
Mercedes-Benz im freien Fall: Gewinn halbiert sich – und China wird zum Klumpenrisiko
Was einst als Inbegriff deutscher Ingenieurskunst und wirtschaftlicher Stärke galt, gleicht zunehmend einem Patienten auf der Intensivstation. Der Stuttgarter Automobilkonzern Mercedes-Benz musste für das Geschäftsjahr 2025 einen dramatischen Gewinneinbruch von nahezu 50 Prozent vermelden. Das Konzernergebnis schrumpfte von 10,4 Milliarden Euro auf magere 5,3 Milliarden Euro – ein Absturz, der die gesamte Branche erschüttert und fundamentale Fragen über die Zukunft der deutschen Automobilindustrie aufwirft.
Die nackten Zahlen sprechen eine brutale Sprache
Der Umsatz ging um neun Prozent auf 132,2 Milliarden Euro zurück. Noch dramatischer: Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern brach um satte 57 Prozent auf 5,82 Milliarden Euro ein. Dass Analysten sogar noch schlechtere Zahlen erwartet hatten, mag für den Vorstand ein schwacher Trost sein – für den deutschen Steuerzahler und die Beschäftigten ist es das ganz sicher nicht.
Konzernchef Ola Källenius sprach von einem „dynamischen Marktumfeld" und davon, dass die Ergebnisse „im Rahmen der Prognose" gelegen hätten. Man fragt sich unwillkürlich: Welche Prognose genau? Die des kontrollierten Niedergangs? Schlagworte wie „Effizienz, Geschwindigkeit und Flexibilität" klingen hübsch in Pressemitteilungen, doch sie können nicht darüber hinwegtäuschen, dass hier ein deutsches Traditionsunternehmen massiv unter Druck steht.
China: Vom Goldesel zum Mühlstein
Besonders alarmierend ist die Abhängigkeit von China. Nach wie vor setzt Mercedes fast ein Drittel aller Pkw im Reich der Mitte ab. Doch genau dort brach der Absatz 2025 um 19 Prozent ein – deutlich stärker als im globalen Durchschnitt. Insgesamt verkaufte der Konzern nur noch rund 1,8 Millionen Pkw, ein Rückgang von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Gründe sind vielfältig und doch erschreckend vorhersehbar: Globale Zölle, insbesondere die von US-Präsident Trump verhängten 20-Prozent-Aufschläge auf EU-Importe, negative Wechselkurseffekte und ein mörderischer Wettbewerb mit chinesischen Herstellern, die den Markt mit günstigen Elektrofahrzeugen fluten. Wer jahrelang die Augen vor der chinesischen Industriepolitik verschlossen hat, erntet nun die bittere Frucht dieser Naivität.
Ein Sparprogramm als Rettungsanker?
Mercedes hatte bereits vor einem Jahr ein umfassendes Sparprogramm aufgelegt. Bis 2027 sollen die Produktionskosten um zehn Prozent sinken, ebenso die Fixkosten. Ein Abfindungsprogramm für Beschäftigte in indirekten Bereichen – wohlgemerkt nicht in der Produktion – soll zusätzlich Kosten drücken. Übersetzt heißt das: Arbeitsplätze werden abgebaut. In einem Land, das ohnehin unter einer schleichenden Deindustrialisierung leidet, ist das keine Kleinigkeit.
Gleichzeitig kündigt der Konzern die Einführung von mehr als 40 neuen Modellen innerhalb von drei Jahren an und will diese Offensive sogar noch beschleunigen. Mittelfristig peile die Pkw-Sparte wieder einen Absatz von rund zwei Millionen Fahrzeugen an, getragen unter anderem von einem Wachstum von über 15 Prozent im sogenannten Top-End-Segment – also bei Luxusmodellen wie der S- und G-Klasse.
Symptom einer tieferen Krise
Der Niedergang von Mercedes ist kein isoliertes Phänomen. Er ist Symptom einer umfassenden Krise der deutschen Automobilindustrie, die jahrelang von einer ideologiegetriebenen Energiepolitik, überbordender Bürokratie und einer naiven Abhängigkeit von China geprägt wurde. Während die Vorgängerregierung unter der Ampelkoalition lieber über Lastenfahrräder und Tempolimits philosophierte, haben chinesische Konzerne wie BYD den Weltmarkt aufgerollt.
Ob die neue Große Koalition unter Bundeskanzler Friedrich Merz hier das Ruder herumreißen kann, bleibt abzuwarten. Das 500 Milliarden Euro schwere Sondervermögen für Infrastruktur klingt zunächst vielversprechend, doch es bleibt die bange Frage: Wird dieses Geld tatsächlich in die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland investiert – oder versickert es in bürokratischen Kanälen und ideologischen Prestigeprojekten?
Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet Mercedes immerhin mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau und einem deutlich verbesserten operativen Ergebnis. Doch Optimismus auf dem Papier ist das eine. Die Realität auf den Weltmärkten das andere. Die deutschen Autobauer stehen vor der existenziellen Frage, ob sie den Anschluss an die globale Konkurrenz halten können – oder ob der Stern am Kühler bald nur noch ein nostalgisches Symbol vergangener Größe sein wird.
Was Anleger aus dem Mercedes-Debakel lernen können
Die Halbierung des Gewinns bei einem der größten deutschen Industriekonzerne sollte jedem Anleger zu denken geben. Aktien einzelner Unternehmen – und seien sie noch so traditionsreich – sind eben keine Garantie für stabile Renditen. In Zeiten geopolitischer Verwerfungen, eskalierender Handelskriege und einer zunehmend fragilen Weltwirtschaft erweisen sich physische Edelmetalle einmal mehr als verlässlicher Anker im Portfolio. Gold und Silber kennen keine Gewinnwarnungen, keine Absatzeinbrüche und keine Abhängigkeit von einzelnen Märkten. Als Beimischung in einem breit gestreuten Anlageportfolio bieten sie genau jene Stabilität, die Aktien wie Mercedes derzeit schmerzlich vermissen lassen.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden.
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