
Großbritannien im KI-Rausch: Rechenzentren schießen wie Pilze aus dem Boden

Während Deutschland noch über Windräder und Wärmepumpen debattiert, vollzieht sich auf der britischen Insel eine technologische Revolution von historischem Ausmaß. Die Planungsanträge für Rechenzentren in England und Wales sind im Jahr 2025 auf ein absolutes Rekordniveau gestiegen – ein Anstieg von satten 63 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Was treibt diesen beispiellosen Boom an? Die Antwort liegt in drei Buchstaben: KI.
Der Goldrausch des digitalen Zeitalters
Mehr als 60 separate Planungsanträge für den Bau neuer Rechenzentren wurden allein in England und Wales eingereicht. Diese Zahl berücksichtigt wohlgemerkt keine Erweiterungen bestehender Anlagen oder Überarbeitungen früherer Anträge – die tatsächliche Nachfrage dürfte also noch deutlich höher liegen. Die Technologiegiganten der sogenannten "Magnificent 7" treiben diese Entwicklung maßgeblich voran, denn ihre großen Sprachmodelle verschlingen immer mehr Rechenleistung.
Dame Dawn Childs, Geschäftsführerin von Pure Data Centres, beschreibt die Situation mit bemerkenswerter Offenheit:
"Wegen der gestiegenen Bewertungen für mit Strom versorgtes Land versucht jeder, ein Stück vom Kuchen abzubekommen, und das erzeugt eine Menge Schaum."Die Branche erlebt derzeit einen regelrechten Spekulationsrausch, bei dem selbst heruntergekommene Industriebrachen plötzlich als potenzielle "KI-Gigafabriken" angepriesen werden.
Kreative Standortwahl: Vom Kohlebergwerk zum Datenzentrum
Die Verzweiflung der Entwickler, geeignete Standorte zu finden, führt zu immer kreativeren Lösungen. In Watford soll ein verlassenes Mercure-Hotel zum Rechenzentrum umgebaut werden. In Hackney steht die alte Truman-Brauerei zur Umwandlung bereit. Besonders bemerkenswert: In Nottinghamshire könnte ein stillgelegtes Kohlebergwerk bald KI-Inhalte produzieren, während in Chesterfield eine ehemalige Mülldeponie ein neues Leben als Datenfabrik beginnen soll.
Diese unkonventionellen Standorte werden durch technologische Fortschritte der großen Hyperscaler ermöglicht. Die Unternehmen haben ihre geografischen Anforderungen gelockert und den Radius, in dem sie bereit sind, Tochter-Rechenzentren zu betreiben, teilweise verdoppelt.
Regionale Verteilung zeigt interessante Muster
Etwa die Hälfte aller Planungsanträge konzentriert sich auf London und den Südosten Englands – traditionell ein europäischer Hotspot für Rechenzentren. Doch auch andere Regionen holen auf: Sieben Anträge wurden in Wales eingereicht, weitere sieben in den East Midlands, jeweils vier im Nordwesten und in Yorkshire.
Die Schattenseite des Booms: Stromknappheit als Achillesferse
Doch nicht jeder genehmigte Antrag wird auch tatsächlich realisiert werden. Die größte Hürde bleibt die Stromversorgung. Googles erstes eigenes britisches Rechenzentrum, das im vergangenen Jahr eröffnet wurde, musste zahlreiche Rückschläge hinnehmen. Thames Water warnte bereits 2018, dass die bestehende Wasserinfrastruktur den Bedarf nicht decken könne. Zudem musste ein sechs Kilometer langes Kabel unterirdisch verlegt werden – einschließlich einer Bohrung unter der M25 –, um eine zweite Verbindung zum Stromnetz herzustellen.
Als Reaktion auf diese Engpässe etabliert sich zunehmend das Modell "Bring Your Own Power", bei dem Rechenzentrumsentwickler mit Energiespezialisten zusammenarbeiten, um die Stromversorgung sicherzustellen. Die britische Regierung versucht mit ihrem "AI Opportunities Action Plan" und der Schaffung von "AI Growth Zones" gegenzusteuern – mehr als 200 Bewerbungen von Kommunen sind bereits eingegangen.
Was bedeutet das für Anleger?
Der KI-Boom zeigt einmal mehr, wie schnell sich wirtschaftliche Schwerpunkte verschieben können. Während manche Investoren blind auf den Zug aufspringen, mahnen erfahrene Marktteilnehmer zur Vorsicht. Dame Dawn Childs bringt es auf den Punkt: Investoren seien entweder "vorsichtig und clever" oder "Neueinsteiger, die einfach ihren Hut in den Ring werfen, um auf den Zug aufzuspringen."
In Zeiten solcher Spekulationsblasen und wirtschaftlicher Unsicherheiten erweisen sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber traditionell als stabilisierende Komponente eines ausgewogenen Portfolios. Sie bieten einen Schutz gegen die Volatilität, die mit technologischen Hypes unweigerlich einhergeht.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst für seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor jeder Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.
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