
Le Pen vor dem Élysée-Triumph? Umfrage-Beben erschüttert Paris!

Marine Le Pen liegt rund acht Monate vor der französischen Präsidentschaftswahl 2027 weit vor allen Konkurrenten. In einer am Montag veröffentlichten Erhebung von Toluna-Harris Interactive für die Sender M6 und RTL kommt die Spitzenfrau des Rassemblement National in jedem durchgespielten Szenario auf 35 bis 37 Prozent. Auch alle getesteten Stichwahlen würde sie gewinnen.
Was vor zehn Jahren noch als politischer Albtraum der Pariser Eliten galt, wirkt plötzlich wie ein realistisches Szenario.
Zwei Drittel gegen Mélenchon
Zur Erinnerung: In Frankreich wählt das Volk den Präsidenten direkt. Holt im ersten Durchgang niemand die absolute Mehrheit, treten die beiden Bestplatzierten in einer Stichwahl gegeneinander an. Und genau dort sind die Zahlen besonders deutlich.
Gegen den Linksaußen Jean-Luc Mélenchon käme Le Pen laut Umfrage auf 67 Prozent. Gegen den früheren Premierminister Édouard Philippe, den viele als Hoffnungsträger der bürgerlichen Mitte sehen, wären es immer noch 56 Prozent der gültigen Stimmen. Von einem knappen Rennen kann da keine Rede mehr sein.
Die Mitte zerlegt sich selbst
Mélenchon kommt im ersten Wahlgang je nach Kandidatenfeld auf 18 bis 19 Prozent. Treten Philippe und Gabriel Attal, ebenfalls ein ehemaliger Premier, gleichzeitig an, landen sie bei 13 und 5 Prozent. Das Lager von Emmanuel Macron, der selbst nicht noch einmal kandidieren darf, steht damit vor einem Scherbenhaufen.
Die Ironie dabei: Weil sich die Kandidaten der Mitte gegenseitig Stimmen abnehmen, könnte ausgerechnet der Linkspopulist Mélenchon in die Stichwahl einziehen. Und gegen ihn wäre Le Pen nach heutigem Stand klare Favoritin.
Vertrauen wächst, Ansehen steigt
Le Pen punktet nicht nur in der Sonntagsfrage. Mittlerweile halten 51 Prozent der Befragten sie für eine geeignete Präsidentin, sechs Prozentpunkte mehr als bei der vorigen Messung. Ihr Parteifreund Jordan Bardella kommt auf 47 Prozent. Dazu trauen 54 Prozent der Befragten Le Pen zu, ihre Wahlversprechen auch zu halten. Viele etablierte Politiker in Paris, aber auch in Berlin, können von solchen Werten nur träumen.
Dabei war Le Pens Kandidatur lange fraglich. Im März 2025 hatte ein Pariser Gericht sie wegen Veruntreuung von EU-Geldern für Parlamentsassistenten verurteilt und mit sofortiger Wirkung für fünf Jahre von Wahlämtern ausgeschlossen. Am 7. Juli 2026 bestätigte das Berufungsgericht den Schuldspruch, verkürzte die Wählbarkeitssperre aber nach Medienberichten auf 45 Monate, davon 30 zur Bewährung. Weil dieser Teil als bereits abgegolten gilt, darf sie antreten.
Ohne Auflagen geht das allerdings nicht: Den Berichten zufolge muss sie ein Jahr mit elektronischer Fußfessel unter Hausarrest verbringen. Le Pen hält trotzdem an ihrer Kandidatur fest und will vor das Kassationsgericht ziehen. Rechtskräftig ist das Urteil damit noch nicht.
Der stille Protest der Nichtwähler
Die Umfrage zeigt aber auch, wie sehr sich viele Franzosen von der Politik abgewendet haben. Je nach Stichwahl würden 27 bis 32 Prozent der Befragten gar nicht wählen oder einen leeren oder ungültigen Stimmzettel abgeben. Für einen Staat, der sich gern als Wiege der modernen Demokratie sieht, ist das ein Armutszeugnis für die politische Klasse.
Befragt wurden vom 5. bis 8. Oktober insgesamt 2004 Wahlberechtigte. Umfragen zeigen nur die Stimmung des Moments, das Ergebnis im April 2027 kann ganz anders ausfallen. Die Botschaft an Paris und Brüssel ist trotzdem kaum zu überhören.
Was das für Deutschland bedeutet
Eine Präsidentin Le Pen würde die deutsch-französische Achse grundlegend verändern. Für Kanzler Friedrich Merz, der in Europa auf enge Abstimmung mit Paris setzt, könnte es ungemütlich werden. Klar ist: Der Unmut über die etablierten Parteien ist keine deutsche Besonderheit. Er erfasst den ganzen Kontinent, und Frankreich steht womöglich vor seiner größten politischen Wende seit Jahrzehnten.
Kostenloses Live-Webinar
Der digitale Euro kommt
Was er für Ihr Erspartes bedeutet und wie Sie jetzt vorsorgen.

DieterBohlen
ErnstWolff
Prof. Dr.Werner
Tom-OliverRegenauer
JochenStaiger
GeraldGrosz
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik













