
Kaffee als Schutzschild gegen Demenz? Harvard-MIT-Studie liefert erstaunliche Ergebnisse
Wer morgens ohne seine Tasse Kaffee nicht in die Gänge kommt, darf sich nun wissenschaftlich bestätigt fühlen – und zwar nicht nur im Hinblick auf die kurzfristige Wachheit. Eine groß angelegte Langzeitstudie, veröffentlicht im renommierten Fachjournal JAMA, legt nahe, dass regelmäßiger Kaffeekonsum das Risiko einer Demenzerkrankung signifikant senken könnte. In Zeiten, in denen die alternde Gesellschaft Deutschlands vor enormen gesundheitspolitischen Herausforderungen steht, verdient diese Nachricht besondere Aufmerksamkeit.
Vier Jahrzehnte Daten, über 130.000 Teilnehmer
Die Studie, durchgeführt von Forschern des Mass General Brigham, der Harvard T.H. Chan School of Public Health und des Broad Institute am MIT, ist keine flüchtige Momentaufnahme. Über vier Jahrzehnte hinweg wurden 131.821 erwachsene US-Amerikaner begleitet. In diesem Zeitraum traten 11.033 Demenzfälle auf. Das Ergebnis ist bemerkenswert klar: Wer etwa drei Tassen koffeinhaltigen Kaffee pro Tag trank, wies ein deutlich geringeres Demenzrisiko auf als jene, die kaum oder gar keinen Kaffee konsumierten.
Konkret beziffern die Wissenschaftler den Unterschied auf eine 18-prozentige Risikoreduktion bei Personen, die mehr als drei Tassen täglich tranken – verglichen mit der Gruppe der Kaffee-Abstinenzler. Die sogenannte Hazard Ratio lag bei 0,82, was in der Epidemiologie als durchaus relevanter Effekt gilt. Auch der subjektiv empfundene kognitive Abbau fiel bei den Kaffeetrinkern geringer aus: Nur 7,8 Prozent der Vieltrinker berichteten über nachlassende geistige Fähigkeiten, während es in der Vergleichsgruppe 9,5 Prozent waren.
Der „Sweet Spot" liegt bei zwei bis drei Tassen
Besonders interessant: Der optimale Bereich scheint bei moderatem Konsum zu liegen. Zwei bis drei Tassen koffeinhaltiger Kaffee pro Tag zeigten die ausgeprägtesten positiven Effekte. Auch ein bis zwei Tassen Tee wiesen günstige Assoziationen auf. Wer hingegen auf entkoffeinierten Kaffee setzte, ging leer aus – Decaf zeigte keinerlei signifikanten Zusammenhang mit einem reduzierten Demenzrisiko. Das Koffein selbst scheint also der entscheidende Faktor zu sein.
Kein Wundermittel, aber ein Puzzlestück
Der leitende Studienautor Daniel Wang, assoziierter Wissenschaftler am Mass General Brigham und Assistenzprofessor an der Harvard Medical School, ordnete die Ergebnisse nüchtern ein. Man habe nach möglichen Werkzeugen zur Demenzprävention gesucht und dabei auf etwas so Alltägliches wie Kaffee gesetzt, erklärte er. Der einzigartige Zugang zu hochwertigen Daten aus über 40 Jahren Forschung habe diese Untersuchung erst möglich gemacht.
„Obwohl unsere Ergebnisse ermutigend sind, ist es wichtig zu bedenken, dass der Effekt klein ist und es viele weitere wichtige Wege gibt, die kognitive Funktion im Alter zu schützen. Unsere Studie legt nahe, dass koffeinhaltiger Kaffee- oder Teekonsum ein Puzzlestück davon sein kann."
Warum diese Studie gerade jetzt relevant ist
Deutschland altert – und zwar rapide. Die Zahl der Demenzerkrankten hierzulande wird nach Schätzungen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft bis 2050 auf rund 2,8 Millionen ansteigen. Die Kosten für Pflege und Betreuung explodieren bereits heute, während das Gesundheitssystem unter chronischer Unterfinanzierung und bürokratischem Wahnsinn ächzt. Jede noch so kleine präventive Maßnahme, die wissenschaftlich fundiert ist, verdient daher ernsthafte Beachtung.
Dass ausgerechnet ein so simples, kostengünstiges und kulturell tief verwurzeltes Getränk wie Kaffee einen messbaren Beitrag zur Demenzprävention leisten könnte, ist eine Nachricht, die Hoffnung macht. Keine Pharma-Innovation für Tausende Euro pro Monat, kein kompliziertes Therapieprogramm – sondern schlicht die morgendliche Tasse Kaffee, die Millionen Deutsche ohnehin täglich genießen. Natürlich ersetzt Kaffee weder Bewegung noch soziale Kontakte oder eine ausgewogene Ernährung. Doch als ein Baustein in einem gesundheitsbewussten Lebensstil scheint er seinen Platz mehr als verdient zu haben.
In einer Zeit, in der die Politik lieber über Gendersprache und Lastenfahrräder debattiert als über die drängenden Fragen einer alternden Gesellschaft, sollte man sich vielleicht einfach eine weitere Tasse einschenken – und darauf hoffen, dass der gesunde Menschenverstand irgendwann auch in die Regierungszentralen zurückkehrt.

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