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Kettner Edelmetalle
28.08.2026
07:52 Uhr
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Griff nach dem Weltrekord-Öl: Washington will Venezuelas Felder

Griff nach dem Weltrekord-Öl: Washington will Venezuelas Felder
Symbolbild: KI-generiert

Die USA stehen offenbar kurz vor einem beispiellosen Rohstoff-Coup. Medienberichten zufolge verhandelt die Trump-Administration mit der Übergangsregierung in Caracas über direkte Eigentumsanteile an mehr als einem Dutzend venezolanischer Ölfelder. Es geht um 90 Milliarden Barrel nachgewiesene Reserven – ein Volumen, das die amerikanischen Ölvorräte auf einen Schlag mehr als verdoppeln würde.

Ein Deal, für den es kaum Vergleiche gibt

Ein an den Gesprächen beteiligter Regierungsvertreter wird in dem Bericht mit den Worten zitiert, das Wort "riesig" sei für diesen Deal eine Untertreibung. Venezuela sitzt auf den größten bestätigten Erdölreserven der Welt – größer als die Saudi-Arabiens.

Die betreffenden Felder standen dem Bericht zufolge früher unter der Kontrolle venezolanischer Insider, von denen einige angeklagt worden seien, sowie unter dem Einfluss chinesischer Interessen. Im Gegenzug für die US-Beteiligung sollen private – auch amerikanische – Konzerne die Förderung modernisieren und einen Teil der Erlöse nach Venezuela zurückfließen lassen.

Warum die Eile? Hormus, Ukraine und leere Tanks

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Der Iran-Krieg und die Krise um die Straße von Hormus stören die globalen Lieferketten, gleichzeitig treffen ukrainische Angriffe russische Raffinerien und Exportterminals. Und die strategische Ölreserve der USA liegt Berichten zufolge auf dem tiefsten Stand seit 40 Jahren.

Hinzu kommt die politische Vorgeschichte: Seit der US-Militäroperation vom 3. Januar, bei der Nicolás Maduro gestürzt und festgesetzt wurde, führt mit Delcy Rodríguez ausgerechnet dessen frühere Vizepräsidentin die Übergangsregierung. Kritiker sprechen deshalb weniger von "Verhandlungen" als von Vorgaben an eine willfährige Regierung.

Milliarden fließen – nur wohin genau?

Heikel bleibt die Frage nach der Buchführung. Der US-Thinktank Council on Foreign Relations monierte im Sommer, in den ersten vier Monaten der amerikanischen Kontrolle über Venezuelas Ölexporte seien rund 100 Millionen Barrel im Wert von geschätzt acht Milliarden Dollar geflossen – bei minimaler Transparenz und Aufsicht.

Laut CFR sagte Außenminister Marco Rubio vor dem Kongress aus, 300 Millionen Dollar seien über ein Konto in Katar an Venezuela ausgezahlt worden, weitere 200 Millionen lägen noch dort. Energieminister Chris Wright habe später erklärt, die vollen 500 Millionen seien überwiesen. Eine öffentliche Abrechnung stehe bislang aus. Präsident Trump selbst bezifferte die Einnahmen aus venezolanischem Rohöl Ende Juli auf über 13 Milliarden Dollar und erklärte, man habe den Krieg "many times over" bezahlt.

Was das für Europa bedeutet

Während Washington sich Ressourcen für Generationen sichert, diskutiert Berlin über Heizungsgesetze und Klimaneutralität im Grundgesetz. Aus Sicht unserer Redaktion zeigt der Vorgang eines schonungslos: In der Weltpolitik zählen Zugriff auf Rohstoffe und Energiesicherheit – nicht moralische Absichtserklärungen. Deutschland, das seine eigene Energiebasis politisch verschmälert hat, sitzt bei diesem Spiel bestenfalls am Katzentisch.

Für Anleger ist die Lehre unbequem, aber alt: Wenn Staaten um harte Werte ringen, geraten Papierversprechen unter Druck. Physisches Gold und Silber haben in solchen Phasen historisch als Stabilitätsanker gedient – als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen, nicht als Wette auf schnelle Gewinne.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt keine Anlageberatung und keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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