
Grönland-Deal in Davos: Trump verzichtet auf Annexion – doch Europa zeigt erneut seine Schwäche
Was für ein Schauspiel in den Schweizer Alpen! Nur wenige Stunden nach seiner ausufernden Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos verkündete US-Präsident Donald Trump eine überraschende Einigung im monatelangen Streit um Grönland. Die angedrohten Strafzölle gegen Europa? Vom Tisch. Die vollmundigen Annexionsfantasien? Geschichte. Doch wer glaubt, die Europäer hätten hier einen diplomatischen Sieg errungen, der irrt gewaltig.
Die Rahmenvereinbarung: Was Trump wirklich durchsetzte
NATO-Generalsekretär Mark Rutte verhandelte im Namen der Europäer mit dem amerikanischen Präsidenten – ein bemerkenswerter Vorgang, der einmal mehr zeigt, wie sehr sich die EU hinter dem transatlantischen Bündnis verstecken muss, wenn es ernst wird. Die Details des Deals, die nun durchsickern, offenbaren das ganze Ausmaß europäischer Nachgiebigkeit.
Erstens wird das Stationierungsabkommen von 1951 neu verhandelt. Die USA erhalten die ausdrückliche Zusage, einen sogenannten „Golden Dome" auf Grönland errichten zu dürfen – eine gigantische Raketenabwehranlage, die amerikanische Sicherheitsinteressen in der Arktis zementiert. Zweitens sichern die Europäer Washington ein Vetorecht bei Investitionen auf der Insel zu. Künftig können die Vereinigten Staaten jeden Versuch von Russland oder China blockieren, grönländische Rohstoffe abzubauen oder Infrastruktur zu erwerben. Drittens verpflichten sich die europäischen NATO-Partner zu einem verstärkten militärischen Engagement in der Arktis.
Trumps bewährte Verhandlungstaktik
Man muss dem amerikanischen Präsidenten eines lassen: Seine Strategie funktioniert. Er poltert, droht mit dem Schlimmsten, bringt alle in Aufruhr – und kassiert am Ende genau das, was er vermutlich von Anfang an wollte. Die europäischen Politiker fallen auf diese Taktik herein wie Anfänger. Dabei hätten sie nach über einem Jahr Trump-Regierung längst wissen müssen, wie der Mann tickt.
Trump selbst verkauft die Einigung als „Vertrag für die Ewigkeit" – ein typisch trumpscher Superlativ, der über die Tatsache hinwegtäuschen soll, dass er sein Maximalziel verfehlt hat. Grönland bleibt dänisch, die Souveränität Kopenhagens unangetastet. Doch die strategischen Zugeständnisse, die Europa gemacht hat, wiegen schwer.
Die Zwischenwahlen als heimlicher Treiber
Warum wich Trump letztlich zurück? Die Antwort liegt möglicherweise in der amerikanischen Innenpolitik. Vor den anstehenden Zwischenwahlen wäre ein wirtschaftlicher Einbruch durch einen eskalierenden Handelskrieg mit Europa Gift für die republikanischen Kandidaten. Ein von Demokraten dominierter Kongress könnte Trumps zweite Amtshälfte erheblich erschweren. Die Ankündigung eines EU-Sondergipfels und die Drohung mit schmerzhaften Gegenzöllen haben offenbar ihre Wirkung nicht verfehlt.
Europas strukturelle Schwäche bleibt das eigentliche Problem
Was dieser Deal einmal mehr schonungslos offenlegt: Europa ist ein Spielball der Großmächte geworden. Während Trump und Putin tun, was sie wollen, versteckt sich der alte Kontinent hinter Bürokratie und Beschwichtigungsrhetorik. Statt eines ideologisch motivierten Verbrennerverbots hätte man sich um die Wirtschaft kümmern sollen. Statt Klimaneutralitätsträumereien wäre eine Stärkung der Verteidigungsfähigkeit angesagt gewesen.
Die Ironie der Geschichte: Ausgerechnet Dänemark, das außenpolitisch für Grönland zuständig ist, musste sich hinter dem europäischen Kollektiv verstecken. Ein Armutszeugnis für einen Kontinent, der einst die Welt beherrschte.
Ob die Geschichte damit wirklich zu Ende ist, bleibt fraglich. Trump deutete bereits an, dass sich die Rahmenvereinbarung auch auf den Zugriff der USA auf grönländische Rohstoffvorkommen erstrecke – was europäische Quellen jedoch bestreiten.
Die Grönland-Krise mag vorerst entschärft sein. Doch sie hat einmal mehr gezeigt, wie dringend Europa eine starke, entschlossene Führung braucht, die nicht bei jeder Drohung aus Washington einknickt. Solange das nicht der Fall ist, werden wir weiterhin erleben, wie andere die Regeln diktieren – und Europa nur noch reagieren kann.
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