
KTM streicht erneut hunderte Arbeitsplätze: Österreichs Motorradriese kämpft ums Überleben
Die Hiobsbotschaften aus der europäischen Industrie reißen nicht ab. Der traditionsreiche Motorradhersteller KTM aus dem oberösterreichischen Mattighofen verkündet den nächsten schmerzhaften Einschnitt: Weitere 500 Arbeitsplätze werden gestrichen. Ein Unternehmen, das sich einst als Europas größter Motorradhersteller rühmte, ringt nun mit den Folgen einer Insolvenz – und die Beschäftigten zahlen den Preis.
Der Kahlschlag trifft vor allem Österreich
Besonders bitter für die heimische Wirtschaft: Rund zwei Drittel der Stellenstreichungen entfallen auf österreichische Standorte. Dabei trifft es keineswegs nur die Produktion. Angestellte und das mittlere Management stehen im Fokus der Sparmaßnahmen. Selbst auf Leitungsebene rechnet das Unternehmen mit Abgängen. Eine komplette Führungsebene soll künftig wegfallen – ein radikaler Schnitt, der die Hierarchien ausdünnen und Entscheidungswege verkürzen soll.
Die Muttergesellschaft Bajaj Mobility AG hat die Entscheidung getroffen und bereits konkrete Schritte eingeleitet. Frühwarnmeldungen beim österreichischen Arbeitsmarktservice sollen den Prozess formal absichern. Man könnte meinen, hier werde mit deutscher Gründlichkeit – oder besser gesagt: österreichischer Präzision – ein Unternehmen zerlegt.
Arbeitsstiftung als Trostpflaster
Für die Betroffenen steht immerhin eine Arbeitsstiftung bereit, finanziert vom Land Oberösterreich und dem AMS. Von ursprünglich 400 Plätzen sind noch über 300 verfügbar. Qualifizierung und Vermittlung sollen rasch anlaufen können. Doch kann eine solche Stiftung wirklich den Verlust eines sicheren Arbeitsplatzes kompensieren? Für viele Familien bedeutet diese Nachricht schlaflose Nächte und eine ungewisse Zukunft.
„Die Maßnahmen seien notwendig, um das Unternehmen langfristig wirtschaftlich zu stabilisieren", erklärt CEO Gottfried Neumeister die Stoßrichtung.
Schöne Worte, die den Betroffenen wenig Trost spenden dürften. Ende 2025 beschäftigte KTM noch 3.794 Menschen. Wie viele es nach der Restrukturierung sein werden, steht in den Sternen.
Ein Symptom einer größeren Krise
Der Fall KTM ist kein Einzelfall, sondern symptomatisch für die Lage der europäischen Industrie. Während Unternehmen mit explodierenden Energiekosten, überbordender Bürokratie und einer zunehmend unberechenbaren Wirtschaftspolitik kämpfen, wandern Arbeitsplätze ab oder verschwinden ganz. Die Insolvenz der KTM AG Ende 2024 war nur der Anfang eines schmerzhaften Prozesses, dessen Ende noch nicht absehbar ist.
Das Unternehmen will Fixkosten drücken, Doppelstrukturen abbauen und das Produktportfolio fokussieren. Klingt nach Lehrbuch-Sanierung. Doch die Frage bleibt: Hätte eine vorausschauendere Wirtschaftspolitik – weniger ideologiegetrieben, mehr an den Bedürfnissen der Industrie orientiert – dieses Desaster verhindern können? Die Antwort dürfte vielen Politikern nicht schmecken.
Während KTM um sein Überleben kämpft, bleibt der Anspruch bestehen, Europas größter Motorradhersteller zu sein. Ein Anspruch, der angesichts der aktuellen Entwicklungen zunehmend hohl klingt. Die Arbeitsstiftung mag den sozialen Schaden begrenzen – die industrielle Substanz Europas schwindet dennoch weiter.
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