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Kettner Edelmetalle
13.01.2026
20:19 Uhr

Machtkampf in Washington: Trump-Regierung nimmt Fed-Chef Powell ins Visier

Machtkampf in Washington: Trump-Regierung nimmt Fed-Chef Powell ins Visier

Was sich derzeit in den Vereinigten Staaten abspielt, dürfte selbst hartgesottene Beobachter der amerikanischen Politik in Erstaunen versetzen. Das US-Justizministerium hat strafrechtliche Ermittlungen gegen Jerome Powell, den Chef der mächtigsten Notenbank der Welt, eingeleitet. Ein Vorgang, der in der Geschichte der Federal Reserve ohne Beispiel ist – und der die Frage aufwirft, ob hier tatsächlich Recht gesprochen oder vielmehr Politik mit anderen Mitteln betrieben wird.

Milliardenschwere Renovierung als Auslöser

Der konkrete Anlass für die Vorladungen mag auf den ersten Blick banal erscheinen: Es geht um die 2,5 Milliarden Dollar teure Renovierung zweier Fed-Gebäude. Präsident Donald Trump hatte dieses Projekt wiederholt als maßlos überzogen kritisiert – und tatsächlich lassen die Zahlen aufhorchen. Ursprünglich waren 1,9 Milliarden Dollar veranschlagt, doch die Kosten explodierten um weitere 600 Millionen. Wer solche Summen für Gebäudesanierungen ausgibt, muss sich Fragen gefallen lassen.

Powell wurde im Juni vor dem Bankenausschuss des Senats zu diesen Kostenüberschreitungen befragt. Das Justizministerium wirft ihm nun offenbar vor, bei dieser Gelegenheit nicht die volle Wahrheit gesagt zu haben. Die Fed habe es schlichtweg nicht für nötig befunden, auf schriftliche Anfragen des Ministeriums zu reagieren – ein Verhalten, das von Kritikern als Arroganz der Macht gedeutet wird.

Powell schlägt zurück: "Bloße Vorwände"

Der Notenbankchef selbst sieht die Dinge freilich völlig anders. In einer Videoerklärung wies er die Vorwürfe scharf zurück und bezeichnete die Strafdrohungen als "bloße Vorwände", um die Unabhängigkeit der Federal Reserve zu untergraben. Seine Worte waren unmissverständlich:

"Die Drohung strafrechtlicher Schritte ist die Folge davon, dass die Federal Reserve die Zinsen nach bestem Wissen im Interesse der Öffentlichkeit festlegt, statt den Vorlieben des Präsidenten zu folgen."

Damit spricht Powell aus, was viele Beobachter denken: Der eigentliche Konflikt dreht sich nicht um Gebäuderenovierungen, sondern um die Zinspolitik. Trump hat die Fed seit Jahren für ihre aus seiner Sicht zu hohen Zinsen kritisiert und wiederholt Druck auf Powell ausgeübt, die Geldpolitik zu lockern.

Trump gibt sich ahnungslos

Der Präsident selbst wählte in einem NBC-Interview die Strategie der Distanzierung. Er wisse nichts von den Ermittlungen, behauptete Trump. Auf die Frage nach politischem Druck antwortete er lapidar: "Nein. Daran würde ich nicht einmal denken." Eine Aussage, die angesichts seiner jahrelangen öffentlichen Attacken gegen Powell mindestens als bemerkenswert gelten darf.

Die Unabhängigkeit der Notenbank auf dem Prüfstand

Was hier auf dem Spiel steht, geht weit über einen Streit um Baukosten hinaus. Die Unabhängigkeit der Zentralbank von politischer Einflussnahme gilt als eines der Fundamente stabiler Geldpolitik. Wenn Regierungen nach Belieben Druck auf Notenbankchefs ausüben können – sei es durch öffentliche Kritik oder gar strafrechtliche Verfolgung – dann steht die Glaubwürdigkeit der gesamten Geldpolitik auf dem Spiel.

Für Anleger bedeutet diese Entwicklung vor allem eines: Unsicherheit. Wer sein Vermögen in Zeiten politischer Turbulenzen und fragiler Institutionen schützen möchte, sollte über eine Diversifikation nachdenken. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als Wertspeicher bewährt – unabhängig davon, welche politischen Stürme gerade toben. Sie unterliegen keiner Zentralbank und keiner Regierung, was sie zu einer sinnvollen Ergänzung eines breit gestreuten Portfolios macht.

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