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Kettner Edelmetalle
22.05.2026
21:56 Uhr

Hormuz-Blockade bröckelt: Erster Öltanker erreicht nach Kriegsbeginn endlich Japan

Hormuz-Blockade bröckelt: Erster Öltanker erreicht nach Kriegsbeginn endlich Japan

Es ist ein Lichtblick in der globalen Energiekrise – wenn auch ein bescheidener: Ein mit zwei Millionen Barrel saudischen Rohöls beladener Supertanker steuert auf Japan zu und wird Anfang kommender Woche eintreffen. Damit erreicht erstmals seit Ausbruch des Iran-Krieges am 28. Februar wieder eine Ladung Nahost-Öl die japanischen Häfen über die strategisch hochsensible Straße von Hormus. Ein Vorgang, der vor wenigen Monaten noch als banale Routine galt, ist mittlerweile zur kleinen Sensation geworden.

Der Idemitsu Maru und die Rückkehr zur Normalität – vorerst

Der Very Large Crude Carrier "Idemitsu Maru" hatte den saudischen Hafen Ras Tanura Mitte März verlassen und passierte Ende April die Meerenge von Hormus. Laut Daten von MarineTraffic wird der Gigant am 25. Mai im japanischen Nagoya erwartet, wo die Ladung in der Aichi-Raffinerie des japanischen Mineralölkonzerns Idemitsu Kosan verarbeitet werden soll. So jedenfalls geht es aus einem Briefing-Dokument des japanischen Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Industrie hervor, das von Bloomberg zitiert wurde.

Ein zweiter Tanker, die "Eneos Endeavor", hat die Meerenge ebenfalls vergangene Woche durchquert. Das Schiff war pikanterweise just am 28. Februar – dem Tag des Kriegsausbruchs – aus dem kuwaitischen Mina Al Ahmadi ausgelaufen und befindet sich derzeit in der Straße von Malakka. Ankunft in Kiire: voraussichtlich 30. Mai.

Hormus – die Achillesferse der Weltwirtschaft

Die Straße von Hormus ist mehr als nur eine geografische Engstelle. Sie ist das Nadelöhr, durch das ein erheblicher Teil des weltweit gehandelten Rohöls fließt. Seit Kriegsbeginn wird der Wasserweg faktisch doppelt blockiert: Iran kontrolliert die Durchfahrt aus eigenem Hoheitsgebiet, während die USA im Golf von Oman eine Seeblockade errichtet haben, um iranische Ölexporte zu unterbinden. Ein geopolitisches Schachspiel, das ganze Volkswirtschaften zum Spielball macht.

Wie verheerend die Lage ist, zeigt ein nüchterner Blick auf die japanischen Importzahlen: Im April brachen die Rohöl-Lieferungen aus dem Nahen Osten nach Japan um sage und schreibe 67,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat ein. Es handelt sich um den niedrigsten Wert seit Beginn der statistischen Erhebung im Jahr 1979 – ein historischer Tiefpunkt, der die Verwundbarkeit hochentwickelter Industrienationen schonungslos offenlegt.

Japans gefährliche Abhängigkeit

Tokio musste in den vergangenen Wochen tief in die strategische Reserve greifen und händeringend nach alternativen Bezugsquellen suchen. Kein Wunder: Mehr als 90 Prozent der gesamten japanischen Rohölimporte stammten zuletzt aus dem Nahen Osten und passierten die Straße von Hormus. Eine Abhängigkeit, die in Friedenszeiten als pragmatisch durchgehen mag, sich in Krisen jedoch als existenzielles Risiko erweist.

Die Parallelen zu Deutschland sind unübersehbar. Auch hierzulande hat die politische Klasse jahrelang auf einseitige Energiebeziehungen gesetzt – erst russisches Gas, jetzt teures Flüssiggas aus den USA und Katar. Wer glaubt, dass die Bundesregierung aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hätte, der irrt gewaltig. Statt nationale Energieautarkie zu fördern, setzt Berlin weiter auf ideologiegetriebene Experimente, während die Industrie unter den höchsten Strompreisen Europas ächzt.

Was die Krise für Anleger bedeutet

Der Konflikt im Nahen Osten zeigt einmal mehr: Wer sich auf die scheinbare Stabilität globaler Lieferketten und papierner Vermögenswerte verlässt, kann böse Überraschungen erleben. Wenn ein einziger Tanker, der nach Wochen endlich ankommt, schon als Meldung um die Welt geht, dann ist die Fragilität des Systems offensichtlich. In solchen Zeiten zeigt sich, warum physische Edelmetalle seit Jahrtausenden ihren Wert behaupten – sie sind nicht abhängig von Meerengen, Pipelines oder den Launen geopolitischer Akteure. Gold und Silber liegen im Tresor, unbeeindruckt von Blockaden, Sanktionen und Krieg.

Ob die zaghafte Wiederöffnung der Hormus-Route von Bestand sein wird, bleibt höchst ungewiss. Eine erneute Eskalation könnte den fragilen Korridor jederzeit wieder kappen. Die Weltwirtschaft hängt am seidenen Faden – oder besser gesagt: an einer rund 50 Kilometer breiten Meerenge im Persischen Golf.

Haftungsausschluss

Die in diesem Artikel geäußerten Einschätzungen stellen die Meinung unserer Redaktion dar und dienen ausschließlich zu Informationszwecken. Es handelt sich ausdrücklich nicht um eine Anlageberatung oder Kaufempfehlung. Jeder Leser ist angehalten, eigene Recherchen anzustellen und Investitionsentscheidungen in eigener Verantwortung zu treffen. Eine Haftung für Vermögensentscheidungen, die auf Basis dieses Beitrags getroffen werden, wird ausgeschlossen.

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