
Lieferketten am Limit: Hormus-Krise schlägt mit voller Wucht auf Deutschlands Industrie durch

Was sich seit Monaten am Horizont abzeichnete, ist nun bittere Realität: Die Versorgung der deutschen Industrie mit Vorprodukten gerät in einen gefährlichen Strudel. Die jüngste Erhebung des Münchner ifo-Instituts liest sich wie ein Warnruf an eine Politik, die sich lieber mit Klimaneutralität im Grundgesetz und ideologischen Spielereien beschäftigt, statt die wirtschaftlichen Lebensadern des Landes zu sichern. Im April meldeten 13,8 Prozent der Industrieunternehmen Engpässe bei der Materialbeschaffung – im Januar waren es lediglich 5,8 Prozent. Innerhalb von drei Monaten hat sich der Anteil der betroffenen Betriebe damit mehr als verdoppelt.
Wenn die Straße von Hormus zur Würgespirale wird
Der Auslöser ist hinlänglich bekannt: Der Krieg im Iran und die massiven Einschränkungen im Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus haben die globalen Lieferketten in eine veritable Schieflage gebracht. Über diesen schmalen Seekorridor zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman wird rund ein Fünftel des weltweiten Ölangebots abgewickelt. Wer dort den Hahn auch nur teilweise zudreht, legt die Hand an die Schlagader der industriellen Wertschöpfung – und Deutschland bekommt das nun mit voller Härte zu spüren.
Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Umfragen, brachte die Lage auf den Punkt: Die Lieferketten gerieten spürbar unter Druck. Eine Untertreibung, möchte man hinzufügen, denn die Zahlen sprechen eine deutlichere Sprache, als sie es vermögen.
Chemiebranche im Würgegriff: Fast jedes dritte Unternehmen betroffen
Besonders dramatisch trifft es jene Branchen, die auf ölbasierte und energieintensive Vorprodukte angewiesen sind. In der chemischen Industrie meldeten sage und schreibe 31,1 Prozent der Unternehmen einen Materialmangel – fast ein Drittel der Branche steht damit vor erheblichen Beschaffungsproblemen. Bei den Herstellern von Gummi- und Kunststoffwaren stieg der Anteil auf 22,9 Prozent. Im Maschinenbau, einer der traditionellen Säulen deutscher Wirtschaftskraft, kletterte der Wert auf 14,8 Prozent. Auch die Hersteller elektrischer Ausrüstungen meldeten mit 17,2 Prozent zunehmende Engpässe, und selbst die ohnehin gebeutelte Automobilindustrie bekommt erneut die Knappheit von Vorprodukten zu spüren.
Hausgemachte Schwächen treffen auf globale Schocks
Die bittere Wahrheit lautet: Deutschland zahlt nun den Preis für eine Politik, die jahrelang die Augen vor strategischen Abhängigkeiten verschlossen hat. Statt heimische Energiequellen zu sichern und industrielle Souveränität zu stärken, wurden Kernkraftwerke abgeschaltet, Industriestrompreise auf Rekordniveau getrieben und die Diversifizierung von Rohstoffquellen sträflich vernachlässigt. Während Belgien aktuell den Rückbau seiner Kernreaktoren stoppt – ein bemerkenswerter Realitätscheck unserer Nachbarn –, klammert sich Berlin weiter an Dogmen, die mit den geopolitischen Realitäten des Jahres 2026 nichts mehr zu tun haben.
Wohlrabe selbst weist auf den Kern des Problems hin: Die aktuellen Entwicklungen zeigten, wie stark die Industrie von globalen Rohstoff- und Energielieferungen abhängig sei. Gerade bei petrochemischen Vorprodukten könnten sich Störungen blitzschnell durch die gesamte Wertschöpfungskette fressen. Das Problem dabei: Petrochemische Vorprodukte sind die unsichtbaren Bausteine unseres Industriealltags – von der Verpackung bis zum Bauteil im Auto, vom Medikament bis zur Dämmplatte. Wer hier ins Stottern gerät, legt eine ganze Volkswirtschaft lahm.
Die historische Parallele: Wenn Lieferketten zur Achillesferse werden
Wer ein Gedächtnis hat, der erinnert sich an die Lieferengpässe während der Corona-Pandemie. Damals lobten Politiker das „Lessons Learned“ und versprachen widerstandsfähigere Lieferketten. Geliefert wurde – wenig überraschend – nichts. Stattdessen verharrt Deutschland in einer Mischung aus Hochmut und Naivität: Man glaubt, die hochkomplexe industrielle Maschinerie laufe schon irgendwie weiter, während gleichzeitig jedes Jahr neue Auflagen, Verordnungen und ideologische Vorgaben über die Wirtschaft gestülpt werden.
Die Bundesregierung unter Friedrich Merz hat zwar das 500-Milliarden-Sondervermögen für Infrastruktur durchgepeitscht – mit allen langfristigen Belastungen für künftige Generationen. Doch ob damit auch nur ein einziger Engpass bei petrochemischen Vorprodukten behoben wird, darf bezweifelt werden. Beton verlegt nun einmal keine strategische Rohstoffreserve.
Was bedeutet das für den Bürger und sein Vermögen?
Engpässe bei Vorprodukten bedeuten höhere Preise. Höhere Preise bedeuten mehr Inflation. Mehr Inflation bedeutet, dass die hart erarbeiteten Ersparnisse der Deutschen schleichend entwertet werden. Die Geschichte lehrt uns, dass in Zeiten geopolitischer Turbulenzen, schwacher Lieferketten und expansiver Staatsverschuldung Sachwerte ihre Bedeutung als Vermögenssicherung neu unter Beweis stellen. Insbesondere physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte hinweg in Krisenzeiten als verlässlicher Anker bewährt – unabhängig davon, ob in Hormus die Tanker stocken oder in Berlin die nächste Steuer erhöht wird.
Die ifo-Zahlen sind mehr als eine ökonomische Momentaufnahme. Sie sind eine Mahnung. An eine Politik, die endlich aufhören muss, gegen die Realität zu regieren. Und an Bürger, die das Heft des Handelns wieder selbst in die Hand nehmen sollten – nicht zuletzt, wenn es um die eigene finanzielle Vorsorge geht.
Hinweis: Die in diesem Artikel geäußerten Einschätzungen stellen keine Anlageberatung dar. Wir betreiben weder Anlage- noch Steuer- oder Rechtsberatung. Jeder Leser ist verpflichtet, Anlageentscheidungen eigenverantwortlich und auf Basis eigener Recherche oder unter Hinzuziehung qualifizierter Berater zu treffen. Eine Haftung für Vermögensentscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden, ist ausgeschlossen.

- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik











