
Inflations-Schock in den USA: Energiepreise fressen die Ersparnisse auf!

Die Inflation in den USA zieht wieder an, und zwar kräftig. Wie das US-Handelsministerium am Donnerstag mitteilte, stieg der PCE-Preisindex, das bevorzugte Inflationsbarometer der US-Notenbank Fed, im September um 3,6 Prozent zum Vorjahresmonat. Gleichzeitig fiel die Sparquote der Amerikaner auf den tiefsten Stand seit fast vier Jahren.
Den Ausschlag gaben die Energiepreise. Sie trieben die Lebenshaltungskosten nach oben, während die Einkommen nicht mehr mithielten.
Ölpreis-Comeback mit Ansage
Gegenüber dem Vormonat legte der Gesamtindex um 0,5 Prozent zu. Ökonomen hatten genau damit gerechnet, denn zuvor waren schon die Verbraucher- und Erzeugerpreise heiß ausgefallen. Die Jahresrate liegt damit so hoch wie zuletzt im Mai. Dabei schien im Juni noch Entspannung möglich: Damals war der Index erstmals seit der Corona-Zeit gegenüber dem Vormonat gesunken.
Davon ist nichts übrig. Wieder steigende Rohölpreise ließen die Energiekomponente des Index auf ein Rekordniveau klettern. Seit Beginn des Iran-Konflikts hat sich Energie zu einem Dauerproblem für die Weltwirtschaft entwickelt. Medienberichten zufolge liegt die Kerninflation seitdem durchgehend bei 3,0 Prozent oder höher.
Die Teuerung frisst sich fest
Die Kernrate ohne Nahrungsmittel und Energie stieg im Monatsvergleich um 0,3 Prozent und im Jahresvergleich um 3,1 Prozent, nach 3,0 Prozent im August. Das entsprach den Erwartungen. Beruhigend ist es trotzdem nicht. Die Fed peilt bekanntlich zwei Prozent an, und von diesem Ziel ist sie weiter entfernt als vor einem Jahr.
Mehr Sorgen dürften den Währungshütern die Details machen. Die sogenannte Supercore-Inflation, also Dienstleistungen ohne Wohnkosten, stieg im Jahresvergleich so stark wie seit Dezember 2024 nicht mehr. Hinzu kommt, dass die azyklischen Preise inzwischen schneller steigen als die konjunkturabhängigen. Das sind Preise, die kaum auf Wirtschaftsschwankungen reagieren. Im Klartext: Die Inflation setzt sich fest. Mit ein paar Zinsschritten wird man sie dann kaum noch los.
Ausgaben steigen, Löhne bremsen
Die Daten zu Einkommen und Konsum fielen enttäuschend aus. Die persönlichen Einkommen stiegen nur um 0,2 Prozent, erwartet waren 0,5 Prozent. Die Ausgaben legten um 0,5 Prozent zu, etwas weniger als die erwarteten 0,6 Prozent. Inflationsbereinigt kam der Konsum laut Berichten nicht vom Fleck. Das real verfügbare Einkommen sank sogar um 0,3 Prozent.
Amerikas Sparschwein wird geplündert
Das Ergebnis ist absehbar. Die Sparquote fiel offiziellen Zahlen zufolge auf 3,8 Prozent, nach 4,1 Prozent im August. Niedriger lag sie zuletzt Ende 2022, als die Inflation nach der Pandemie ihren Höhepunkt erreichte. Viele Haushalte halten ihren Lebensstandard also nur noch, indem sie an ihre Rücklagen gehen.
Ironischerweise sieht die Gesamtwirtschaft robust aus: Das US-Bruttoinlandsprodukt wuchs im dritten Quartal Medienberichten zufolge auf das Jahr hochgerechnet um 3,4 Prozent. Dieses Wachstum steht aber auf wackligen Beinen, wenn es vor allem auf schrumpfenden Ersparnissen beruht.
Notenbanken in der Zwickmühle
Die Fed hat ihre Leitzinsen in dieser Woche nicht angetastet. Auch die EZB ließ die Zinsen unverändert und verwies laut Berichten auf wachsende Energierisiken. Beide Notenbanken stecken im selben Dilemma: Senken sie die Zinsen, heizen sie die Teuerung an. Erhöhen sie die Zinsen, würgen sie eine Konjunktur ab, die vom Konsum auf Pump lebt.
Für Sparer dies- und jenseits des Atlantiks ist das eine bittere Lektion. Bei 3,6 Prozent Inflation verliert Geld auf dem Konto jedes Jahr spürbar an Kaufkraft. Physisches Gold und Silber haben ihren Wert über Jahrhunderte gehalten, gerade in Phasen mit Energieschocks und hartnäckiger Teuerung. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können sie ein Polster gegen genau das sein, was die Amerikaner gerade erleben.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.
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