
Heino stellt sich quer: Ein Doppelpunkt bringt den Wörthersee-Dreh ins Wanken

Ein einziges Satzzeichen genügt – und am Wörthersee brennt die Luft. Schlager-Legende Heino (87) droht mit dem kompletten Ausstieg aus dem Serien-Pilotfilm, der seit dem 24. August im österreichischen Velden gedreht wird. Der Grund: Aus den „Rettungsschwimmern“ wurden plötzlich „Rettungsschwimmer:innen“.
Zugesagt hatte er für einen anderen Titel
Heino, so berichten übereinstimmend deutsche und österreichische Medien, habe seine Zusage für ein Projekt mit dem Titel „Die Rettungsschwimmer vom Wörthersee“ gegeben. Am Set sei er dann mit der gegenderten Variante konfrontiert worden – Doppelpunkt inklusive.
Für den bekennenden Gender-Gegner offenbar eine rote Linie. Gegenüber der Bild stellte der Sänger klar:
Es ist bekannt, dass ich vom Gendern nichts halte, weil es meiner Meinung nach unsere schöne deutsche Sprache verhunzt.
An Projekten mit Gender-Vorgaben nehme er grundsätzlich nicht teil – erst recht nicht, wenn sogar der Filmtitel in Gendersprache gehalten sei.
Erst Entwarnung, dann die Eskalation
Nach Intervention seines Managers Helmut Werner habe Regisseurin Stefanie Mayer den Doppelpunkt-Titel zunächst zum vorläufigen Arbeitstitel erklärt. Heino ging daraufhin für eine Seenotrettungsszene im Speedboot vor die Kamera. Der Frieden hielt nicht lange.
Als der gegenderte Titel erneut auf den offiziellen Tagesdispositionen auftauchte, zog der 87-Jährige die Notbremse. Für geplante Szenen im Schlosshotel Velden stehe er nicht mehr zur Verfügung, den angedachten Titelsong werde er verweigern – und im Ernstfall dürfe auch das bereits gedrehte Material nicht verwendet werden.
„Das hat die Produzentin hoffentlich zur Einsicht gebracht“, wird Heino zitiert. Die Regisseurin verteidigt ihren Schritt mit Verweis auf Diversität: An dem Projekt wirkten schließlich auch Frauen und queere Menschen mit. Die endgültige Namensgebung wolle sie sich noch offenhalten.
Ein Sommer-Projekt mit prominentem Aufgebot
Was da am Wörthersee entsteht, ist kein gebührenfinanziertes Großprojekt, sondern eine eigenfinanzierte Mockumentary-Comedy von rund 25 bis 30 Minuten, wie regionale Medien berichten. Gedreht wurde von 24. bis 27. August 2026, unterstützt von Sponsoren. Findet sich ein Sender, sollen 2027 zehn weitere Folgen folgen.
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Die Ironie ist kaum zu überbieten: Ausgerechnet der Mann, der vor der Kamera gerettet werden soll, rettet nun womöglich die deutsche Grammatik.
Warum das mehr ist als eine Promi-Petitesse
Man könnte den Streit als Schlager-Boulevard abtun. Doch er trifft einen Nerv. Umfragen zeigen seit Jahren mit bemerkenswerter Konstanz, dass eine deutliche Mehrheit der Deutschen Gendersprache ablehnt – während sie in Verwaltungen, Hochschulen und beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk munter weiterverbreitet wird.
Aus Sicht unserer Redaktion ist genau das der Kern des Konflikts: Nicht die Bürger fordern den Doppelpunkt, sondern eine kleine, meinungsstarke Minderheit setzt ihn durch – und wundert sich dann über Widerstand.
Dass ausgerechnet ein 87-Jähriger den Ton angibt, sagt viel über den Zustand einer Branche, in der Rückgrat seltener geworden ist als ein freier Liegestuhl am Wörthersee im August. In den Kommentarspalten jedenfalls bekommt der Sänger reichlich Zuspruch – auch von Menschen, die mit seiner Musik nie viel anfangen konnten.
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