
Goldmarkt im Ausnahmezustand: Zentralbanken und Anleger reißen sich um das Edelmetall

Die Zahlen, die der World Gold Council soeben veröffentlicht hat, lassen selbst hartgesottene Marktbeobachter staunen. Was sich im vergangenen Jahr am Goldmarkt abgespielt hat, gleicht einem regelrechten Ansturm auf das gelbe Edelmetall – und die Dimensionen sind schlichtweg beispiellos.
Rekordnachfrage durchbricht alle bisherigen Grenzen
Im vierten Quartal 2025 erreichte die Goldnachfrage mit 1.303 Tonnen einen historischen Höchststand. Noch nie zuvor wurde in einem Schlussquartal derart viel Gold nachgefragt. Die Gesamtnachfrage des Jahres 2025 überschritt erstmals die magische Marke von 5.000 Tonnen – ein Meilenstein, der die tektonischen Verschiebungen im globalen Finanzsystem eindrucksvoll widerspiegelt.
Der Wert dieser Nachfrage belief sich auf atemberaubende 555 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Goldpreis selbst markierte im Laufe des Jahres nicht weniger als 53 neue Allzeithochs. Wer angesichts solcher Zahlen noch immer an der Bedeutung physischer Edelmetalle als Vermögenssicherung zweifelt, dem ist wohl nicht mehr zu helfen.
Zentralbanken setzen ihren Kaufrausch fort
Die Notenbanken dieser Welt kauften im vergangenen Jahr insgesamt 863 Tonnen Gold. Zwar liegt dieser Wert unter der Marke von 1.000 Tonnen, doch er übersteigt den Jahresdurchschnitt der Jahre 2010 bis 2021 von lediglich 473 Tonnen um ein Vielfaches. Die Polnische Nationalbank erwies sich dabei zum zweiten Mal in Folge als größter Aufkäufer unter den Zentralbanken.
Was treibt die Währungshüter zu diesem Verhalten? Die Antwort liegt auf der Hand: Das Vertrauen in das auf Schulden aufgebaute Finanzsystem schwindet zusehends. Während westliche Regierungen – allen voran die neue deutsche Bundesregierung mit ihrem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen – die Schuldenberge immer weiter auftürmen, sichern sich kluge Notenbanker mit dem einzigen Geld ab, das seit Jahrtausenden seinen Wert behält.
Private Anleger folgen dem Beispiel der Institutionen
Doch nicht nur die Zentralbanken greifen beherzt zu. Die Käufe von Barren und Münzen durch private Anleger erreichten ein Zwölf-Jahres-Hoch von 420 Tonnen allein im vierten Quartal. Die weltweiten Gold-ETF-Bestände stiegen um 801 Tonnen – das zweitstärkste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen.
Besonders bemerkenswert ist auch die Entwicklung bei Tether, dem Stablecoin-Anbieter, der mittlerweile pro Woche mehr als eine Tonne Gold physisch in seinem Schweizer Bunker einlagert. Diese gigantischen Mengen werden dem Markt entzogen und treiben den Preis weiter nach oben.
Die Botschaft ist unmissverständlich
Sichere Anlagen und Diversifizierungsmotive waren laut World Gold Council die treibenden Faktoren hinter dem Investitionsinteresse. Angesichts der anhaltenden geopolitischen Spannungen – vom Ukraine-Krieg bis zur jüngsten Eskalation im Nahen Osten – erwartet der Branchenverband auch für das kommende Jahr starke Zuflüsse in Gold-ETFs und eine robuste Nachfrage nach physischem Gold.
Die Minenproduktion stieg zwar auf einen neuen Rekordwert von 3.672 Tonnen, doch das Recyclingvolumen reagierte mit einem Anstieg von nur drei Prozent erstaunlich verhalten auf den Preisanstieg von 67 Prozent in US-Dollar. Dies deutet darauf hin, dass die Besitzer von Gold ihr Edelmetall lieber behalten, als es zu verkaufen – ein weiteres Zeichen für das schwindende Vertrauen in Papierwährungen.
Wer in diesen turbulenten Zeiten sein Vermögen schützen möchte, sollte die Signale der Zentralbanken und institutionellen Anleger ernst nehmen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrtausende als verlässlicher Wertspeicher bewährt – gerade dann, wenn Regierungen die Notenpresse anwerfen und die Kaufkraft des Geldes systematisch zerstören.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist für seine Investitionsentscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen sowie gegebenenfalls professionelle Beratung in Anspruch nehmen.

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