
Goldpreis im Spannungsfeld: Iran-Eskalation und Fed-Zögern treiben Anleger in den sicheren Hafen

Während die Welt den Atem anhält, zeigt das gelbe Edelmetall einmal mehr, warum es seit Jahrtausenden als ultimativer Krisenschutz gilt. Der Goldpreis pendelt knapp unterhalb der psychologisch bedeutsamen Marke von 5.000 US-Dollar je Unze – und die Gemengelage aus geopolitischer Eskalation im Nahen Osten und einer zunehmend unberechenbaren US-Geldpolitik könnte dem Edelmetall weiteren Auftrieb verleihen.
Wilde Achterbahnfahrt seit dem Rekordhoch
Was für Zeiten für Goldanleger. Nachdem der Preis zu Monatsbeginn von seinem historischen Allzeithoch bei 5.595 US-Dollar in einem regelrechten Ausverkauf auf rund 4.400 Dollar zurückgefallen war, hat sich das Edelmetall inzwischen wieder deutlich erholt. Am Donnerstag notierte Gold bei etwa 4.990 Dollar je Unze – ein Plus von 0,3 Prozent gegenüber dem Vortag. Bereits am Mittwoch hatten Schnäppchenjäger zugegriffen und den Preis um rund zwei Prozent nach oben getrieben, nachdem Gold zuvor zwei Handelstage in Folge bis auf 4.841 Dollar abgerutscht war.
Die Volatilität, die den Markt seit Wochen prägt, ist dabei alles andere als gewöhnlich. Schwankungen von mehreren hundert Dollar innerhalb weniger Tage – das gab es in dieser Intensität selten. Doch wer die fundamentalen Treiber betrachtet, versteht schnell, warum der Markt derart nervös reagiert.
Die Fed zögert – und Trump drängt
Das am Mittwoch veröffentlichte Sitzungsprotokoll der US-Notenbank Federal Reserve sorgte für erhebliche Unruhe. Die Währungshüter zeigten sich bei ihrem Treffen Ende Januar überraschend zurückhaltend, was schnelle Zinssenkungen angeht. Eine Haltung, die in direktem Widerspruch zu den lautstarken Forderungen von Präsident Donald Trump steht, der bekanntlich seit seinem Amtsantritt im Januar 2025 unermüdlich niedrigere Kreditkosten fordert.
Hier offenbart sich ein fundamentaler Konflikt, der weit über die Goldmärkte hinausreicht. Auf der einen Seite eine Notenbank, die angesichts hartnäckiger Inflationsrisiken vorsichtig agieren möchte. Auf der anderen Seite ein Präsident, der mit seinen massiven Zollerhöhungen – 20 Prozent auf EU-Importe, 34 Prozent auf chinesische Waren – selbst erheblichen Preisdruck erzeugt und gleichzeitig billigeres Geld verlangt. Ein Widerspruch, der geradezu absurd anmutet.
Für Gold bedeutet diese Pattsituation zunächst Gegenwind: Eine restriktivere Geldpolitik erhöht die sogenannten Opportunitätskosten, da Anleger theoretisch auf zinstragende Alternativen ausweichen könnten. Doch die politische Unsicherheit, die aus diesem Machtkampf zwischen Weißem Haus und Fed erwächst, wirkt paradoxerweise als Stütze für das Edelmetall. Denn wenn eines sicher ist in diesen Zeiten, dann die Unsicherheit selbst.
Starker Dollar als Bremsklotz – vorerst
Zusätzlichen Druck auf den Goldpreis übte zuletzt der erstarkende US-Dollar aus. Robuste Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten – die Industrieproduktion stieg so kräftig wie seit fast einem Jahr nicht mehr, die Auftragseingänge für langlebige Investitionsgüter übertrafen die Erwartungen – verliehen dem Greenback Rückenwind. Der Bloomberg Dollar Spot Index legte um 0,5 Prozent zu und hielt diese Gewinne auch am Folgetag.
Ein stärkerer Dollar macht Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums teurer und wirkt daher traditionell dämpfend auf den Preis. Doch man sollte sich von dieser kurzfristigen Dynamik nicht täuschen lassen. Die strukturellen Faktoren, die den mehrjährigen Aufwärtstrend beim Gold antreiben, bleiben nach Einschätzung zahlreicher Großbanken vollständig intakt. Namhafte Institute rechnen weiterhin mit steigenden Kursen – manche Optionshändler setzen sogar auf Preise von 15.000 Dollar je Unze.
In Euro gerechnet: Eine beeindruckende Bilanz
Besonders bemerkenswert ist die Performance in Euro. Seit Jahresbeginn hat Gold in der europäischen Gemeinschaftswährung bereits fast 15 Prozent zugelegt – und das in nicht einmal zwei Monaten. Renditen, die noch vor wenigen Jahren als hervorragendes Jahresergebnis gegolten hätten, werden nun in Wochen erzielt. Für deutsche Anleger, die angesichts der geplanten 500-Milliarden-Euro-Schuldenpakete der neuen Bundesregierung unter Friedrich Merz zu Recht um die Kaufkraft ihrer Ersparnisse bangen, dürfte dies ein eindrucksvoller Beweis für die Schutzfunktion physischer Edelmetalle sein.
Iran-Konflikt: Der geopolitische Brandbeschleuniger
Als wäre die geldpolitische Gemengelage nicht schon komplex genug, schwebt über den Märkten das Damoklesschwert einer militärischen Eskalation im Nahen Osten. Die Atomgespräche zwischen Washington und Teheran verliefen bislang ohne nennenswerten Durchbruch. Nach Verhandlungen in Genf habe ein US-Vertreter angekündigt, dass der Iran innerhalb von zwei Wochen konkrete Vorschläge vorlegen wolle, um bestehende Differenzen zu überbrücken.
Doch die Zeichen stehen nicht auf Entspannung. Berichten zufolge könnte eine mögliche militärische Operation der USA gegen den Iran eine mehrwöchige Kampagne umfassen. Angesichts der bereits im Juni 2025 erlebten dramatischen Eskalation – als Israel Großangriffe auf iranische Atomanlagen startete und der Iran mit Raketen reagierte – wissen die Märkte nur zu gut, wie schnell die Lage im Nahen Osten außer Kontrolle geraten kann. Solche Szenarien treiben die Nachfrage nach sicheren Häfen wie Gold regelmäßig in die Höhe.
Ausblick: Wichtige US-Daten stehen an
Die kommenden Tage dürften weitere Impulse liefern. Am Freitag wird das US-Bruttoinlandsprodukt veröffentlicht, das für 2025 ein Wachstum von 2,7 Prozent signalisieren dürfte. Zudem steht die verzögerte Veröffentlichung des PCE-Inflationsindex für Dezember an – jener Preisindikator, den die Fed als bevorzugtes Inflationsmaß heranzieht und der maßgeblich die weitere Zinspolitik beeinflussen wird.
Auch die anderen Edelmetalle zeigten sich zuletzt unterschiedlich. Silber legte um beachtliche 1,1 Prozent auf 78,01 Dollar zu, während Platin leicht um 0,4 Prozent nachgab und Palladium nahezu unverändert notierte.
Wer in diesen turbulenten Zeiten nach einem verlässlichen Anker für sein Vermögen sucht, kommt an physischen Edelmetallen kaum vorbei. Gold hat über Jahrtausende bewiesen, dass es Kriege, Währungsreformen und politisches Versagen überdauert – eine Eigenschaft, die in einer Welt explodierender Staatsschulden und geopolitischer Pulverfässer wertvoller ist denn je.
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