
Machtwechsel an der Spitze der Fed: Trump kündigt Nachfolger für Powell an

Die Würfel sind offenbar gefallen. US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstag angekündigt, bereits am Freitag seinen Kandidaten für die Nachfolge des amtierenden Notenbankchefs Jerome Powell zu benennen. Was sich seit Monaten als schwelender Konflikt zwischen dem Weißen Haus und der Federal Reserve abzeichnete, erreicht damit seinen vorläufigen Höhepunkt. Die Amtszeit Powells endet Mitte Mai – und mit ihr möglicherweise eine Ära der geldpolitischen Unabhängigkeit.
Kevin Warsh als haushoher Favorit gehandelt
Die Prognosemärkte sprechen eine deutliche Sprache: Mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent wird der ehemalige Fed-Gouverneur Kevin Warsh als künftiger Vorsitzender der mächtigsten Notenbank der Welt gehandelt. Bereits 2017 galt Warsh als potenzieller Kandidat für den Posten – damals unterlag er Powell. Nun scheint seine Zeit gekommen zu sein.
Trump selbst ließ gegenüber dem Sender CNBC durchblicken, dass sich das ursprünglich elf Personen umfassende Kandidatenfeld auf zwei bis drei Namen verengt habe.
„Und ich kann Ihnen wahrscheinlich sagen, dass meiner Meinung nach nur noch ein Kandidat bleibt", so der Präsident mit gewohnter Selbstsicherheit.
Trumps unerbittlicher Kampf um niedrigere Zinsen
Der Hintergrund dieser personellen Neuausrichtung ist kaum zu übersehen. Trump übt seit Monaten massiven Druck auf die als unabhängig geltende Notenbank aus, die Zinsen drastisch zu senken. Seine Forderung: Ein um zwei bis drei Prozentpunkte niedrigerer Leitzins. Ein solches Niveau wäre unter normalen Umständen ein Alarmsignal für eine stagnierende oder gar schrumpfende Wirtschaft – doch davon kann in den USA derzeit keine Rede sein. Die Wirtschaft wuchs im dritten Quartal aufs Jahr hochgerechnet um beachtliche 4,4 Prozent.
Die Fed hatte erst am Mittwoch nach drei Zinssenkungen im Jahr 2025 eine Pause eingelegt und den Leitzins in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen. Für Trump offensichtlich ein Affront, den er nicht länger hinzunehmen bereit ist.
Strafrechtliche Untersuchung als Druckmittel?
Die Eskalation zwischen Trump und Powell hat inzwischen besorgniserregende Ausmaße angenommen. So wurde bekannt, dass die Regierung eine strafrechtliche Untersuchung gegen den Notenbankchef eingeleitet hat – angeblich wegen der 2,5 Milliarden Dollar teuren Renovierungskosten des Fed-Gebäudes. Powell selbst bezeichnete dies unmissverständlich als „Vorwand", um ihn in der Geldpolitik unter Druck zu setzen. Ein schwerwiegender Vorwurf, der die Frage aufwirft, wie weit ein Präsident gehen darf, um seine wirtschaftspolitischen Ziele durchzusetzen.
Die Kandidaten im Überblick
Neben Warsh standen bis zuletzt weitere Namen zur Debatte. Der Blackrock-Manager Rick Rieder galt bis Mittwoch als Favorit an den Wettmärkten. Auch die amtierenden Fed-Gouverneure Christopher Waller und Michelle Bowman wurden als mögliche Kandidaten gehandelt. Dem Wirtschaftsberater des Weißen Hauses, Kevin Hassett, werden hingegen nur noch geringe Chancen eingeräumt. Allen Kandidaten gemein ist ihre Befürwortung niedrigerer Zinsen – ganz im Sinne des Präsidenten.
Was bedeutet dieser Machtwechsel für die Stabilität des Dollars und die globalen Finanzmärkte? Die Unabhängigkeit der Notenbank gilt seit Jahrzehnten als Garant für eine stabile Geldpolitik. Wird diese Unabhängigkeit nun dem politischen Kalkül geopfert, könnten die Folgen weitreichend sein. Anleger weltweit dürften die Entwicklungen in Washington mit wachsender Nervosität verfolgen.
In Zeiten derartiger geldpolitischer Unsicherheiten erweisen sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber traditionell als verlässlicher Anker im Portfolio. Sie bieten Schutz vor Währungsabwertungen und politisch motivierten Eingriffen in das Finanzsystem – Eigenschaften, die angesichts der aktuellen Entwicklungen an Bedeutung gewinnen dürften.

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