte überdies einen Vorrang von „Made in Europe" bei öffentlichen Aufträgen und Förderprogrammen. Wer in Europa verkaufen wolle, müsse überwiegend in Europa produzieren oder zumindest hier endfertigen. Eine Forderung, die im Klang nach industriepolitischer Vernunft daherkommt, in der Praxis jedoch nichts anderes bedeutet als das, was die Gewerkschaftsfunktionärin den Amerikanern vorwirft: handelspolitische Abschottung. Was bei Trump als „Mafia-Methode" gebrandmarkt wird, firmiert in Berlin offenbar unter dem Etikett der Standortpolitik.
Trump, Musk, Putin – und am Ende ist die AfD schuld
Konsequent reiht Fahimi in ihrer Rede Donald Trump, Elon Musk und Wladimir Putin in eine gemeinsame Riege von Autokraten und Oligarchen ein. Ein Präsident, der durch demokratische Wahlen ins Amt kam, der erfolgreichste Unternehmer unserer Zeit und ein autoritärer Kreml-Herrscher – alles in einen Topf geworfen. Anschließend, fast schon zwangsläufig, der Schwenk zur AfD: Man müsse sich nur vorstellen, Alice Weidel würde deutsche Interessen mit Trump und Putin verhandeln. Das dürfe nie passieren, so Fahimi.
Die Botschaft ist klar: Wer nicht im Gleichschritt mit der gewerkschaftlich-sozialdemokratischen Deutung der Weltlage marschiert, gehört zu den Bösen. Eine differenzierte Auseinandersetzung mit den Ursachen des amerikanischen Wahlergebnisses, mit der Frustration ganzer Bevölkerungsschichten über eine abgehobene Politik – Fehlanzeige. Stattdessen die bequeme Diagnose: Es sei ein Virus, eine Krankheit, etwas Pathologisches. Wer so spricht, will nicht überzeugen, sondern dämonisieren.
Die wahren Probleme bleiben unerwähnt
Während die DGB-Chefin sich an amerikanischen Gespenstern abarbeitet, drängt sich die Frage auf, wo eigentlich die Sorge um die deutschen Arbeitnehmer bleibt. Die deutsche Industrie schrumpft. Energieintensive Unternehmen wandern ab – nicht nach Asien, sondern in die USA, wo Strom bezahlbar bleibt. Hunderttausende Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel, die Reallöhne sind über Jahre erodiert, und die neue Große Koalition unter Friedrich Merz türmt mit dem 500-Milliarden-Sondervermögen Schuldenberge auf, die kommende Generationen abzahlen müssen.
Dazu kein Wort. Stattdessen Trump-Bashing, Big-Tech-Schelte und der obligatorische Hieb gegen die Opposition. Es ist ein klassisches Manöver: Wenn die eigene Bilanz mau ausfällt, lenkt man den Blick auf einen äußeren Feind. Das hat schon in der DDR funktioniert – zumindest eine Weile.
Was bleibt für den Anleger?
Wer diese politische Großwetterlage beobachtet, dem dürfte klar werden: In einer Zeit, in der Gewerkschaftsfunktionäre offene Märkte als „toxischen Virus" geißeln, in der die Regierung Schulden in dreistelliger Milliardenhöhe aufnimmt und in der die Inflation an der Vermögenssubstanz nagt, sind reale Werte gefragter denn je. Physisches Gold und Silber haben in den vergangenen Jahrhunderten jede ideologische Verirrung, jede Währungsreform und jede politische Umwälzung überstanden. Sie bleiben das, was sie immer waren: eine sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio zur Vermögenssicherung – unabhängig davon, ob in Berlin gerade gegen Washington, gegen Peking oder gegen die eigene Bevölkerung agitiert wird.
Hinweis: Dieser Artikel stellt ausdrücklich keine Anlageberatung dar. Die hier wiedergegebenen Einschätzungen entsprechen der Meinung unserer Redaktion auf Basis der vorliegenden Informationen. Jeder Anleger ist verpflichtet, sich eigenständig zu informieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Bei Bedarf sollte qualifizierter Rat eingeholt werden.

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