
Kredit bis zur Rente: Chinas 40-Jahres-Hypothek fällt bei Käufern durch!

Peking hat die maximale Laufzeit für private Immobilienkredite von 30 auf 40 Jahre verlängert. Die Banken werben mit Zusagen in 15 Minuten. Die Chinesen wollen trotzdem kaum neue Schulden machen. Viele zahlen ihre alten Kredite lieber so schnell wie möglich ab.
Peking spielt auf Zeit
Beschlossen haben die neue Regel die chinesische Zentralbank (PBOC) und die nationale Finanzaufsicht am 28. August, wie die Staatsagentur Xinhua meldete. Nach Darstellung der Notenbank bringt die längere Laufzeit Kreditnehmern und Banken mehr Spielraum. Sie solle einen „positiven Kreislauf“ zwischen Finanzsektor und Immobilienmarkt anstoßen.
Mehrere große Institute boten die 40-Jahres-Kredite sofort an. Laut Berichten des chinesischen Portals Sina halten sich Kaufinteressenten aber zurück. Die Zeitung China Times erklärt das mit der wachsenden Scheu der Haushalte vor Schulden, während sich die Konjunktur abkühlt.
Die Rechnung zeigt, warum. Chinesische Finanzmedien haben ein Beispiel durchgerechnet: Bei einer Million Yuan Kredit und drei Prozent Zins sinkt die Monatsrate mit 40 statt 30 Jahren Laufzeit um 636 Yuan, also um gut 15 Prozent. Dafür zahlt der Kreditnehmer insgesamt rund 200.000 Yuan mehr Zinsen. Die volle Laufzeit bekommen Berichten zufolge ohnehin nur Antragsteller unter 45 Jahren.
Die Chinesen tilgen, statt zu leihen
Die offiziellen Zahlen sind deutlich. Nach PBOC-Daten, die Xinhua zitiert, sanken die Kredite an private Haushalte in den ersten acht Monaten 2026 um 1,03 Billionen Yuan. Das sind rund 150 Milliarden Dollar. Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters schrumpfte der Kreditbestand der Haushalte im August bereits den sechsten Monat in Folge, diesmal um 202,9 Milliarden Yuan. Im Juli waren es sogar 460,3 Milliarden. Das gesamte Kreditwachstum fiel auf 4,9 Prozent, den niedrigsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen.
Schon im April lagen die Rückzahlungen langfristiger Haushaltskredite über den neu vergebenen Darlehen. Die vorzeitigen Tilgungen erreichten einen Rekord. Die Securities Times schrieb, Chinas Haushalte wollten gemeinsam aus ihren Hypotheken „aussteigen“.
Warum die Rechnung nicht aufgeht
Chinas Immobilienmarkt steckt seit Jahren in der Krise. Sichtbarstes Zeichen dafür ist der Zusammenbruch des einstigen Branchenriesen Evergrande, der inzwischen abgewickelt wird. Die Hauspreise fielen laut aktuellen Daten auch im August weiter, wenn auch langsamer. Wer jetzt einen großen Kredit aufnimmt, geht ein hohes Risiko ein: Die Schulden bleiben, während die Wohnung womöglich weiter an Wert verliert.
Der in den USA ansässige China-Experte Mike Li sagte der Epoch Times, die längeren Laufzeiten nähmen den Druck nicht von den Haushalten. Er werde nur in die Zukunft verschoben. Auch für die Banken sieht Li Gefahren:
„If a default occurs, when banks dispose of the property, they may face a decline in the property's value, insufficient collateral, increased disposal costs, and a lower recovery rate.“
Fällt ein Kredit aus, könnten Banken also auf Wohnungen sitzen bleiben, deren Wert nicht mehr für die Deckung der Schulden reicht. Die bisherigen Maßnahmen der Kommunistischen Partei hätten laut Li kaum etwas bewirkt. Weder der Immobilienmarkt sei gerettet worden, noch habe sich der Konsum erholt.
Eine Lehre, die auch für Deutschland gilt
Das Beispiel zeigt, wo staatliche Steuerung an Grenzen stößt. Mit billigerem und längerem Geld lässt sich Vertrauen nicht erzwingen. Wer Angst um seinen Job und sein Vermögen hat, verschuldet sich nicht bis ins hohe Alter. Die Haushalte handeln vernünftig, auch wenn das den Plänen in Peking zuwiderläuft.
Deutsche Sparer sollten genau hinsehen. Auch hierzulande werden Probleme gern mit neuen Schulden und immer längeren Fristen vertagt. Wer in solchen Zeiten sein Vermögen sichern will, setzt besser auf Werte, hinter denen kein Kreditversprechen steht. Physisches Gold und Silber können dabei eine sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio sein.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.
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