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Kettner Edelmetalle
01.06.2026
06:11 Uhr

Industrie im Sinkflug: Deutschlands chemisches Herz schlägt immer schwächer

Industrie im Sinkflug: Deutschlands chemisches Herz schlägt immer schwächer

Die Zahlen, die der Verband der Chemischen Industrie (VCI) am Freitag präsentierte, lesen sich wie ein Protokoll des schleichenden Niedergangs. Die deutsche Chemie- und Pharmaproduktion ist im ersten Quartal um 2,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal eingebrochen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum klafft sogar ein Loch von satten sechs Prozent. Wer geglaubt hatte, die Talsohle sei längst durchschritten, der wird einmal mehr eines Besseren belehrt.

Eine Branche zwischen Stillstand und Resignation

Eine nachhaltige Erholung? Fehlanzeige. Der Verband selbst macht keinen Hehl daraus, dass die Aussichten düster bleiben. Hohe Energie-, Rohstoff- und Transportkosten, befeuert durch die Eskalation im Nahen Osten und den Iran-Krieg, schnüren der einst stolzen Industrie die Luft ab. Man fragt sich unweigerlich: Wie konnte es so weit kommen, dass das industrielle Rückgrat Deutschlands derart wankt?

Die Antwort liegt nicht allein in den Konflikten dieser Welt. Sie liegt in einer jahrelangen Politik, die Energie zum Luxusgut gemacht hat. Während andere Nationen ihre Industrie hegen und pflegen, hat man hierzulande mit ideologischer Verbissenheit an der Energiewende geschraubt – mit dem Ergebnis, dass deutsche Unternehmen im internationalen Wettbewerb mit einem Klotz am Bein dastehen.

Ein Funken Hoffnung – aus paradoxer Quelle

Kurioserweise verschafft ausgerechnet die geopolitische Krise der heimischen Chemie eine kleine Atempause. Die Sperrung der Straße von Hormus zwingt die asiatische Konkurrenz zu Produktionsdrosselungen und kräftigen Preiserhöhungen. Der Importdruck bei chemischen Grundstoffen ließ zuletzt nach. So konnte die Chemieindustrie allein gegenüber dem Vorquartal immerhin um zwei Prozent zulegen – getragen von sogenannten „Vorsichtsbestellungen“ verunsicherter Kunden.

„Dieses zeitlich begrenzte Phänomen verschafft einigen Chemieunternehmen etwas Luft zum Atmen“, so der Verband.

Doch was für ein Armutszeugnis ist es, wenn eine Industrie auf die Krisen anderer angewiesen ist, um überhaupt noch atmen zu können? Eine Kapazitätsauslastung von gerade einmal 75,1 Prozent bleibt schlicht unrentabel. Und während die Politik von Klimaneutralität bis 2045 träumt, setze sich der Stellenabbau in den Werkshallen unvermindert fort.

Pharma im freien Fall – und doch ein Hoffnungsschimmer

Noch dramatischer fiel der Rückschlag in der Pharmaindustrie aus: minus 10,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal, minus 8,7 Prozent im Jahresvergleich. Der Verband führt diese heftigen Einbrüche auf Vorzieheffekte zurück, mit denen Unternehmen den drohenden US-Zöllen unter Präsident Trump zuvorkommen wollten. Der Grundtrend, so heißt es immerhin, bleibe positiv.

Was bleibt vom Industriestandort Deutschland?

Die nüchternen Zahlen offenbaren eine bittere Wahrheit: Der Standort Deutschland verliert an Substanz. Energiepreise auf Rekordniveau, eine erdrückende Bürokratie und eine Politik, die lieber über Symbolthemen debattiert, als die realen Sorgen der Industrie ernst zu nehmen – all das fordert seinen Tribut. Es braucht endlich eine Politik, die wieder für die deutsche Wirtschaft regiert und nicht gegen sie.

Für den vorausschauenden Bürger stellt sich in solchen Zeiten die Frage nach der Sicherung des eigenen Vermögens. Wenn ganze Industriezweige ins Wanken geraten und die Inflation durch immer neue Schuldenpakete weiter befeuert wird, gewinnen physische Edelmetalle wie Gold und Silber als zeitlose Wertspeicher an Bedeutung. Als sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können sie ein solides Fundament gegen wirtschaftliche Turbulenzen bilden.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor einer Investition eigenständig recherchieren oder fachkundigen Rat einholen.

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