
Merkels Rückkehr auf die CDU-Bühne: Die Altkanzlerin gibt sich die Ehre
Man reibt sich verwundert die Augen. Angela Merkel, jene Frau, die Deutschland über 16 Jahre lang regierte und deren politisches Erbe das Land bis heute wie ein Mühlstein um den Hals trägt, kehrt auf die Bühne zurück. Am 20. Februar 2026 will die Altkanzlerin erstmals seit ihrem Abschied aus dem Kanzleramt wieder persönlich an einem CDU-Bundesparteitag in Stuttgart teilnehmen – als „Ehrengast", wie ihr Büro mitteilen ließ.
Jahrelange Abstinenz – und plötzlich doch dabei
Die Nachricht hat durchaus Sprengkraft. Denn Merkel hatte sich nach dem Ende ihrer Amtszeit konsequent von den Parteitagen der CDU ferngehalten. Sowohl 2022 als auch 2024 blieb sie den Zusammenkünften fern. Ihr Büro begründete dies seinerzeit mit dem „nachamtlichen Verständnis", grundsätzlich nicht an tagesaktuellen Ereignissen teilzunehmen. Ein hehres Prinzip – das nun offenbar über Bord geworfen wird. Auf die Frage nach dem Sinneswandel antwortete ihr Büro lapidar: „Die Ausnahme bestätigt die Regel." Man könnte auch sagen: Wenn es passt, werden Prinzipien eben flexibel gehandhabt.
Der letzte persönliche Auftritt Merkels auf einem CDU-Parteitag liegt mittlerweile fast sieben Jahre zurück – 2019 in Leipzig. Der Parteitag im Januar 2021, noch während ihrer Kanzlerschaft, fand pandemiebedingt nur digital statt. Im Dezember desselben Jahres übernahm dann Olaf Scholz das Kanzleramt, und Merkel verschwand von der politischen Bildfläche – zumindest scheinbar.
Das schwierige Verhältnis zu Friedrich Merz
Besonders pikant ist die Rückkehr vor dem Hintergrund des notorisch angespannten Verhältnisses zwischen Merkel und dem amtierenden Bundeskanzler Friedrich Merz. Die beiden verbindet eine Geschichte, die man getrost als politische Fehde bezeichnen darf. Merz, einst von Merkel als Fraktionsvorsitzender verdrängt und über Jahre ins politische Abseits manövriert, hat sich seinen Weg zurück an die Spitze erkämpft. Doch die Altkanzlerin scheint ihm diesen Triumph bis heute nicht recht zu gönnen.
Merkel hat sich in den vergangenen Jahren mehrfach kritisch über Merz geäußert. Sie bewertete es als „falsch", dass die CDU/CSU-Bundestagsfraktion kurz vor der Bundestagswahl gemeinsam mit der AfD einen Migrationsbeschluss durchgesetzt habe. Auch die von Merz befürwortete Zurückweisung von Migranten an der Grenze sehe die frühere Kanzlerin nach wie vor skeptisch. Eine bemerkenswerte Positionierung – war es doch gerade Merkels eigenmächtige Grenzöffnung im Herbst 2015, die Deutschland in eine Migrationskrise stürzte, deren Folgen das Land bis heute nicht bewältigt hat.
Merkels Erbe: Eine Bilanz des Scheiterns
Es lohnt sich, einen Moment innezuhalten und sich zu vergegenwärtigen, was Angela Merkel diesem Land hinterlassen hat. Die unkontrollierte Massenmigration, der Ausstieg aus der Kernenergie – zunächst beschlossen, dann zurückgenommen, dann doch wieder vollzogen –, die schleichende Deindustrialisierung, eine marode Infrastruktur und eine Bundeswehr, die kaum noch einsatzfähig ist. All das geschah unter ihrer Ägide, unter dem Deckmantel einer vermeintlich alternativlosen Politik, die in Wahrheit vor allem eines war: bequem. Bequem für die Kanzlerin, die Konflikte scheute wie der Teufel das Weihwasser, und verheerend für ein Land, das dringend mutige Reformen gebraucht hätte.
Dass ausgerechnet diese Frau nun als „Ehrengast" empfangen wird, sagt viel über den Zustand der CDU aus. Eine Partei, die sich unter Merkel so weit nach links bewegt hat, dass konservative Wähler scharenweise zur AfD abwanderten, hat offenbar noch immer nicht den Mut gefunden, sich von ihrem problematischsten Erbe zu lösen. Stattdessen wird die Architektin des Niedergangs mit Ehrenbekundungen bedacht.
Symbolpolitik statt Aufarbeitung
Ob Merkel beim Parteitag auch das Wort ergreifen wird, ist bislang nicht bekannt. Innerhalb der Fraktion fänden sich nur noch wenige Unterstützer aus der Merkel-Ära, heißt es. Doch die bloße Anwesenheit der Altkanzlerin sendet ein Signal – und zwar kein gutes. Es ist das Signal einer Partei, die sich nicht traut, mit ihrer Vergangenheit zu brechen. Die lieber den Schein wahrt, als sich ehrlich mit den Fehlern der Merkel-Jahre auseinanderzusetzen.
Bezeichnend war auch Merkels Verhalten bei der Wahl von Merz zum Bundeskanzler im Mai 2025. Nach dem gescheiterten ersten Wahlgang verließ sie den Bundestag und blieb der späteren Vereidigung von Kanzler und Kabinett fern. Eine Einladung zu den Feierlichkeiten zum 70. Geburtstag des Kanzlers im November lehnte sie mit Verweis auf eine geplante Reise nach Israel ab. Man muss kein Psychologe sein, um in diesen Gesten eine kaum verhüllte Geringschätzung zu erkennen.
Deutschland bräuchte eine CDU, die sich auf ihre konservativen Wurzeln besinnt, die für eine starke Wirtschaft, sichere Grenzen und traditionelle Werte eintritt. Stattdessen inszeniert die Partei die Rückkehr jener Frau, die für den größten Linksruck in der Geschichte der Christdemokratie verantwortlich ist. Der Parteitag in Stuttgart könnte zum Gradmesser werden – nicht nur für das Verhältnis zwischen Merkel und Merz, sondern für die Frage, ob die CDU jemals den Mut aufbringen wird, sich von den Schatten der Vergangenheit zu befreien.

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