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26.10.2026
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Krieg wie 1967? Netanjahu droht dem Westjordanland mit Großoffensive

Krieg wie 1967? Netanjahu droht dem Westjordanland mit Großoffensive
Symbolbild: KI-generiert

Vier Tage vor der Parlamentswahl in Israel steht das Westjordanland vor einer Eskalation. Am Freitag, dem 23. Oktober, erschossen zwei bewaffnete Palästinenser an einem Kontrollpunkt nahe Hebron zwei israelische Soldaten. Premier Benjamin Netanjahu reiste noch am selben Tag in Kampfmontur an und kündigte eine Militäroperation an, wie es sie seit dem Sechstagekrieg nicht mehr gegeben habe.

Zwanzig Minuten Feuergefecht, dann der Gegenschlag

Medienberichten zufolge nutzten die Angreifer Gebäude neben einem provisorischen Armeeposten als Deckung. Das Gefecht soll mehr als 20 Minuten gedauert haben. Neben den zwei Toten, einem 23-Jährigen aus Aschkelon und einem 20-Jährigen aus Hod HaScharon, gab es drei Verletzte. Beide Schützen wurden getötet.

Die israelische Armee geht nach ersten Ermittlungen davon aus, dass die Männer eigentlich einen größeren Anschlag auf Zivilisten an einer nahen Straße geplant hätten. Netanjahu ordnete an, Hebron komplett abzuriegeln. Soldaten durchsuchen seitdem Haus für Haus.

„Die Armee ist bereit, sie durchzuführen. Wir bestimmen den Zeitpunkt, aber sie kommt.“

So fasste der Regierungschef die geplante Offensive zusammen. 1967 hatte Israel im Sechstagekrieg das Westjordanland erobert. Der Vergleich ist also kein Zufall, er soll Angst machen.

Smotrich und Katz: Das „Gaza-Modell“ für Judäa und Samaria

Noch deutlicher wurde Finanzminister Bezalel Smotrich, der ebenfalls nach Hebron kam. Es gebe keine Alternative zu einer umfassenden Militäroperation, die zur Auflösung der Palästinensischen Autonomiebehörde führe, sagte er sinngemäß. Genau wie in Gaza und im Libanon.

Verteidigungsminister Israel Katz hatte schon vor dem Anschlag einen Plan skizziert. Er sprach von einem kurzen, harten Feldzug mit Boden- und Luftstreitkräften, der Ausweisung hochrangiger Funktionäre und der großflächigen Evakuierung von Bewohnern in Städten und Flüchtlingslagern. Netanjahu selbst kündigte im Fernsehen eine „sehr große Überraschung“ für die Autonomiebehörde an. Dabei gibt es laut Berichten bislang keinen Beleg, dass die Behörde in den Anschlag verwickelt war. Netanjahu bringt die Schützen mit der Hamas in Verbindung.

Tausende Menschen müssen ihre Häuser verlassen

Die Folgen sind schon jetzt massiv. Nach Angaben von Katz wurden in Hebron bis Samstagabend rund 2.000 Palestinenser aus ihren Häusern vertrieben. Der Bürgermeister der Stadt spricht von weiteren 2.500 Menschen, denen die Räumung drohe. Das Gouvernement Hebron hat den Notstand ausgerufen, die Vereinten Nationen kritisieren die Abriegelung.

Bisher fand die Armee nach eigenen Angaben an rund 200 durchsuchten Orten keine Waffen, zehn Verdächtige wurden festgenommen. Der Gouverneur von Hebron sprach von einer Kollektivstrafe für Menschen, die mit dem Anschlag nichts zu tun hätten.

Wahlkampf mit dem Gewehr im Anschlag?

Der Zeitpunkt wirft Fragen auf. Am Dienstag, dem 27. Oktober, wählt Israel ein neues Parlament. Umfragen zufolge dürfte Netanjahus Lager keine eigene Mehrheit erreichen. Gegen den Premier läuft seit Jahren ein Korruptionsprozess, die Vorwürfe weist er zurück. Kritiker werfen ihm vor, die Sicherheitslage für den Wahlkampf zu nutzen. Ob das stimmt, lässt sich nicht belegen. Klar ist aber: Wer kurz vor der Wahl Stärke zeigt, punktet in Israel traditionell.

Für Europa und Deutschland ist das keine ferne Regionalgeschichte. Gaza, Libanon, Iran: Der Nahe Osten ist seit Monaten ein Pulverfass. Ein Flächenbrand im Westjordanland könnte die Ölpreise erneut nach oben treiben, Lieferketten stören und die Inflation befeuern. In solchen Phasen fragen Anleger traditionell stärker nach Gold, das seit Jahrhunderten als Krisenwährung gilt. Physische Edelmetalle können daher eine sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen sein, als Versicherung gegen eine Welt, die immer unberechenbarer wird.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss sich selbst informieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.

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