
Krieg mit dem Iran: Trump wittert Durchbruch – doch der Preis ist gewaltig

Während die Welt den Atem anhält, verkündet US-Präsident Donald Trump mit der ihm eigenen Selbstgewissheit, dass ein Ende des Iran-Krieges „ziemlich bald" bevorstehen könnte. Am Rande des Weißen Hauses und später in Las Vegas ließ er verlauten, beide Seiten könnten sich bereits am Wochenende zu Gesprächen treffen. Doch hinter der optimistischen Fassade verbirgt sich eine geopolitische Katastrophe, deren Ausmaße die Weltwirtschaft bereits jetzt in ihren Grundfesten erschüttern.
Der teuerste Krieg seit Jahrzehnten
Der am 28. Februar gestartete US-israelische Angriff auf den Iran hat den schlimmsten Ölpreisschock der Geschichte ausgelöst. Die Straße von Hormus – jene maritime Lebensader, durch die ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gasversorgung fließt – ist faktisch geschlossen. Wo zuvor täglich über 130 Schiffe passierten, schafft es nur noch ein kümmerliches Rinnsal hindurch. Der Internationale Währungsfonds hat seine Prognosen für die Weltwirtschaft bereits nach unten korrigiert und warnt unverhohlen davor, dass ein verlängerter Konflikt die Welt an den Rand einer Rezession treiben könnte.
Brent-Rohöl notierte zuletzt bei rund 98 Dollar pro Barrel, WTI bei etwa 93,50 Dollar. Für den deutschen Verbraucher, der ohnehin unter einer erdrückenden Abgabenlast stöhnt, bedeutet dies nichts Gutes. Die Energiepreise, die nach dem Ukraine-Krieg bereits schmerzhafte Höhen erreicht hatten, drohen erneut zu explodieren – und mit ihnen die Inflation, die das Ersparte der Bürger wie Schnee in der Frühlingssonne dahinschmelzen lässt.
Pakistan als überraschender Vermittler
In einer bemerkenswerten diplomatischen Wendung hat sich Pakistan als Schlüsselvermittler zwischen Washington und Teheran positioniert. Pakistans Armeechef Feldmarschall Asim Munir soll sich seit Mittwoch in Teheran aufhalten und bei „heiklen Streitpunkten" einen Durchbruch erzielt haben, wie diplomatische Quellen berichten. Trump deutete sogar an, er könnte persönlich nach Islamabad reisen, sollte dort ein Abkommen unterzeichnet werden.
Der Fahrplan sieht offenbar zunächst die Unterzeichnung einer Absichtserklärung vor, gefolgt von einem umfassenden Abkommen innerhalb von 60 Tagen. „Die detaillierte Vereinbarung kommt später. Beide Seiten einigen sich grundsätzlich. Die technischen Details folgen", so eine mit den Verhandlungen vertraute Quelle. Man darf gespannt sein, ob diese Diplomatie der kleinen Schritte tatsächlich zum Ziel führt – oder ob sie sich als weiteres Kapitel gescheiterter Nahostpolitik entpuppt.
Libanon: Waffenruhe auf tönernen Füßen
Parallel zu den Iran-Verhandlungen trat am Donnerstag eine zehntägige Waffenruhe zwischen dem Libanon und Israel in Kraft. In Teilen Beiruts hallten Freudenschüsse durch die Nacht, als die Uhr Mitternacht schlug. Vertriebene machten sich auf den Weg zurück in ihre Häuser in den südlichen Vororten der libanesischen Hauptstadt. Doch die Euphorie währte nur kurz.
Bereits am Freitagmorgen meldete die libanesische Armee israelische Verstöße gegen die Waffenruhe – vereinzelter Beschuss mehrerer südlibanesischer Dörfer. Das israelische Militär kommentierte dies zunächst nicht, hatte aber zuvor erklärt, seine Truppen blieben in dem Gebiet stationiert – als Reaktion auf anhaltende Hisbollah-Aktivitäten. Die Hisbollah ihrerseits veröffentlichte eine ausführliche Erklärung über ihre militärischen Operationen am Donnerstag, wobei der letzte Angriff zehn Minuten vor Inkrafttreten der Waffenruhe stattgefunden haben soll. Friedenswille sieht anders aus.
Ein hochrangiger Hisbollah-Funktionär bezeichnete die Waffenruhe zwar als „essenziell und dringend notwendig", stellte aber unmissverständlich klar, dass die Gruppe sich nicht entwaffnen werde – „außer im Rahmen einer umfassenderen nationalen Sicherheitsvision". Eine Formulierung, die in der Sprache des Nahen Ostens so viel bedeutet wie: niemals.
Atomstreit als Knackpunkt
Der eigentliche Stolperstein auf dem Weg zu einem Abkommen bleibt Teherans nukleares Programm. Bei den Gesprächen in Islamabad am vergangenen Wochenende schlug Washington eine 20-jährige Aussetzung sämtlicher nuklearer Aktivitäten vor. Iran konterte mit einem Angebot von drei bis fünf Jahren – eine Diskrepanz, die kaum größer sein könnte.
Trump behauptete am Donnerstag, Iran habe angeboten, mehr als 20 Jahre lang keine Atomwaffen zu besitzen. Teheran fordert im Gegenzug die Aufhebung internationaler Sanktionen, während Washington auf der Entfernung allen hochangereicherten Urans aus dem Iran besteht. Immerhin soll es Anzeichen für einen Kompromiss geben: Iranische Quellen deuten an, Teheran erwäge, einen Teil seines Uranbestands außer Landes zu schaffen. Ob dies mehr als ein taktisches Manöver ist, bleibt abzuwarten.
Trumps innenpolitisches Kalkül
Man muss kein Zyniker sein, um hinter Trumps plötzlichem Friedenseifer auch innenpolitische Motive zu erkennen. Der Krieg mit dem Iran ist in den Vereinigten Staaten ausgesprochen unpopulär und beschert dem Präsidenten wenige Monate vor den entscheidenden Zwischenwahlen erhebliche politische Kopfschmerzen. Die Ölpreisexplosion trifft amerikanische Verbraucher direkt an der Zapfsäule – und nichts schadet einem US-Präsidenten mehr als hohe Benzinpreise.
Frankreich und Großbritannien wollen derweil eine Konferenz mit rund 40 Staaten leiten, um zu signalisieren, dass Amerikas engste Verbündete bereit seien, bei der Wiederherstellung der Navigationsfreiheit in der Straße von Hormus zu helfen. Trump hatte zuvor mehrere Alliierte dafür gerügt, nicht entschlossen genug zu handeln. Washington hat diese Woche zudem eine Blockade gegen Schiffe verhängt, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen – ein Schritt, der nach Einschätzung von Analysten rund zwei Millionen Barrel iranisches Rohöl pro Tag daran hindern könnte, seinen Hauptabnehmer China zu erreichen.
Was bedeutet das für Deutschland und die Anleger?
Für Deutschland, dessen neue Große Koalition unter Friedrich Merz ohnehin mit einem 500-Milliarden-Euro-Schuldenberg und einer fragilen Wirtschaftslage kämpft, kommt die geopolitische Eskalation zur denkbar ungünstigsten Zeit. Die Internationale Energieagentur schätzt, dass es etwa zwei Jahre dauern wird, bis die verlorene Energieproduktion im Nahen Osten wiederhergestellt ist. Zwei Jahre, in denen die Energiepreise hoch bleiben dürften. Zwei Jahre, in denen der deutsche Mittelstand weiter ausbluten wird.
Die asiatischen Aktienmärkte reagierten auf die Friedenshoffnungen mit einer zweiten starken Gewinnwoche, wobei Anleger nach der fulminanten Rallye auch Gewinne mitnahmen. Japans Nikkei gab nach einem Rekordhoch leicht nach. Fast alle Aktienmärkte haben sich wieder auf Vorkrisenniveau erholt – ein Zeichen dafür, wie schnell die Börsen Frieden einpreisen, noch bevor er überhaupt Realität geworden ist.
In Zeiten derartiger geopolitischer Unsicherheit zeigt sich einmal mehr der zeitlose Wert physischer Edelmetalle. Während Aktienkurse im Takt der Schlagzeilen tanzen und Währungen unter dem Druck explodierender Staatsschulden ächzen, bleibt Gold als ultimativer Krisenschutz unerschütterlich. Wer sein Vermögen langfristig sichern will, sollte physische Edelmetalle als unverzichtbaren Bestandteil eines breit gestreuten Portfolios in Betracht ziehen.
„Wir werden sehen, was passiert. Aber ich denke, wir sind sehr nah daran, einen Deal mit dem Iran zu machen", so Trump vor Reportern am Weißen Haus.
Ob diese Worte mehr sind als das übliche Trumpsche Wunschdenken, wird sich in den kommenden Tagen zeigen. Die Geschichte des Nahen Ostens lehrt uns eines mit brutaler Klarheit: Frieden ist dort stets die flüchtigste aller Währungen.
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