
Gold-Comeback in Mali: Produktion springt um 30 Prozent

Mali meldet ein spektakuläres Comeback: Die industrielle Goldproduktion des westafrikanischen Landes ist im ersten Halbjahr 2026 um rund 30 Prozent gestiegen. Das geht aus aktuellen Daten des Bergbauministeriums hervor, über die am 18. August berichtet wurde. Zwischen Januar und Juni kamen 23,5 Tonnen Gold aus den Minen — nach etwa 18 Tonnen im Vorjahreszeitraum.
Damit übertrifft der Sahelstaat sogar die eigene Prognose von 21,2 Tonnen. Und das in einem Jahr, in dem der Goldpreis ohnehin Rekorde jagt: An den Terminmärkten notierte die Feinunze zuletzt bei über 4.700 US-Dollar.
Vom Absturz zum Aufschwung
Der Kontrast zu den Vorjahren ist brutal. 2023 hatte Mali noch die Rekordmarke von 66,5 Tonnen erreicht. Zwei Jahre später waren es nur noch 42,2 Tonnen — ein Einbruch um mehr als ein Drittel.
Der Grund war hausgemacht. Die Militärregierung in Bamako hatte die Zügel im Bergbausektor drastisch angezogen, um höhere Staatseinnahmen aus dem eigenen Bodenschatz zu pressen. Die Reformen verunsicherten internationale Konzerne massiv — die Förderung geriet ins Stocken.
Der Barrick-Deal als Wendepunkt
Im Zentrum des Konflikts stand der kanadische Bergbauriese Barrick und dessen Loulo-Gounkoto-Komplex. Nach Medienberichten eskalierte der Streit über Jahre bis vor ein Schiedsgericht der Weltbank, ehe im November 2025 eine Einigung gelang: Barrick soll rund 430 Millionen US-Dollar an den malischen Staat zahlen und zog im Gegenzug die Klage zurück. Anfang 2026 erhielt der Konzern die operative Kontrolle zurück, die Loulo-Lizenz wurde Berichten zufolge um zehn Jahre verlängert.
Das Ergebnis lässt sich in Tonnen ablesen: Loulo förderte im ersten Halbjahr 6,9 Tonnen — mehr als im gesamten Jahr 2025, als es lediglich 5,5 Tonnen waren.
Wer in Mali gräbt
Größter Produzent bleibt die Fekola-Mine von B2Gold mit 8,85 Tonnen im ersten Halbjahr. Dahinter folgen laut Ministeriumsdaten:
- Barrick (Loulo): 6,9 Tonnen
- Allied: 3,5 Tonnen
- Resolute: 3,0 Tonnen
Die Pipeline ist gut gefüllt. Der Ministerrat genehmigte im August eine Großbergbaulizenz für B2Golds Projekt Menankoto, das ab 2028 mehr als 150.000 Unzen jährlich liefern soll. Toubani Resources' Projekt Kobada zielt auf rund 162.000 Unzen pro Jahr, erstes Gold soll 2027 fließen. Warum die Produktion so stark anzog, ließ das Ministerium offen — auf eine Anfrage habe es zunächst nicht reagiert.
Was das für Anleger bedeutet
Die Zahlen erzählen mehr als eine afrikanische Bergbaugeschichte. Sie zeigen, wie politisch der Goldmarkt geworden ist: Ressourcennationalismus, Lizenzentzüge, Schiedsverfahren — geologische Vorkommen sind das eine, der Zugriff darauf das andere.
Für Beobachter ist das ein Argument für physisches Edelmetall im eigenen Besitz. Wer Barren oder Münzen hält, ist von Regierungswechseln in Bamako, Aktienkursen oder Konzernbilanzen unabhängig. Papierversprechen auf Gold sind eben nicht dasselbe wie Gold.
Bei aktuellem Tempo dürfte Mali seine Jahresprognose von 43,2 Tonnen erreichen oder übertreffen. Ein Rückkehr zu Rekordniveaus wäre das noch nicht — aber ein klares Signal, dass sich Rechtsfrieden auch für Rohstoffstaaten auszahlt.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen ab. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.
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