
Machtdemonstration im Persischen Golf: Iran, Russland und China proben den Ernstfall

Während die Welt gebannt auf die Eskalation im Nahen Osten blickt, haben Iran, Russland und China am Donnerstag gemeinsame Marinemanöver in den strategisch bedeutsamsten Gewässern der Erde gestartet. Die Botschaft an Washington könnte kaum deutlicher sein: Die Straße von Hormus, jene Nadelöhr-Passage, durch die täglich Millionen Barrel Rohöl fließen, ist längst nicht mehr nur amerikanisches Einflussgebiet.
Ein Pulverfass mit Zuschauern
Konteradmiral Hassan Maqsudlu von der iranischen Marine ließ keinen Zweifel an der Stoßrichtung der Übung. Man wolle „jegliche einseitige Aktion in der Region verhindern" – eine kaum verhüllte Drohung an die Adresse der Vereinigten Staaten, die unter Präsident Trump ihre militärische Präsenz im Arabischen Meer massiv ausgebaut haben. Die Abraham Lincoln Carrier Strike Group sowie mindestens acht weitere Überwasserkampfschiffe der US Navy patrouillieren bereits in der Region. Und als wäre das nicht genug, könnte der Flugzeugträger USS Ford innerhalb weniger Tage ebenfalls eintreffen.
Das iranische Staatsfernsehen übertrug die Manöver mit demonstrativem Stolz. Elitekommandos der Islamischen Revolutionsgarden übten Schiffsentern und -beschlagnahmungen, während russische und iranische Marineeinheiten taktische Formationen und Anti-Terror-Szenarien durchspielten. Die Übungen erstrecken sich über den Golf von Oman bis in den nördlichen Indischen Ozean – ein gewaltiges Operationsgebiet.
Peking hält sich auffällig zurück
Bemerkenswert ist die Rolle Chinas. Obwohl die gemeinsamen Manöver seit 2019 jährlich stattfinden und Peking traditionell als dritter Partner auftritt, scheint die Volksrepublik diesmal nur eine Statistenrolle zu spielen. Die chinesische Präsenz wird als minimal beschrieben. Man darf spekulieren: Will Xi Jinping angesichts der ohnehin angespannten Handelsbeziehungen mit den USA – Trump hat bekanntlich Zölle von 34 Prozent auf chinesische Importe verhängt – eine weitere Eskalationsebene vermeiden? Oder handelt es sich um kalkulierte Zurückhaltung, die Peking im Ernstfall diplomatischen Spielraum lässt?
Raketen und Flugverbotszonen
Parallel zu den Marinemanövern hat Iran eine sogenannte NOTAM – eine Warnung an Piloten – herausgegeben, die Raketenstarttests im Süden des Landes ankündigt. Zwischen 3:30 und 13:30 Uhr GMT sollten Piloten den iranischen Luftraum bis zur Flughöhe FL100 meiden. Flightradar24 warnte ausdrücklich vor dem betroffenen Gebiet. Diese Raketentests sind eine Fortsetzung ähnlicher Aktivitäten vom Monatsanfang und unterstreichen Teherans Entschlossenheit, seine militärische Abschreckungsfähigkeit zu demonstrieren.
Irans Marinekommandeur Konteradmiral Shahram Irani fand dabei Worte, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig ließen: Die Islamische Republik habe seit 47 Jahren „Drohungen, Lärm, Propaganda und die Präsenz außerregionaler Flotten" ertragen. Sollte eine fremde Flotte glauben, mit Stärke gekommen zu sein, so werde das iranische Volk ihr mit noch größerer Stärke entgegentreten. „Der Glaube des Volkes und Raketen sind die Abschreckungswaffen der Islamischen Republik gegen den Feind", so der Admiral wörtlich.
Was passiert, wenn die Lage kippt?
Die entscheidende Frage, die sich Militäranalysten weltweit stellen: Würden Russland und China im Falle eines amerikanischen Angriffs auf Iran tatsächlich militärisch eingreifen? Die nüchterne Antwort lautet wohl: Nein. Weder Moskau noch Peking dürften bereit sein, sich in einen direkten bewaffneten Konflikt mit Washington hineinziehen zu lassen. Doch die bloße Anwesenheit russischer und chinesischer Kriegsschiffe in den Gewässern rund um die Straße von Hormus macht jede militärische Operation der US Navy erheblich komplizierter. Jeder Schuss, jedes Manöver muss mit Rücksicht auf die Schiffe zweier Nuklearmächte kalkuliert werden.
Im Falle einer Eskalation würden Moskau und Peking aller Voraussicht nach gemeinsam eine Verurteilung im UN-Sicherheitsrat anstreben und versuchen, die internationale Gemeinschaft gegen einen weiteren Krieg im Irak-Stil zu mobilisieren. Die Konsequenzen eines solchen Konflikts wären für die gesamte Region – und den globalen Ölmarkt – verheerend.
Ein gefährliches Spiel mit dem Feuer
Was wir hier beobachten, ist nichts weniger als die Neuordnung geopolitischer Machtverhältnisse in Echtzeit. Die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels fließt, wird zum Schachbrett der Großmächte. Für Europa und insbesondere für Deutschland, dessen Energieversorgung nach dem selbstverschuldeten Desaster der Energiewende ohnehin auf tönernen Füßen steht, sind diese Entwicklungen von existenzieller Bedeutung. Jede Störung der Ölversorgung durch die Straße von Hormus würde die Energiepreise in die Höhe treiben und die bereits angeschlagene deutsche Wirtschaft weiter belasten.
In Zeiten wie diesen, in denen geopolitische Spannungen eskalieren und die Stabilität des globalen Finanzsystems zunehmend fragil erscheint, erweist sich einmal mehr die zeitlose Weisheit physischer Edelmetalle als Vermögenssicherung. Gold und Silber haben in Jahrtausenden der Menschheitsgeschichte jede Krise überdauert – und dürften auch diesmal als sicherer Hafen gefragt sein, wenn die Wellen im Persischen Golf höher schlagen.
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