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Kettner Edelmetalle
05.03.2026
16:02 Uhr

Krieg am Golf: Lebensmittelversorgung der Golfstaaten steht vor dem Kollaps

Krieg am Golf: Lebensmittelversorgung der Golfstaaten steht vor dem Kollaps

Was passiert, wenn eine der wohlhabendsten Regionen der Welt plötzlich feststellt, dass Geld allein keine vollen Supermarktregale garantiert? Die Golfstaaten erleben derzeit ihre schwerste Versorgungskrise seit dem globalen Nahrungsmittelschock von 2008 – und die Ursache liegt in einem Konflikt, der die gesamte geopolitische Architektur des Nahen Ostens erschüttert.

Die Straße von Hormus: Nadelöhr einer ganzen Region

Der eskalierende Konflikt zwischen Iran, Israel und den USA hat die Schifffahrt durch die Straße von Hormus – jene schmale Meerenge, durch die über 70 Prozent aller Nahrungsmittelimporte der Golfstaaten transportiert werden – massiv gestört. Iranische Angriffe trafen in dieser Woche unter anderem den Hafen Jebel Ali in Dubai, den größten Containerhafen der Region, der rund 50 Millionen Menschen versorgt. Der Betrieb musste stundenlang eingestellt werden. Ein Schlag ins Herz der regionalen Logistik.

Die Dimension des Problems lässt sich kaum überschätzen. Die Golfstaaten sind zu 80 bis 90 Prozent von Nahrungsmittelimporten abhängig. Eine Abhängigkeit, die nicht vom Himmel gefallen ist, sondern das Ergebnis einer bewussten strategischen Entscheidung war – einer Entscheidung, die sich nun als fataler Fehler erweisen könnte.

Vom Selbstversorger zum Importjunkie: Eine hausgemachte Krise

Als 2008 die globalen Lebensmittelpreise explodierten, zogen die Golfstaaten eine folgenschwere Konsequenz. Statt weiterhin unter enormem Aufwand in der Wüste Weizen anzubauen – Saudi-Arabien hatte dies jahrzehntelang getan –, setzten sie fortan auf eine importbasierte Strategie. Man investierte Milliarden in landwirtschaftliche Projekte im Ausland und vertraute darauf, dass offene Seewege und globale Lieferketten die Versorgung dauerhaft sichern würden.

Dieses Kalkül geht nun nicht mehr auf. Neil Quilliam, Analyst beim renommierten Chatham House, warnte eindringlich: Die Golfstaaten stünden vor Engpässen, sollte der Krieg andauern. Zwar hätten die GCC-Länder Schritte unternommen, um Lieferanten zu diversifizieren und ausreichende Vorräte anzulegen, doch diese Reserven würden nur wenige Monate reichen. Danach seien Preisanstiege und deutlich längere Lieferzeiten unvermeidlich.

Katar, Kuwait und Bahrain droht die Isolation

Besonders dramatisch ist die Lage für jene Staaten, deren Häfen ausschließlich über die Straße von Hormus erreichbar sind. Katar, Kuwait, Bahrain und der Irak würden bei einer anhaltenden Blockade faktisch zu Binnenstaaten, so der Rohstoffanalyst Ishan Bhanu von Kpler. Sie wären dann auf Landrouten durch Saudi-Arabien angewiesen – mit entsprechenden Kosten und Kapazitätsengpässen.

Die Ausweichhäfen außerhalb der Meerenge, etwa Khorfakkan und Fujairah an der Ostküste der Vereinigten Arabischen Emirate, verfügen bei weitem nicht über die nötige Kapazität, um den Ausfall von Jebel Ali oder Abu Dhabis Khalifa Port zu kompensieren. Fujairah kann weniger als eine Million Standardcontainer (TEU) abfertigen – ein Tropfen auf den heißen Stein angesichts der gewaltigen Warenströme, die normalerweise durch Hormus fließen.

Bananen zum dreifachen Preis: Die Panik erreicht die Supermärkte

Noch seien die Regale in den Supermärkten der Emirate weitgehend gefüllt, berichten Mitarbeiter vor Ort. Doch die Risse im System werden bereits sichtbar. Als Iran am Samstag seine Angriffe auf den Golf begann, setzten Hamsterkäufe ein. Ein kurzzeitiger Einbruch der Verfügbarkeit schürte die Panik zusätzlich. Dubai lockerte vorübergehend die Beschränkungen für den Lkw-Verkehr, um den Warenfluss aufrechtzuerhalten.

„Kosten meine Lebensmittel nur bei mir das Dreifache von gestern?", schrieb eine Kundin in einer lokalen Facebook-Gruppe. „Sogar die Bananen sind verrückt geworden." Was wie eine Anekdote klingt, offenbart ein strukturelles Problem: Verderbliche Waren wie Obst sind besonders anfällig für Lieferverzögerungen. Werden Lebensmittel statt per Schiff per Flugzeug oder über den Landweg transportiert, steigen die Kosten dramatisch.

Justin Alexander, Golf-Analyst bei GlobalSource Partners, hielt es für wahrscheinlich, dass die Regierungen einen Teil dieser Mehrkosten durch Subventionen auffangen würden – wie sie es in früheren Krisen bereits getan hätten. Doch wie lange können selbst die ölreichen Golfstaaten eine solche Politik durchhalten, wenn der Konflikt sich in die Länge zieht?

Getreidesilos als strategische Lebensversicherung

Immerhin: Ganz unvorbereitet trifft die Krise die Region nicht. In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben die Golfstaaten moderne Silos errichtet, die Hunderttausende Tonnen strategischer Grundnahrungsmittel wie Weizen, Reis und Speiseöle lagern können. Die VAE eröffneten 2016 in Fujairah – bewusst außerhalb der Straße von Hormus gelegen – Getreidesilos mit einer Kapazität von rund 300.000 Tonnen. Katar verfügt über ein Ernährungssicherheitsterminal am Hamad-Hafen mit 51 klimatisierten Silos.

Sudhakar Tomar von der India Middle East Agri Alliance bezeichnete die Silos in Fujairah als strategisch bedeutsames Druckventil, das Flexibilität bei der Routenplanung und Risikodiversifizierung biete. Ursprünglich war geplant, diese Notreserven unter allen Golfstaaten zu teilen. Doch praktische Hindernisse – lange Distanzen, fehlende Straßen- und Schienenverbindungen – verhinderten die Umsetzung. Jeder Staat kocht sein eigenes Süppchen.

Kooperation? Leichter gesagt als getan

Und genau hier liegt das eigentliche Problem. Der Golfkooperationsrat (GCC), jenes Bündnis aus sechs Staaten, das eigentlich für solche Krisen geschaffen wurde, hat sich über Jahrzehnte hinweg als notorisch koordinierungsschwach erwiesen. Quilliam mahnte, es bedürfe einer engen Zusammenarbeit, um die komplexe Logistik zu bewältigen und sicherzustellen, dass alle sechs Staaten sowie der Irak versorgt würden. Ob dieser Appell auf fruchtbaren Boden fällt, darf bezweifelt werden.

Lehren für Europa – und für Deutschland

Die Krise am Golf sollte auch hierzulande als Warnsignal verstanden werden. Denn die Abhängigkeit von globalen Lieferketten und die naive Annahme, dass Handelsrouten stets offen bleiben, ist kein exklusives Problem der Golfstaaten. Auch Deutschland hat in den vergangenen Jahren schmerzlich erfahren müssen, was es bedeutet, wenn Energielieferketten zusammenbrechen. Die Parallelen zur deutschen Energiepolitik – jahrelange Abhängigkeit von russischem Gas, ideologiegetriebener Ausstieg aus der Kernenergie – sind frappierend.

In Zeiten geopolitischer Verwerfungen zeigt sich einmal mehr, dass physische Werte ihren Stellenwert behalten. Während Lieferketten reißen, Währungen unter Druck geraten und Aktienmärkte nervös reagieren, erweisen sich Edelmetalle wie Gold und Silber als das, was sie seit Jahrtausenden sind: ein verlässlicher Anker in stürmischen Zeiten. Wer sein Vermögen breit aufstellt und physische Edelmetalle als Beimischung in sein Portfolio integriert, schützt sich gegen genau jene Verwerfungen, die wir derzeit in Echtzeit beobachten können.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener, sorgfältiger Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für etwaige Verluste, die aus Anlageentscheidungen resultieren, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen wurden, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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