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10.01.2026
19:31 Uhr

Indonesien zieht die Reißleine: Musks KI-Chatbot Grok wegen Pornografie-Skandal gesperrt

Indonesien zieht die Reißleine: Musks KI-Chatbot Grok wegen Pornografie-Skandal gesperrt

Was passiert, wenn ein Tech-Milliardär seinen KI-Chatbot mit einem sogenannten „Spicy Mode" ausstattet, der angeblich „kein Thema" als tabu betrachtet? Indonesien hat darauf nun eine unmissverständliche Antwort gegeben: Das südostasiatische Land hat als erste Nation weltweit den KI-Chatbot Grok von Elon Musks Unternehmen xAI vollständig gesperrt.

Schutz von Frauen und Kindern als oberste Priorität

Digitalministerin Meutya Hafid ließ keinen Zweifel an der Entschlossenheit ihrer Regierung aufkommen. Der Zugang zu Grok werde vorläufig blockiert, um Frauen, Kinder und die Öffentlichkeit vor den Risiken gefälschter pornografischer Inhalte zu schützen, erklärte sie am vergangenen Samstag. Die Regierung des mehrheitlich muslimischen Landes betrachtet nicht einvernehmliche Deepfakes – also KI-generierte, täuschend echte Bilder und Videos – als schwerwiegende Verletzung der Menschenrechte und der Würde der Bürger im digitalen Raum.

Das Digitalministerium bestellte daraufhin Vertreter von Musks Onlinedienst X ein, über den Grok genutzt werden kann. Eine bemerkenswerte Maßnahme, die zeigt, dass sich souveräne Staaten nicht von der Macht amerikanischer Tech-Giganten einschüchtern lassen.

Der „Spicy Mode" als Einfallstor für Missbrauch

Ende Dezember hatte X eine Schaltfläche „Bild bearbeiten" für das generative KI-Werkzeug eingeführt. Seitdem häufen sich die Beschwerden über den doppeldeutig benannten „Spicy Mode", der laut X „rohe" und „ungefilterte" Anfragen zulassen soll. Die Konsequenzen dieser Entscheidung waren vorhersehbar: Nutzer begannen, das System für die Erstellung pornografischer Inhalte zu missbrauchen.

Musks KI-Firma xAI erklärte Anfang Januar zwar, man bemühe sich um die Behebung von Fehlern in dem Werkzeug. Doch die Reaktion auf Medienanfragen zur indonesischen Sperrung spricht Bände: Eine per E-Mail übermittelte Bitte von Reuters um Stellungnahme wurde offenbar mit einer automatisierten Antwort beantwortet, die lediglich „Legacy Media Lies" – also „Lügen der etablierten Medien" – enthielt. Eine solche Arroganz gegenüber legitimen Anfragen lässt tief blicken.

Europa und andere Länder ziehen nach

Indonesien steht mit seinen Bedenken keineswegs allein. Die EU-Kommission prüft eigenen Angaben zufolge Beschwerden über Grok wegen kinderpornografischer Bilder. Ein Sprecher betonte in Brüssel, man nehme die Beschwerden „sehr ernst" – für derartige Bilder gebe es „in Europa keinen Platz". Auch in Großbritannien und Australien wird derzeit über ein Verbot von Grok diskutiert.

Die bisherige Reaktion von xAI, die Nutzung lediglich auf zahlende Kunden zu beschränken, wurde von EU-Vertretern und Aktivisten scharf kritisiert. Diese Maßnahme räume die Bedenken hinsichtlich sexueller Deepfake-Inhalte keineswegs aus.

Ein Weckruf für die Tech-Branche

Der Fall Grok offenbart einmal mehr die Schattenseiten einer unregulierten Technologieentwicklung. Während Unternehmen wie xAI mit immer leistungsfähigeren KI-Systemen auf den Markt drängen, bleiben ethische Leitplanken oft auf der Strecke. Es ist bezeichnend, dass ausgerechnet ein Land wie Indonesien den Mut aufbringt, klare Grenzen zu setzen – während westliche Demokratien noch zögerlich debattieren.

Die Entscheidung Jakartas sollte als Weckruf verstanden werden. Technologischer Fortschritt darf niemals auf Kosten der Würde und Sicherheit von Menschen gehen – schon gar nicht von Frauen und Kindern. Dass ein Tech-Milliardär mit seinem Vermögen und Einfluss glaubt, sich über solche Grundsätze hinwegsetzen zu können, ist ein Symptom einer Branche, die dringend stärkerer Regulierung bedarf.

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