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Kettner Edelmetalle
28.05.2026
06:04 Uhr

Inflation außer Kontrolle: Fed-Banker Kashkari schlägt Alarm – während Notenbank in neue Ära startet

Während die deutsche Bundesregierung weiterhin Milliarden-Schulden anhäuft und die Inflation als gelöstes Problem darstellt, kommen aus den USA bemerkenswert offene Worte. Neel Kashkari, Präsident der Federal Reserve Bank von Minneapolis, sprach Klartext: Die Geldentwertung bleibe das vorrangige Problem. Die Verbraucherpreise seien schlichtweg "viel zu hoch". Eine Aussage, die in deutschen Politikerkreisen offenbar niemand mehr auszusprechen wagt.

Fünf Jahre über dem Ziel – und kein Ende in Sicht

Im Gespräch mit CNBC am Rande der Bank-of-Japan-IMES-Konferenz erklärte Kashkari, dass die Inflation in den Vereinigten Staaten nunmehr seit über fünf Jahren über dem selbstgesteckten Zwei-Prozent-Ziel der Notenbank liege. Im April habe die Gesamtinflation bei 3,8 Prozent gestanden, die Kernrate (ohne Lebensmittel und Energie) bei 2,8 Prozent. Der Arbeitsmarkt befinde sich zwar in "ordentlicher Verfassung", doch das eigentliche Sorgenkind bleibe die Teuerung.

Seine Botschaft war unmissverständlich: Man konzentriere sich massiv auf die Inflation, ohne den Arbeitsmarkt aus den Augen zu verlieren. Doch die Prioritäten seien klar gesetzt. Ein Hauch von geldpolitischer Ehrlichkeit, wie man sie in Frankfurt bei der EZB schmerzlich vermisst.

Die Gefahr entankerter Erwartungen

Kashkari warnte vor einem Szenario, das Ökonomen seit Jahrzehnten als geldpolitischen Albtraum kennen: Bleibt die Inflation zu lange erhöht, könnten sich die Inflationserwartungen der Verbraucher dauerhaft nach oben verschieben. Tritt dieser Fall ein, müsse die Notenbank "noch aggressiver" reagieren. Mit anderen Worten: Die Zinsen müssten dann womöglich deutlich stärker steigen, als es die Märkte heute einpreisten.

Es sei daher besser, jetzt entschlossen zu handeln, um die Erwartungen verankert zu halten. Eine Lehre aus den 1970er-Jahren, als die damalige Fed unter Paul Volcker erst mit drakonischen Zinserhöhungen die entglittene Inflation wieder einfangen konnte – um den Preis einer schweren Rezession.

Energie, Dünger, Krieg: Die Inflationstreiber

Was treibt die Preise? Kashkari nannte mehrere globale Brandherde: Die Nachwirkungen der Corona-Pandemie, die Zollpolitik, den Krieg in der Ukraine sowie den jüngst eskalierten Konflikt zwischen Israel und dem Iran. Insbesondere Energie- und Düngemittelpreise würden derzeit massiv nach oben drücken – Inputkosten, die sich über kurz oder lang in nahezu allen Wirtschaftsbereichen niederschlagen.

Wer die deutsche Wirtschaftslage betrachtet, kennt diese Mechanik nur zu gut. Eine ideologisch getriebene Energiepolitik, der überstürzte Ausstieg aus zuverlässigen Energieträgern und eine Subventionspolitik, die die Strompreise in industriefeindliche Höhen getrieben hat, wirken hierzulande wie ein hausgemachter Inflationsmotor. Das deutsche 500-Milliarden-Sondervermögen für Infrastruktur wird diese Spirale eher beschleunigen als abbremsen – Generationen werden die Zinslasten über Steuern und Abgaben abtragen müssen.

Künstliche Intelligenz als Joker?

Auf die Frage nach den Auswirkungen der künstlichen Intelligenz auf die Geldpolitik gab sich Kashkari vorsichtig optimistisch. Sollte KI tatsächlich nachhaltig zu höherer Produktivität führen, könnten höhere Zinsen langfristig tragbar bleiben, weil die Wirtschaft entsprechend produktiver arbeite. Großunternehmen, mit denen er spreche, berichteten durchweg von praktischen Einsatzmöglichkeiten. Doch er warnte vor verfrühten Schlüssen: Die kurz- und langfristigen Auswirkungen auf die Geldpolitik seien derzeit schlicht noch nicht seriös zu beurteilen.

Neue Ära unter Kevin Warsh

Die Äußerungen Kashkaris fallen in eine bemerkenswerte Umbruchphase: Die Federal Reserve startet unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh, der Jerome Powell nachgefolgt sei, in ein neues Kapitel. Warsh ist seit Jahren ein scharfer Kritiker der bisherigen Kommunikationspraxis der Fed – insbesondere des berühmten "Dot Plot", in dem die 19 Notenbank-Entscheider anonym ihre Zinsprognosen abgeben.

Kashkari, der Warsh nach eigenen Worten "schon lange" kenne, zeigte sich gegenüber einer Reform offen. Persönlich liebe er es ohnehin nicht, den Dot Plot ausfüllen zu müssen, weil die Zukunft schlicht zu ungewiss sei. Eine erstaunlich ehrliche Aussage in einer Branche, die ihre Allwissenheit gern zur Schau stellt. Forward Guidance, also die Lenkung von Markterwartungen durch Vorgaben der Notenbank, könne ein mächtiges Instrument sein – aber eben nur, wenn die Notenbank wirklich etwas zu sagen habe. Der Rest sei oft heiße Luft, die mehr verwirre als orientiere.

Was bedeutet das für den Anleger?

Die offenen Worte aus Minneapolis sollten Anleger aufhorchen lassen. Wenn ein Notenbanker öffentlich einräumt, dass die Inflation seit über fünf Jahren das Ziel reißt und globale Krisenherde die Preise weiter befeuern, ist das ein Warnsignal. Geopolitische Spannungen im Nahen Osten, der schwelende Ukraine-Krieg, eine US-Zollpolitik mit massiven Aufschlägen auf europäische und chinesische Waren, dazu die schuldenfinanzierten Konjunkturpakete diesseits und jenseits des Atlantiks – alle Zutaten für ein anhaltend inflationäres Umfeld sind beisammen.

In einer solchen Gemengelage hat sich physisches Gold und Silber seit Jahrtausenden als verlässlicher Wertspeicher bewährt. Anders als Papierwährungen lassen sich Edelmetalle nicht per Knopfdruck vermehren, anders als Staatsanleihen unterliegen sie keinem Emittentenrisiko, und anders als Aktien oder Immobilien sind sie unabhängig von politisch gesteuerten Bewertungsmodellen. Eine kluge Beimischung physischer Edelmetalle ist daher in einem breit gestreuten Portfolio mehr denn je ein sinnvoller Baustein zur Vermögenssicherung.

Haftungsausschluss

Dieser Beitrag stellt ausdrücklich keine Anlageberatung dar. Die geäußerten Einschätzungen geben die Meinung unserer Redaktion auf Basis der vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigene Recherchen durchzuführen und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Wir empfehlen, vor Investitionsentscheidungen einen qualifizierten und unabhängigen Berater zu konsultieren.

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