
Job-Schock in den USA: Silber springt auf 78 Dollar, Gold zieht mit!

Der US-Arbeitsmarkt hat am Freitag, dem 9. Januar 2026, enttäuscht: Im Dezember kamen außerhalb der Landwirtschaft nur 50.000 neue Stellen hinzu. An den Edelmetallmärkten ging es danach steil nach oben. Gold stieg um 0,9 Prozent auf 4.490,30 Dollar je Unze, Silber legte sogar um 5,6 Prozent auf 78,884 Dollar zu.
Beide Metalle verzeichneten damit laut Marktberichten den zweithöchsten Schlusskurs ihrer Geschichte. Die Wochenbilanz kann sich sehen lassen: Gold gewann 4,1 Prozent, Silber 11,8 Prozent.
Amerikas Jobmotor stottert
Die Zahl der neuen Stellen lag klar unter den Prognosen. Medienberichten zufolge hatten Volkswirte mit 60.000 bis 73.000 neuen Jobs gerechnet. Auch der Vormonat wurde nach unten korrigiert, auf 56.000 Stellen. Für den Oktober, als in Washington der längste Regierungsstillstand der US-Geschichte herrschte, weisen die Statistiker sogar ein Minus von 173.000 Jobs aus.
Das Gesamtjahr fällt entsprechend schwach aus. Laut US-Arbeitsstatistik entstanden 2025 nur rund 584.000 neue Stellen. So wenig Jobwachstum gab es seit der Pandemie nicht mehr. Ökonomen sprechen inzwischen von einer Phase, in der Firmen kaum noch einstellen, aber auch niemanden entlassen.
Auf den ersten Blick wirkt die Arbeitslosenquote besser. Sie sank auf 4,4 Prozent, erwartet worden waren 4,5 Prozent. Die Sache hat aber einen Haken: Gleichzeitig ging die Erwerbsbeteiligung zurück. Die Quote sank also auch deshalb, weil weniger Menschen überhaupt Arbeit suchen.
Warum schwache Jobdaten Gold und Silber antreiben
Ein lahmender Arbeitsmarkt macht weitere Zinssenkungen der US-Notenbank Fed wahrscheinlicher. Im Dezember hatte die Fed den Leitzins bereits zum dritten Mal in Folge gesenkt, auf eine Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. Nach Medienberichten rechnen die Märkte für 2026 mit mindestens zwei weiteren Senkungen.
Für Edelmetalle ist das ein günstiges Umfeld. Gold und Silber werfen keine Zinsen ab. Sinken die Zinsen, verlieren Sparbuch und Staatsanleihe an Reiz, und es kostet weniger, Metall zu halten statt Papier. Dazu kommen die geopolitischen Spannungen: die Unruhen im Iran, der Krieg in der Ukraine, die Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch die USA und Washingtons erneutes Interesse an Grönland.
Silber ist der Star
Silber legt dabei deutlich stärker zu als Gold. Laut Marktdaten stieg der Preis 2025 um rund 141 Prozent, Gold um etwa 64 Prozent. Neben der Nachfrage nach sicheren Häfen spielt beim Silber die Industrie eine große Rolle. Das Metall steckt in Solarmodulen und Elektronik, und der Bedarf dort wächst seit Jahren.
Was das für Anleger in Deutschland bedeutet
Der Höhepunkt könnte noch nicht erreicht sein. Seinen bisherigen Rekord markierte Gold am 26. Dezember mit 4.549,71 Dollar. Das Analysehaus Metals Focus hält für 2026 laut Berichten Preise über 5.000 Dollar für möglich. Als Gründe nennt es die geopolitischen Risiken und den Trend weg vom US-Dollar.
Für deutsche Sparer ist das mehr als eine Nachricht aus Übersee. Wenn die Fed die Zinsen senkt, steigt erfahrungsgemäß auch der Druck auf die EZB. Zugleich nimmt der Staat hierzulande mit dem 500-Milliarden-Sondervermögen neue Schulden in Rekordhöhe auf. Kritiker sehen darin eine Belastung für die Kaufkraft des Euro, die ganze Generationen zu spüren bekommen könnten. Wer sein Vermögen vor solchen Risiken schützen will, kann physisches Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio in Betracht ziehen. Es ist eine bewährte Absicherung gegen Geldentwertung und politische Fehlentscheidungen. Kurzfristige Rücksetzer gehören bei diesen Metallen aber dazu.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ist keine Anlageberatung. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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