
Hilferuf aus der Autoindustrie: Wenn der Markt versagt, soll der Staat retten

Es ist ein bemerkenswertes Schauspiel, das sich derzeit in den Chefetagen der europäischen Automobilzulieferer abspielt. Christophe Périllat, Vorstandsvorsitzender des französischen Branchenriesen Valeo, schlägt Alarm und ruft nach dem starken Arm der Politik. Sein Begehren: Schutzzölle gegen die übermächtige Konkurrenz aus China. Andernfalls, so seine düstere Prognose gegenüber der Welt am Sonntag, drohten der europäischen Autoindustrie in den kommenden fünf bis zehn Jahren dramatische Einschnitte.
Eine Branche im Sinkflug – und der Ruf nach dem Staat
Périllats Worte klingen wie das späte Eingeständnis einer ganzen Industrie, die jahrelang den Mahnungen kritischer Stimmen die kalte Schulter zeigte. „Die europäische Autoindustrie ist in der Breite intakt. Also ist es noch nicht zu spät", erklärte der Valeo-Chef. Doch genau dieser Satz offenbart die ganze Tragik der Situation. Denn was bedeutet „noch nicht zu spät" in einer Branche, die einst der unangefochtene Stolz Europas war?
Besonders Deutschland, das laut Périllat „bislang keinen Schutz nötig hatte", werde eine ganz neue Erfahrung machen müssen. Eine bemerkenswerte Aussage, die zeigt, wie tief der einstige Champion der Weltwirtschaft mittlerweile gefallen ist. Das Land der Ingenieurskunst, das Land von Daimler, BMW und Volkswagen – nun also angewiesen auf staatliche Schutzmauern, um überhaupt noch konkurrenzfähig zu bleiben?
30 Prozent Wettbewerbsnachteil – hausgemachte Misere
Périllat beziffert den Wettbewerbsnachteil Europas gegenüber China auf rund 30 Prozent. Manche Wirtschaftsinstitute sprechen sogar von 40 Prozent. Die Frage, die sich jeder mündige Bürger stellen muss: Wie konnte es so weit kommen? Die Antwort liegt nicht primär in einer überlegenen chinesischen Wirtschaftskraft, sondern in einer Mischung aus währungspolitischer Manipulation Pekings und politischem Versagen in Brüssel und Berlin.
Während China, die USA, Indien und sogar Südamerika ihre heimische Industrie schützten, habe Europa diesen Weg verweigert, so Périllat. „China macht es, die USA machen es, Indien macht es, Südamerika auch – nur Europa nicht." Ein vernichtendes Urteil über die wirtschaftspolitische Naivität des alten Kontinents.
Die Geister, die man rief
Doch der Ruf nach Schutzzöllen ist nur die halbe Wahrheit. Die deutsche und europäische Automobilindustrie hat sich ihre Misere zu einem erheblichen Teil selbst eingebrockt. Wer jahrelang dem ideologischen Diktat der grünen Klimapolitik gefolgt ist, wer die Verbrennertechnologie politisch hat ausschlachten lassen und alles auf die Karte Elektromobilität gesetzt hat, der darf sich nicht wundern, wenn ausgerechnet ein Land, das bei Batterien und Rohstoffen unangefochten an der Spitze steht, davonzieht.
Das EU-Verbrenner-Aus ab 2035, die absurde CO2-Flottenregulierung, die Strangulierung durch immer neue Brüsseler Verordnungen – all das hat ein einst stolzes Industriegerüst systematisch geschwächt. Hinzu kommen explodierende Energiekosten infolge einer ideologiegetriebenen Energiewende, eine Steuer- und Abgabenlast auf Rekordniveau und ein bürokratisches Korsett, das Innovation im Keim erstickt.
Schutzzölle als Pflaster auf einer offenen Wunde
Schutzzölle mögen kurzfristig Linderung verschaffen. Sie sind jedoch kein Heilmittel gegen die strukturellen Krankheiten der europäischen Wirtschaftspolitik. Solange Brüssel weiter an Verboten, Vorschriften und Vorgaben festhält, solange Berlin die Industrie mit immer neuen Sondervermögen, Steuern und Abgaben belastet, wird auch der höchste Zollwall nichts daran ändern, dass Europa den Anschluss an die Weltspitze verliert.
Bezeichnend ist auch Périllats Beobachtung, dass sich die öffentliche Wahrnehmung gewandelt habe. Vor anderthalb Jahren seien Forderungen nach Schutzzöllen noch als protektionistisch verurteilt worden. Heute gehörten sie zum guten Ton. Eine politische Pirouette, die zeigt, wie schnell sich die Maßstäbe verschieben können, wenn die Realität die Ideologie überholt.
Was bleibt für den deutschen Bürger?
Die Verunsicherung in der deutschen Industrie wächst, Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel, und der Wohlstand einer ganzen Generation steht zur Disposition. In Zeiten, in denen ganze Industriezweige um ihr Überleben kämpfen, in denen die Inflation durch das 500-Milliarden-Sondervermögen weiter anzuheizen droht und in denen politische Fehlentscheidungen reihenweise das Vertrauen in Papiergeld erodieren lassen, gewinnt eine alte Weisheit neue Bedeutung: Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Anker in stürmischen Zeiten bewährt. Sie sind unabhängig von politischen Launen, Zollkriegen und industriepolitischen Experimenten. Wer sein Vermögen breit aufstellen und absichern möchte, kommt an einer soliden Beimischung physischer Edelmetalle kaum vorbei.
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