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Kettner Edelmetalle
22.06.2026
06:14 Uhr

Handelskrieg ohne Ende: Peking schlägt zurück – und Washington hat den ersten Schlag geführt

Handelskrieg ohne Ende: Peking schlägt zurück – und Washington hat den ersten Schlag geführt

Es ist das altbekannte Spiel zwischen den beiden Supermächten dieser Welt, doch diesmal mit einer bemerkenswerten Note. China hat am Montag eine Reihe US-Unternehmen mit frischen Handelsbeschränkungen belegt – als Antwort auf einen Schritt Washingtons, der Pekings Geduld offenbar überstrapaziert hat. Wer in diesem Schlagabtausch nun den Überblick verliert, dem sei gesagt: Hier kämpfen zwei Giganten um die wirtschaftliche und technologische Vorherrschaft des 21. Jahrhunderts. Und Europa? Schaut wie so oft tatenlos zu.

Was genau ist passiert?

Das chinesische Handelsministerium setzte zehn amerikanische Industriezulieferer auf seine Exportkontrollliste. Darunter befinden sich pikanterweise Seltene-Erden-Förderer wie MP Materials Corp und USA Rare Earth sowie die Drohnenhersteller Teal Drones und Jaia Robotics. Künftig dürfen keine Güter mit doppeltem Verwendungszweck aus chinesischer Produktion mehr an diese Firmen geliefert werden. Auch der Elektronikhersteller Aveox Inc, Ball Aerospace & Technologies sowie der Rüstungsausstatter Oshkosh Defense landeten auf der schwarzen Liste.

Parallel dazu schloss das chinesische Finanzministerium gleich 46 US-Unternehmen – überwiegend Rüstungskonzerne – von staatlichen Beschaffungsprojekten aus. Eine deutliche Geste, die nicht zu überlesen ist.

Der erste Stein kam aus Washington

Doch wer war der Auslöser? Wie so oft begann das Feuerwerk an anderer Stelle. Das Pentagon hatte Anfang des Monats seine sogenannte 1260H-Liste aktualisiert und eine ganze Reihe chinesischer Technologieriesen hinzugefügt – mit dem Vorwurf, sie würden das chinesische Militär unterstützen. Auf der Liste finden sich nun klingende Namen wie Alibaba Group, Baidu und der Autobauer BYD.

Peking kündigte umgehend an, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die "legitimen und gesetzlichen Rechte" chinesischer Unternehmen zu schützen – und warf den USA vor, unter dem "Vorwand der nationalen Sicherheit" diskriminierende Listen zu erstellen.

Bemerkenswert ist, dass die Pentagon-Einstufung keine sofortigen Sanktionen nach sich zieht. Vielmehr verbietet sie dem US-Verteidigungsministerium ab dem 30. Juni, direkte Verträge mit den betroffenen Unternehmen abzuschließen. Restriktionen bei indirekten Beschaffungen sollen 2027 folgen. Der eigentliche Effekt dürfte jedoch sein, dass auch andere Bundesbehörden und kommerzielle Partner künftig einen großen Bogen um die gelisteten Firmen machen.

Symbolpolitik statt Eskalation?

Analysten zeigen sich eher gelassen. Pekings Gegenmaßnahmen seien weitgehend symbolischer Natur und keine substanzielle Eskalation der Beziehungen, hieß es aus Beraterkreisen. Schließlich hätten die meisten der betroffenen Unternehmen ohnehin "kaum oder gar kein nennenswertes Geschäft" im Reich der Mitte. Man könnte also sagen: Beide Seiten zeigen die Muskeln, ohne wirklich zuzuschlagen.

Die jüngsten Schritte seien vielmehr ein "Musterbeispiel" dafür, wie China künftig mit milden Eskalationen aus den USA umgehen werde, ohne die Gesamtbeziehung zu destabilisieren. Der Gipfel zwischen Trump und Xi im vergangenen Monat habe die Beziehungen auf eine positivere Grundlage gestellt.

Die wahre Lektion für Europa

Während die beiden Großmächte ihr machtpolitisches Schach spielen, offenbart sich einmal mehr die strategische Naivität des alten Kontinents. Die Episode rund um die Seltenen Erden sollte uns hellhörig machen: China kontrolliert nach wie vor weite Teile der globalen Lieferketten bei kritischen Rohstoffen. Wer sich abhängig macht, wird erpressbar. Eine Lehre, die in Berlin offenbar niemand ziehen will, während man sich lieber mit Gendersternchen und ideologischen Nebenkriegsschauplätzen beschäftigt.

Der eigentliche Kern dieser Auseinandersetzung dreht sich um Technologiekontrolle – von künstlicher Intelligenz über Unterhaltungselektronik bis hin zur Biotechnologie. Washington hat die rote Linie weit gezogen. Mehrere chinesische Firmen bestreiten die Einstufung und kündigten rechtliche Schritte an. Dass dies durchaus erfolgreich sein kann, zeigte der Smartphone-Hersteller Xiaomi, dem es im Mai 2021 gelang, seine Einstufung gerichtlich aufheben zu lassen.

Was bedeutet das für den Anleger?

In einer Welt, in der Supermächte ihre Handelsbeziehungen als geopolitische Waffe einsetzen, in der Lieferketten zu Druckmitteln werden und in der Aktienkurse mit jeder neuen Liste schwanken, gewinnt eines an Bedeutung: greifbare Werte, die keiner Regierung und keiner Sanktionsliste unterliegen. Physisches Gold und Silber kennen keine politischen Grenzen, keine Exportkontrolllisten und keine diplomatischen Verwerfungen. Wer sein Vermögen krisenfest aufstellen möchte, sollte über eine gesunde Beimischung physischer Edelmetalle in einem breit gestreuten Portfolio nachdenken – als zeitloser Anker in stürmischen Zeiten.

Hinweis: Der vorliegende Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Für etwaige Verluste übernehmen wir keine Haftung.

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