
Iran-Krieg bedroht Deutschlands fragile Konjunktur: Regierung rechnet mit Halbierung des Wachstums
Was für ein Timing. Kaum hatte sich die deutsche Wirtschaft nach zwei Jahren des Niedergangs und einem Jahr der Stagnation zaghaft aufgerappelt, droht der nächste Schlag. Der Iran-Krieg und seine Folgen für die globalen Energiemärkte könnten den ohnehin zarten Konjunkturimpuls des milliardenschweren Sondervermögens im Keim ersticken – und die Bundesregierung weiß das offenbar sehr genau.
Interne Szenarien zeichnen düsteres Bild
Nach Informationen, die auf anonyme Regierungsvertreter zurückgehen, rechnet man in Berlin im schlimmsten Fall nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von mageren 0,5 Prozent. Zur Erinnerung: Die jüngste offizielle Prognose lag noch bei einem Prozent. Eine glatte Halbierung also. Selbst unter weniger dramatischen Annahmen – etwa wenn die erhöhten Öl- und Gaspreise auf dem aktuellen Niveau verharren – gehen die Beamten lediglich von 0,6 bis 0,7 Prozent aus. Auch für 2027 würde das Wachstum demnach um 0,1 Prozentpunkte auf 1,2 Prozent sinken.
Finanzminister Lars Klingbeil lehnte es ab, sich zu den Konjunkturaussichten zu äußern. Das Wirtschaftsministerium schwieg ebenfalls. Man kennt das ja: Wenn die Zahlen unangenehm werden, herrscht in Berlin verlässlich Funkstille.
Das Sondervermögen verpufft, bevor es wirkt
Für die Große Koalition unter Bundeskanzler Friedrich Merz ist die Entwicklung ein herber Rückschlag. Man hatte fest darauf gesetzt, dass die öffentlichen Investitionen aus dem 500 Milliarden Euro schweren Infrastrukturpaket endlich für Aufschwung sorgen würden. Tatsächlich zeigten sich erste Anzeichen einer Belebung. Doch nun drohen steigende Brennstoffpreise und Versorgungsengpässe bei wichtigen Wirtschaftsgütern wie Dünger den gesamten Erholungsprozess zunichtezumachen. So ziemlich alles im Wirtschaftskreislauf wird teurer – eine Entwicklung, die den ohnehin gebeutelten deutschen Mittelstand weiter unter Druck setzt.
Die Bundesbank hat ihre Erwartungen bereits nach unten korrigiert und rechnet für das erste Quartal mit einer Stagnation. Von den früheren Hoffnungen auf moderates Wachstum ist nichts mehr übrig. Auch die Europäische Zentralbank senkte letzte Woche ihre Wachstumsprognosen, und Italien wird seine eigene Vorhersage für 2026 auf bis zu 0,5 Prozent zusammenstreichen.
Haushaltsloch und das nächste gebrochene Versprechen
Besonders brisant wird die Lage für die öffentlichen Finanzen. Geringeres Wachstum bedeutet geringere Steuereinnahmen – eine simple Gleichung, die in Berlin offenbar erst jetzt in ihrer ganzen Tragweite begriffen wird. Die Koalition muss bis zum Ende der Legislaturperiode 2029 ein Haushaltsloch von bis zu 140 Milliarden Euro schließen. Im nächsten Jahr müssen 20 Milliarden, 2028 sogar 60 Milliarden Euro im Kernhaushalt eingespart werden.
Und weil Ausgabenkürzungen allein offenkundig nicht reichen werden, hat man in Regierungskreisen bereits begonnen, über eine Anhebung der Mehrwertsteuer von 19 auf mindestens 21 Prozent zu diskutieren. Man lese das noch einmal langsam: Friedrich Merz, der im Wahlkampf feierlich versprochen hatte, keine Steuern zu erhöhen, dessen Koalitionsvertrag eine solche Maßnahme ausdrücklich nicht vorsieht – dieser Friedrich Merz lässt nun über genau das nachdenken, was er kategorisch ausgeschlossen hatte. Nach der Aufweichung der Schuldenbremse für Infrastrukturausgaben wäre dies das nächste gebrochene Tabu gegenüber konservativen Wählern.
Wer sich noch an die vollmundigen Ankündigungen des Wahlkampfs erinnert, dürfte sich fragen, was von den Versprechen dieser Regierung eigentlich noch übrig ist. Keine neuen Schulden? Erledigt. Keine Steuererhöhungen? Offenbar auch bald Geschichte. Die Bürger dieses Landes werden einmal mehr zur Kasse gebeten, während die politische Klasse ihre eigenen Zusagen wie Einweghandschuhe behandelt.
Koalitionsstreit um Energiesteuer
Zusätzlich erwägt die Koalition Hilfspakete, um die Verbraucher vor den explodierenden Kraftstoffpreisen zu schützen. Finanzminister Klingbeil hat eine Sondersteuer für Energieunternehmen ins Spiel gebracht, um den Haushalt nicht weiter zu belasten. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche von der CDU lehnt dies jedoch ab. Statt geschlossen zu handeln, leistet sich die Koalition also bereits den nächsten internen Grabenkampf – während draußen die Preise steigen und die Wirtschaft stottert.
Gold als Fels in der Brandung
In Zeiten wie diesen, in denen geopolitische Krisen die Konjunktur abwürgen, Steuererhöhungen drohen und die Inflation durch steigende Energiepreise weiter angeheizt wird, zeigt sich einmal mehr der unschätzbare Wert physischer Edelmetalle. Während Regierungen Versprechen brechen und Währungen unter Druck geraten, bleibt Gold das, was es seit Jahrtausenden ist: ein verlässlicher Wertspeicher. Nicht umsonst erwägt selbst die Türkei, ihre Goldreserven von über 135 Milliarden Dollar zur Stützung der eigenen Währung einzusetzen. Wer sein Vermögen langfristig sichern will, kommt an physischen Edelmetallen als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio kaum vorbei.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für Verluste, die aus Anlageentscheidungen resultieren, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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