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Halloween-Alarm: Zentralrat der Juden warnt vor Gewalt am Schabbat!

Halloween-Alarm: Zentralrat der Juden warnt vor Gewalt am Schabbat!
Symbolbild: KI-generiert

Für Juden in Deutschland könnte die Halloween-Nacht gefährlich werden. In einem vertraulichen Papier warnt der Zentralrat der Juden vor einer „erhöhten Gefährdungslage“ am 30. und 31. Oktober. Dann sollen nach französischem Vorbild bundesweit Proteste stattfinden, und der Zentralrat fürchtet, dass sie in antisemitische Gewalt umschlagen könnten.

Bekannt wurde das Schreiben, weil ein CDU-naher Influencer es auf der Plattform X veröffentlicht hat. Was darin steht, ist ein Alarmsignal, das in Berlin niemand überhören sollte.

„Purge“, „No rules“: Die Sprache der Straße

Laut dem Papier ist die Sprache, mit der für die Demonstrationen geworben wird, hochgradig gewaltbereit. Immer wieder tauchten Schlagworte wie „Purge“, „wie in Frankreich“ oder „No rules“ auf. Der Begriff „Purge“ stammt aus einer Horrorfilmreihe, in der für eine Nacht alle Gesetze aufgehoben sind. Als harmloser Kostümspaß ist das kaum zu verstehen.

Der Zentralrat trennt diese Mobilisierung ausdrücklich von gewöhnlichen, kommerziellen Halloween-Partys. Es gebe bereits Hinweise auf Verbindungen zwischen pro-palästinensischen Akteuren in Deutschland und kriminellen Gruppen in Frankreich, heißt es in dem Schreiben.

Frankreich als Brandbeschleuniger

Den Hintergrund liefern Bilder aus dem Nachbarland. Dort begannen Schüler mit Protesten gegen Missstände im Bildungswesen, die sich in den vergangenen Wochen auf immer mehr Themen ausweiteten. Medienberichten zufolge gingen zuletzt Hunderttausende auf die Straße, es kam zu Bränden, Plünderungen und schweren Krawallen. Auch Italien meldete Ausschreitungen.

In Deutschland ruft nun eine Initiative namens „Gen Z regelt“ zu Demonstrationen am 31. Oktober auf. Sie fordert unter anderem mehr Geld für Bildung, bezahlbares Leben und das Ende der Wehrpflicht. Nach eigenen Angaben lehnt sie Gewalt ausdrücklich ab. Auf ihrer Website sollen sich mehr als 10.000 Menschen in 21 Städten für eine Teilnahme angemeldet haben.

Behörden schlagen Alarm

Die Sicherheitsbehörden fürchten offenbar, dass die Proteste unterwandert werden. Der Verfassungsschutz in Nordrhein-Westfalen sieht laut Berichten auch Akteure aus dem auslandsbezogenen Extremismus bei der Mobilisierung. Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) sagte, die Proteste würden bereits aus dem linken Spektrum instrumentalisiert. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) kündigte an, Randale werde man stoppen.

Ausgerechnet am Schabbat

Besonders heikel ist der Kalender. Der 31. Oktober fällt in diesem Jahr auf einen Samstag und damit auf den Schabbat, an dem Synagogen und Gemeindezentren besonders voll sind. Der Zentralrat beruft sich auf den französischen jüdischen Sicherheitsdienst SPCJ. Der sei zwar zu dem Ergebnis gekommen, dass die Krawalle in Frankreich nicht in erster Linie jüdische Einrichtungen getroffen hätten.

Entwarnung gibt es trotzdem nicht. In dem Papier heißt es:

„Dennoch besteht durch die Kombination aus allgemeiner Gewaltbereitschaft, der Infiltration der Proteste durch pro-palästinensische Extremisten und der Anbindung an kriminelle Strukturen ein signifikantes Risiko, dass die Situation in antisemitisch motivierte Gewalt umschlägt.“

Auch die deutschen Sicherheitsbehörden stuften die Bedrohung als „ernstzunehmend“ ein, heißt es weiter.

Die Ratschläge: Wachsam sein, Menschenmengen meiden

Was der Zentralrat jüdischen Gemeinden empfiehlt, sagt viel über die Lage im Land:

  • vor jüdischen Veranstaltungen Kontakt zum Staatsschutz oder zur nächsten Polizeiwache aufnehmen
  • Sicherheitspersonal gezielt auf die Lage vorbereiten
  • im öffentlichen Raum „extrem wachsam“ sein
  • größeren Menschenmengen „weiträumig ausweichen“

Juden sollen in deutschen Städten also Menschenmengen meiden, mehr als 80 Jahre nach dem Ende der Schoah. Für viele Bürger ist das ein beschämender Befund. Kritiker werfen der Politik seit Jahren vor, Antisemitismus aus islamistischen und linksextremen Milieus zu lange kleingeredet zu haben. Die Bundesregierung unter Friedrich Merz muss sich am Halloween-Wochenende daran messen lassen, ob der Staat seine jüdischen Bürger tatsächlich schützen kann. Mit Sonntagsreden ist es dabei nicht getan.

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